Vertikale Hammer - Wanderungen

Vertikale Hammer - Wanderungen Mehr als 100 Klettersteige (meist) in Frankreich werden hier zu einem Klettersteigführer zusammengefasst. Alle aus eigener Erfahrung beschrieben und bewertet.

http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com/blog/derpriorathammer/einmal-ins-priorat-und-zurueck-2023-04-05-2023-2-teil-...
24/07/2023

http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com/blog/derpriorathammer/einmal-ins-priorat-und-zurueck-2023-04-05-2023-2-teil-95/

Ein toller Klettersteig in den Pyrenäen (spanisch - katalanische Seite).

Der Klettersteig „Cami Vertical Serra de les Canals“ wurde im Jahr 2019 gebaut und 2020 eröffnet. Die Felswand, in der er hinauf führt, sieht bereits von Weitem, wenn man aus Richtung Lerida auf Oliana zu fährt, sehr eindrucksvoll aus. Er führt uns bis zum weithin sichtbaren Gipfelkreuz hina...

Mit dem Erlebnissportverband Apricus e.V.  am ersten Aprilwochenende nach Decin...
23/03/2023

Mit dem Erlebnissportverband Apricus e.V. am ersten Aprilwochenende nach Decin...

Das Beste, was Andorra an Klettersteigen zu bieten hat...Via Ferrata dels Racons und Via Ferrata del Canal de Grau - 2 P...
16/06/2022

Das Beste, was Andorra an Klettersteigen zu bieten hat...

Via Ferrata dels Racons und Via Ferrata del Canal de Grau - 2 PDF´s jetzt abrufbar...

Und ein paar Fotos zum Anfüttern...

15/06/2022

Neues Material für meinen Klettersteigführer, wir bleiben noch in Andorra, besser gesagt in Canillo.

Heute gibt es die PDF´s für den Roc del Quer und den Canal de la Mora. Beide habe ich zwar mehrmals gestiegen, aber in der Zeit, bevor ich mit Digitalkamera unterwegs war.

Daher sind beides nur Beschreibungstexte mit dennoch viel Info für die, die sich für Klettersteiggehen in Andorra interessieren.

Die beiden Steige (Roc del Quer rauf, Canal de la Mora runter) waren übrigens die ersten Klettersteige im Ausland für mich überhaupt. Und der Roc del Quer ist quasi der Steig, der mich angefixt hatte in den 90ern.

Neue PDF-Dateien für meinen Klettersteigführer sind abrufbar. Diesmal geht es nach Andorra, genauer in das Klettersteigp...
15/06/2022

Neue PDF-Dateien für meinen Klettersteigführer sind abrufbar.

Diesmal geht es nach Andorra, genauer in das Klettersteigparadies von Canillo.

Fertig ist das PDF zu den beiden Via Cables (mit einigen netten Fotos) und ein PDF zur Abseilschlucht Grau de Torrents (nur Beschreibungstext).

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(63) – Montag, 26.07.2021Wir bauen fix die Zelte ab und beschließen,...
11/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(63) – Montag, 26.07.2021

Wir bauen fix die Zelte ab und beschließen, einige Kilometer später im Wald auf einem Picknickplatz zum Frühstück anzuhalten, es hat auf unserem Platz gleich am frühen Morgen eine unerbittliche Sonne...

Wenige Kilometer unterhalb vom Col de la Schlucht nehmen wir dann das letzte Frühstück dieser Tour zu uns.

In Colmar gibt es dann noch einen Einkaufsstopp, wegen der Maskenpflicht in Frankreich in diesem Jahr weniger ausführlich als sonst üblich, ich ramsche nur fix einiges an frischen Sachen wie Geflügel und Gemüse zusammen, denke an Brot und ein wenig an Lebensmittel für die ersten Tage in Deutschland. Das übliche ausführliche durch die Gänge schlendern muss entfallen.

Aufgrund der Bau-Situation und den Staus um Strasbourg halten wir dann direkt auf die deutsche Grenze zu, die wir dann bei Neuf-Breisach erreichen. An der Wiedereinreise nach Deutschland hindert uns niemand, in Breisach tanken wir an der Grenze gleich voll und fahren dann rheinseitig am Kaiserstuhl vorbei auf die Autobahn zu.

Auffällig ist, dass in jedem kleinen Popeldorf in Deutschland groß ein Testzentrum ausgewiesen ist. In Frankreich haben wir nirgends eines gesehen. Und wir haben Glück, uns nicht diesem zusätzlichen Stress aussetzen zu müssen, schon eine Woche später hätten wir ohne Test bei Strafe nicht wieder einreisen dürfen, das hätte also unendlichen zusätzlichen Sackgang bedeutet und vielleicht sogar Kosten...

Am Ende haben wir mit dem kurzen Zeitfenster ohne jegliche Restriktion im Sommer 2021 einfach alles richtig gemacht. Auch wenn es durch das Maske tragen in Frankreich anstrengender war als noch 2020, aber es war insgesamt dann doch besser als sprichwörtlich in die hohle Hand geschissen...

