14/03/2026
Bühne frei für die Jugend!
Die 35. Jugendkulturtage des Landkreises Dingolfing-Landau wurden feierlich eröffnet
Von Eva Schicho
Kultur ist mehr als Operngesang, Walzertänze und Museumsbesuche. Dieses starre Bild von „Hochkulturen“ gehört längst der Vergangenheit an. Kultur präsentiert sich in verschiedenen Formen und Ausprägungen und ändert sich über die Zeit – ist aber stets an Menschen gebunden. So entwickeln sich auch eigene Kulturformen bei jungen Leuten: Prototypisch sind hier Punks, Emos oder auch die 68er zu nennen, die sich etwa durch ihre Kleidungs- und Lebensstile auszeichnen. Charakteristisch ist auch die jeweilige Musik, die von jungen Leuten gehört sowie gemacht und dadurch kulturell zum Ausdruck gebracht wird.
Dass diese Kulturformen nicht nur hinter verschlossenen Türen ausgelebt werden, hat die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Dingolfing-Landau der Jugend eine Bühne geboten: Bei den Jugendkulturtagen sind junge Musiker, Tänzer, Schauspieler und weitere Künstler gefragt. Den gesamten März bieten Jugendliche ein kulturelles, buntes Programm. Den Auftakt für die 35. Runde der Jugendkulturtage setzten am Samstag über 80 Mitwirkende bei einem Bühnenprogramm mit zehn Beiträgen in der Stadthalle Dingolfing. Von klassischer Musik am Klavier bis zu rockigen Auftritten verschiedenster Tanzgruppen war bei der Eröffnungsfeier alles geboten.
Eingeleitet wurde der Abend mit Jazz: Unter der Leitung von Anton Glas spielte die Bigband des Gymnasiums Dingolfing mit dem Stück „Les Feuilles Mortes“ auf. Der Solotrompeter Maximilian Ziegler stellte hier sein Können unter Beweis.
Aus dem Staunen kam das Publikum in der Stadthalle beinahe nicht mehr heraus als Palina Ge**er am Klavier aufspielte. Das Nachwuchstalent übt täglich ein bis zwei Stunden. Anschließend verlieh das Tubaquartett der Städtischen Musikschule Landau mit tiefen, brummenden Tönen ihrer Instrumente der „Kleinen Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie „Piano Man“ von Billy Joel eine persönliche Note.
Unterstützung von „den Großen“
Moderiert wurde der Abend in der Stadthalle von W***y Miksch, welcher den jungen Künstlern zwischen elf und 23 stets ein kleines Präsent für ihre Darbietung überreichte.
Auch Landrat Werner Bumeder sprach einige Worte: Sein Dank richtete sich zuallererst an die 1.300 Mitwirkenden, die sich bis zum 28. März bei den diesjährigen Jugendkulturtagen beteiligen. Gerne finanziere der Landkreis die Veranstaltung jedes Jahr aufs Neue, denn sie fördere Nachwuchskünstler sowie alle Jugendlichen, die sich mit Fleiß, Teamgeist und Herzblut einbringen. „Kultur darf und soll Freude machen“, so Landrat Bumeder. „Kultur ist Vielfalt und das seid ihr“ – auch durch Lampenfieber seien die Jugendlichen nicht zu stoppen. Dem konnte auch Dritter Bürgermeister Valentin Walk nur zustimmen: Er selbst habe in jungen Jahren Erfahrungen bei den Jugendkulturtagen sammeln dürfen und blieb so der Musik bis heute treu.
Einen besonders imposanten Auftritt bei der Eröffnung der Jugendkulturtage bot Sebastian Stoiber. Mit seinem Akkordeon spielte er Kompositionen basierend auf dem Märchen „Der Hase und der Igel“.
Heiter Töne, ernste Texte und wilde Tänze
Immer schneller wurde die Musik als es zum Wettlauf zwischen Igel und Hase kam – Verschnaufpausen der Tiere wurden ebenfalls durch das Ziehen des Balgs umgesetzt. Die heitere Darbietung erntete einen großen Applaus. Weiter ging es im Programm mit einer anderen Kunstform: Die Freundinnen Emilia Gallemann und Alina Geier trugen ihr Gedicht „Verbrannte Unschuld“ vor. Hier zogen sie Parallelen zwischen frühneuzeitlichen Hexen-Prozessen und den Social-Media-Plattformen als Schauplätze für heutige „Hexenverbrennungen“.
Der seit elf Jahren in Klavierausbildung geübte Niklas Weller überzeugte mit seiner Darbietung eines Satzes von Beethovens „Pathétique“. Überkreuzte Hände und schnelles Tempo schienen dem Pianisten keine Hürde zu sein. Auch das Duo Elena Wallner und Simone Merkl begeisterte ihr Publikum mit Saxofon und Klavier. Rockig wurde es schließlich durch „Die 4“ – eine Rockband der Städtischen Musikschule Dingolfing, bestehend aus Theresa Loichinger, Leni Gerhager, Ines Santos und Lorenz Schöfbeck. Instrumental sowie gesanglich auf Englisch und Bayerisch verbreitete die Band Stimmung in der Stadthalle. Auch tänzerisch wurde einiges geboten. So performte die Tanzgruppe „Rocking Heartbeat“ des RDC Dingolfing eine magische Geschichte in drei Akten und die Jugendgarde des TV Dingolfing setzte den Schlusspunkt des Abends mit ihrer bis ins Detail choreografierten Darbietung von „Darling – Brillant böse“.
15 weitere Veranstaltungen
Eine so große Veranstaltung funktioniert natürlich nicht ohne den ein oder anderen Patzer. So gab es kleine musikalische Anfangsschwierigkeiten, Verspieler oder etwas unkundige Versprecher in der Moderation, die vom Publikum aber stets mit Humor und einem Schmunzeln entgegengenommen wurden. Einen besonderen Dank richteten die Redner des Abends an das Organisationsteam der Kommunalen Jugendarbeit rund um Regina Hurmer. Sie seien es, die diese Veranstaltungsreihe von der Anmeldung bis zur Durchführung möglich machen und so den Jugendlichen eine Möglichkeit schenken ihre Leidenschaften auch auf einer Bühne ausleben zu können. Den restlichen März bieten die 35. Jugendkulturtage künstlerische Darbietungen bei freiem Eintritt. Nächste Highlights sind beispielsweise das Jazzkonzert des Gymnasiums Dingolfing (11. März), ein Konzert der Städtischen Musikschule (20. März) und das Oberstufentheater „Was ihr wollt“ des Gymnasiums (28. März).