07/06/2026
Ablehnung ist ein Gefühl. Erniedrigung ist eine Handlung.
Heute habe ich nach langer Zeit wieder eine ganz andere Art von Ablehnung gespürt.
Ein Mensch, den ich nicht kenne. Ein Mensch, mit dem ich nie ein Gespräch geführt habe. Ein Mensch, dem ich nie etwas getan habe.
Und trotzdem kamen Sätze wie: „Ich hasse dich.“, „Du nervst mich.“, „Ich mag dich nicht.“
Einfach nur wegen meiner Anwesenheit.
Vielleicht verstehen manche Menschen nicht, was Worte anrichten können. Vielleicht ist Respekt für viele inzwischen nur noch ein Wort. Aber ich verstehe nicht, was mit unserer Gesellschaft passiert ist, dass man jemanden, den man nicht einmal kennt, öffentlich so behandeln kann.
Ich bin eigentlich ein offener Mensch. Oder zumindest war ich das einmal. Doch über die Jahre haben mich viele Erfahrungen vorsichtiger gemacht. Immer wenn ich mich geöffnet habe, gab es irgendwo wieder einen verbalen Schlag ins Gesicht.
Trotzdem habe ich in letzter Zeit Menschen gefunden, mit denen man einfach mal zusammensitzt, redet und den Abend genießt. Umso mehr hat mich heute getroffen, was passiert ist.
Nicht, weil ich die Meinung dieser Person brauche. Nicht, weil ich möchte, dass mich jeder mag.
Sondern weil ich nie verstehen werde, warum manche Menschen glauben, dass ihre Abneigung ihnen das Recht gibt, andere zu verletzen.
Man muss nicht jeden mögen.
Aber zwischen „Ich mag dich nicht“ und „Ich hasse dich“ sollte immer eine Grenze liegen.