Und es gab wenigstens ein paar schöne Tage in diesem chaotischen Jahr. Niemand weiß, wie es weiter gehen wird in 2022. Aber 2021 haben wir noch einmal das Beste draus gemacht...

Der Rest ist fahren, fahren, fahren... Kurz vorm Dunkel werden erreichen wir Leipzig, vor Mitternacht bin auch ich dann zu Hause...

Ich danke allen Lesern für die Treue und hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen...

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(62) – Sonntag, 25.07.2021 – Teil 2In Ornans starten wir nun durch, ...
11/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(62) – Sonntag, 25.07.2021 – Teil 2

In Ornans starten wir nun durch, Strecke machen, auch wenn wir heute noch auf kleinen Straßen bleiben, zumindest sollen die Augen noch was von der Landschaft mitbekommen, während wir Auto fahren.

Wir haben Glück, von weiteren Umleitungen wegen der Starkregenfälle verschont zu bleiben. Zwar ist der Doubs mehr als randvoll, aber die Straße bei Baume-les-Dames und die dortige Brücke über den Fluss sind hoch genug.

In Villersexel halten wir an, weil wir Hunger haben. Einen Picknickplatz im Schatten hatten wir nicht gefunden bislang. Wir machen einen kleinen Bummel durch das Städtchen, welches ein bedeutender Schauplatz im Krieg 1870/71 war, schauen uns das Schloss von außen und die Kirche von innen an. Zu Essen indes bekommen wir nichts außer Eis... Außer einer Eisdiele ist in diesem Ort alles zu am Sonntag nachmittag.

An Lure fahren wir vorbei, wenig später erreichen wir bereits die Ausläufer der Vogesen und die Landschaft wird wieder schöner. Aber erst als wir am Col de Oderen sind, finden wir endlich einen späten Platz fürs Picknick. Eigentlich könnten wir gleich hier zum Biwakieren bleiben, der Platz ist recht schön, aber ich will noch hinauf auf die Route de Crête. Was heute noch gefahren wird, muss morgen nicht gefahren werden...

Ab Kruth haben wir dann noch einmal eine respektable Bergstraße zu fahren, um beim Le Markstein auf die Höhenstraße der Vogesen zu kommen. Diese Fahrt bis zu unserem Biwakplatz genießen wir landschaftlich noch mal so richtig.

Hier oben wird es noch mal richtig kühl am Abend. Was letztlich dazu führt, dass wir gar nicht all zu lange draußen ausharren, sondern bald in die Zelte kriechen. Die letzte Nacht unserer Tour...

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(61)  – Sonntag, 25.07.2021 – Teil 1Wir genießen den Morgen hoch übe...
11/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(61) – Sonntag, 25.07.2021 – Teil 1

Wir genießen den Morgen hoch über Arbois, ein sehr großer herrenloser Hund kommt uns begrüßen, langsam legt er sich immer näher zu uns und wartet, ob wir ihn vielleicht rufen... Irgendwann verschwindet er so lautlos, wie er gekommen ist.

Die Leute im Wohnwagen, die auch hier übernachtet haben, haben auch Hunde, aber kleine. Sie winken uns zu, als wir aufbrechen, unterhalten haben sie sich nicht mit uns, vielleicht dachten sie, wir könnten kein französisch...

In Montigny-les-Arsures will ich explizit noch nach einem Vin Jaune und natürlich nach Trousseau-Weinen schauen, wird das Dorf doch als „Capitale de Trousseau“ bezeichnet. Gerne wäre ich mal wieder zu Michel Gahier gegangen, aber hier ist niemand zu Hause. Zu wem also – zu Frederic Lornet oder zu Lucien Aviet???

Ich entscheide mich für die Cave de Bacchus, wie die Aviets ihr Weingut bezeichnen, da war ich schon länger nicht mehr. Eigentlich aber hätte man wohl beide besuchen müssen. In der Beschränkung jedoch liegt die Kunst. Ich bekomme, was ich will und bin nun auch mit der Jura – Weinausbeute für dieses Jahr zufrieden.

Wir füllen noch unsere Wasserflaschen auf – an den Brunnen hier steht überall der Hinweis, man solle sparsam mit dem Wasser sein und im Zweifelsfalle besser auf die Weine des Ortes zurück greifen...

Wir müssen wegen der gesperrten Straße noch mal kurz auf die Schnellstraße, ehe wir dann nach Nans-sous-Ste.Anne ins Gebirge hinein fahren. In Salins-les-Bains kaufen wir die Lebensmittel für den Tag ein und werden quasi mit dem Besen aus dem Supermarkt gefegt, da hier nur vormittags geöffnet ist. Aber wenigstens können wir gleich auch noch tanken und ein Brot ergattern wir auch noch beim Bäcker.

