28/11/2025
WORLD TAEKWONDO UNDER 21 CHAMPIONSHIPS - NAIROBI, KENIA VON DACHAU NACH NAIROBI 🇰🇪 ROJA REZAIE TRITT BEI JUNIOREN-WM GEGEN DIE WELTELITE AN
Wenn Anfang Dezember in Nairobi 🇰🇪 die Junioren-Weltmeisterschaften im Taekwondo beginnen, steht für eine deutsche Athletin besonders viel auf dem Spiel: Roja Rezaie. Die 20-Jährige startet in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm, tritt für Deutschland 🇩🇪 an – und bereitet sich seit Wochen mit großer Konsequenz auf ihren Wettkampftag am 4. Dezember vor. Begleitet wird sie dabei von ihrem Heimtrainer Kiyan Karambakshi, der sie in Nairobi während der Weltmeisterschaft vor Ort betreuen wird.
Die Titelkämpfe in Kenias Hauptstadt sind mehr als nur ein weiteres Turnier im dicht gefüllten Taekwondo-Kalender. Das Organisationskomitee hat die Veranstaltung unter das Motto „Taekwondo Values for Climate Action“ gestellt – Taekwondo-Werte im Dienst des Klimaschutzes.
Die klassischen Prinzipien des Sports – Höflichkeit, Integrität, Durchhaltevermögen, Selbstkontrolle und unbeugsamer Wille – werden bewusst mit einer Botschaft verknüpft, die weit über die Matte hinausreicht: Athletinnen und Athleten sollen nicht nur um Medaillen kämpfen, sondern auch Verantwortung für den Planeten übernehmen.
So sollen die Wettkämpfe nicht nur sportlich, sondern auch inhaltlich Zeichen setzen. In Nairobi wird es etwa Aktionen geben, bei denen Athletinnen, Athleten und Besucher Bäume pflanzen können, um Kenias ambitioniertes Ziel zu unterstützen, bis 2032 rund 15 Milliarden Bäume zu setzen. Auch beim Transport denkt das Organisationskomitee weiter: Eine Flotte von Elektrofahrzeugen soll den CO₂-Fußabdruck der Veranstaltung senken. Die WM soll so nicht nur sportlich Spuren hinterlassen, sondern auch als Beispiel dienen, wie große Sportereignisse umweltbewusster gestaltet werden können. Nairobi, die dynamische, junge Metropole Ostafrikas, bietet dafür den passenden Rahmen.
Roja Rezaie gehört seit Jahren zum festen Kern der deutschen Taekwondo-Spitze. Ihre Vita ist beeindruckend: Kadetten-Europameisterin 2017, EM-Bronze 2019, neunfache Deutsche Meisterin und zahlreiche Medaillen bei internationalen Ranglistenturnieren. Ende 2024 wechselte sie offiziell zum ASV Dachau, wo sie seither ihren Heimverein hat und von Reinhard Langer und Kiyan Karambakhschi betreut wird. Seitdem hat die Nationalkader-Athletin & Sportsoldatin ihre Erfolgsserie fortgesetzt. 2025 gewann sie unter anderem Bronze bei den German Open in Hamburg, einem sehr stark besetzten Weltranglistenturnier, und machte dabei erneut deutlich, dass sie im internationalen Feld vorne mitmischen kann.
Den Großteil ihres Trainings absolviert Roja am Bundesstützpunkt in Nürnberg, wo sie gemeinsam mit dem Bundestrainer der Damen sowie der Bundeswehr trainiert. Die Schwerpunkte und Trainingsinhalte werden dabei eng mit ihren Heimtrainern Kiyan Karambakshi und Reinhard Langer abgestimmt, sodass Vereins- und Bundestraining nahtlos ineinandergreifen und sie optimal von beiden Strukturen profitieren kann.
