27/01/2026
Es ist komplex und schafft Möglichkeiten 🙏
In Diskussionen über Trauma hören wir immer wieder den Satz: „Trauma ist im Nervensystem gespeichert.“
Das ist nicht falsch. Aber es ist deutlich zu kurz gegriffen.
Wenn wir differenzieren, zeigt sich ein komplexeres Bild:
Ein nicht integriertes Schockerlebnis führt meist zu einer PTBS.
Wiederholte belastende Erfahrungen sowie Unter- oder Überentwicklung von Fähigkeiten zu Entwicklungstrauma – mit den bekannten blinden Flecken im Erleben und Handeln.
Die Kombination von beidem wird als KPTBS beschrieben.
Das Nervensystem spielt dabei funktional eine zentrale Rolle. Es vermittelt, reguliert, schützt, dämpft oder mobilisiert, je nach Situation und verfügbarer Kapazität.
Wenn Trauma jedoch ausschliesslich als Phänomen des Nervensystems verstanden wird, bleiben wichtige Entwicklungsaspekte unsichtbar – denn unsere Erfahrungen sind nicht nur neuronal gespeichert:
Nicht integrierte traumatische Erfahrungen zeigen sich sehr spezifisch in der Muskulatur und den Faszien – als Über- oder Unteraktivität, als fehlende Differenzierung und Ansteuerbarkeit, als eingeschränkte Anpassungsfähigkeit. Und dies in verschiedenem Ausmass und in unterschiedlichen Kombinationen.
Es ist eben komplex.
Aus diesen unterschiedlichen Kombinationen von hypo- und hyperreaktiver Muskulatur entwickeln sich sowohl schützende Charaktereigenschaften als auch eingeschränkte, spürbare Verhaltens- und Handlungsoptionen. Bei NSTI® nennen wir dieses körperpsychologisdche Phänomen ‘psychomuskuläre Muster’.
Die Integration von traumatischen Prägungen passiert also nicht abstrakt oder nur auf Nervensystemebene, sondern erfolgt konkret über bewusster werdende körperpsychologische Erfahrung.
Diese differenzierte Perspektive erweitert erweitert den therapeutischen Handlungsspielraum.
Schritt für Schritt können Fähigkeiten so (wieder) zugänglich werden, die in der frühen Entwicklung nicht ausreichend angeschlossen werden konnten – und von denen Betroffene gar nicht wussten, dass es sie gibt!
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