Der Blick nach Nairobi wird am ASV seit einigen Wochen von einem Ziel bestimmt: Roja soll am 4. Dezember ihre bestmögliche Leistung abrufen können. Dazu wurde das Training schrittweise in Richtung WM-Anforderungen angepasst: mehr Sparring, höhere Intensität, kürzere Regenerationszeiten zwischen den Runden – ganz im Stil eines langen Turniertages.
Ein wichtiger Baustein war dabei ein Trainingsaufenthalt in Griechenland, wo Roja für eine Woche bei einem lokalen Leistungszentrum trainierte. Dort konnte sie sich mit vielen Athletinnen messen, verschiedene Kampfstile studieren und sich an wechselnde taktische Anforderungen gewöhnen. Solche Einheiten sind im modernen Leistungssport fast unverzichtbar: Wer eine Weltmeisterschaft bestreiten will, muss nicht nur seine „Hausgegnerinnen“ kennen, sondern auch überrascht werden dürfen – idealerweise im Training, nicht erst im Turnier.
Hinzu kommt ein technischer Aspekt, der die WM zusätzlich besonders macht: In Nairobi wird erstmals mit einem neuen elektronischen Wertungssystem gekämpft. Während ein Systemwechsel im ersten Moment Unsicherheit erzeugen kann, hat Rojas Team früh reagiert. Bereits in der Vorbereitung wird gezielt mit dem neuen System gearbeitet – von der Anpassung der Schlagschärfe und des Treffertimings bis hin zur Distanzarbeit und Kickauswahl. Ziel ist, dass sie am Wettkampftag nicht nur taktisch, sondern auch technisch optimal auf die elektronische Wertung eingestellt ist.
Die Klasse bis 57 Kilogramm gehört traditionell zu den am stärksten besetzten Kategorien. Hier treffen Athletinnen aus klassischen Taekwondo-Nationen wie dem Iran, Mexiko, Türkei oder Spanien auf starke europäische, afrikanische und asiatische Gegnerinnen. Roja bringt in dieses Feld einen Mix aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial mit: Sie hat bereits Welt- und Europameisterschaften in jüngeren Altersklassen erlebt, zugleich zeigen die jüngsten Ergebnisse, dass sie noch immer deutliche Fortschritte macht.
Am Ende wird in Nairobi nicht nur die Frage im Raum stehen, wie weit der Weg durch die KO-Runden führt. Genauso spannend ist die sportliche Standortbestimmung: Wie schlägt sich Roja im direkten Vergleich mit den stärksten Athletinnen ihrer Generation – und welche Schlüsse wird sie und ihr Umfeld daraus ziehen können?
Heimtrainer Kiyan Karambakhschi findet dafür klare Worte und macht keinen Hehl aus den Ambitionen für Nairobi:
„Roja bringt viel internationale Erfahrung mit – und wir fliegen nicht nach Nairobi, um einfach nur dabei zu sein. Unser Ziel ist unmissverständlich: Wir wollen eine Medaille, wir wollen den Titel. Uns ist bewusst, dass wir bei einer Weltmeisterschaft auf die absolute Spitze treffen, aber genau dafür hat Roja in den letzten Monaten gearbeitet. Wir bereiten uns nicht auf ’gute Kämpfe‘ vor, sondern darauf, die Besten der Welt zu schlagen. Am Ende entscheidet der Tag – aber wir reisen nach Nairobi mit dem Anspruch, ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können.“
Für Roja ist es die Chance, sich in einem globalen Feld zu beweisen, ihren eigenen Weg im Leistungssport weiterzugehen – und dabei Teil eines Events zu sein, das einen größeren Anspruch verfolgt. Wie weit dieser Weg in Nairobi führt, ist offen. Dass ihr Start dort ein weiterer wichtiger Meilenstein ihrer Karriere ist, steht schon jetzt fest.
Roja, wir drücken dir für die Junioren-WM in Nairobi alle Daumen – viel Erfolg, bleib gesund, kämpfe mutig 🥋🇩🇪🌍