In Nans-sous-Ste.Anne finden wir endlich auch ein nutzbares WC und leisten uns noch ein tolles Eis aus der örtlichen Molkerei. Auch ein Käse im Stil eines Mont d´Or will unbedingt noch mit nach Deutschland.

Jetzt müssen wir erkennen, dass auch unsere Straße in Richtung Ornans ein Opfer der Regenfälle geworden ist und wir können nichts weiter tun, als der Umleitung zu folgen. Da es hier aber überall auch noch recht schön ist, nehmen wir das ohne großen Groll in Kauf.

Inzwischen knallt die Sonne wieder unerbittlich. Für den Klettersteig in Ornans, den ich noch einmal machen will, um Fotos davon zu bekommen, brauche ich für das Auto unbedingt einen Schattenparkplatz wegen der vielen Käse und anderen Lebensmittel, die inzwischen in den Kühltaschen sind.

Den Klettersteig in Ornans habe ich schon mal vor ca. 20 Jahren gemacht, zu einer Zeit, in der ich noch ohne Digitalkamera unterwegs war, es war neben dem Steig von Nans-sous-Ste. Anne und den steigen in Canillo in Andorra einer der ersten, die ich überhaupt gemacht hatte – inzwischen gibt es hier sogar eine Erweiterung, die allerdings im Bereich ED (extremement difficile = extrem schwierig) ist und von der behauptet wird, es sei so mit das Schwerste, was man in Frankreich machen könne, man braucht eine extrem gute Kondition und extreme Unterarmkraft. In diesen Abschnitt würde ich wohl alleine nicht einsteigen, sondern nur mit jemandem, der mir u.U. Sicherungshilfe geben könnte. Für manches fühle ich mich inzwischen doch zu alt. Und in den letzten zwei Corona-Jahren hat auch die Gesamtform deutlich abgenommen, das muss ich so konstatieren.

Aber mir bleibt heute sogar der einfache Steig verwehrt, nirgends finde ich einen Parkplatz im Schatten und das Auto zwei Stunden plus in die pralle Mittagssonne zu stellen, halte ich für keine gute Idee.

Also muss ich die letzte Aktivität dieser Tour wetterbedingt canceln... Ein Trost bleibt – nicht nur das Auto hätte die volle Hitze-Breitseite abbekommen, auch ich im Steig...

Also Heeme!!!

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(60) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 3Die Mutter von Didier Grappe in S...
08/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(60) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 3

Die Mutter von Didier Grappe in St. Lothain erkennt mich natürlich wieder, aber sie hebt ratlos die Hände:“Rien des vins – desolé... Ni une bouteille...“ Ich erfahre, dass die letztjährige Ernte so katastrophal schlecht war, dass es wirklich reinweg gar nichts mehr gibt, nicht mal mehr ein paar Fläschchen für gute langjährige treue Kunden...

Dass es gerade wieder einmal mehr anfängt zu regnen, untermauert die schreckliche Botschaft geradezu... Immerhin hat Didiers Mutter noch einen Tipp für mich, ich solle es mal bei Dominique Grand probieren, im Maison de la Rose.

Gesagt, getan. Geklingelt...

Und tatsächlich, mir wird geöffnet. Und ich darf erfahren, dass es neben Didier Grappe am Ort noch andere extreme Freaks gibt. Ursprünglich gehörte Dominique Grand zu den Fils aus Passenans, aber er zog es vor, in St. Lothain sein eigenes Ding zu machen, seit 2009 werden seine 3 ha. biologisch bewirtschaftet.

Auch er ist ein Jünger der Naturweinszene, schwefelt minimal bis gar nicht und kümmert sich um vergessene Rebsorten, wie den roten Béclan, dessen Wein ich natürlich neben etlichen anderen Weinen auch zu probieren bekomme... und hier werde ich dann doch richtig fündig für einige Mitbringsel-Flaschen, im Gegenteil, ich muss aus Platzgründen und aus monetären Gründen zusammen schneiden, zu gut ist das alles, was mir hier vorgestellt wird.

Wir haben auch sofort einen guten Draht miteinander – es ist mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch dort und ich bin dankbar für diese Neuentdeckung, die mir sonst wohl verborgen geblieben wäre. Ich verstaue den neuen Freakstoff erst mal provisorisch, denn noch immer regnet es, auch wenn es so langsam nach lässt.

Wie wir nun auf Arbois zu fahren, hört es auf zu regnen und die Sonne kommt sogar ein wenig durch. Bei Montigny-les-Arsures gibt es den einen oder anderen schönen ruhigen Biwakplatz, wir sehen aber beim Einfahren in das Dorf auch, dass auch hier eine Straße gesperrt ist.

Wir übernachten auf einem schönen Platz mit Aussicht auf Arbois und können sogar im Trockenen nicht nur die Zelte aufbauen, sondern auch kochen und essen. Es gibt eine Morteau Wurst und dazu einen Jura Wein vom Château de Quintigny, wir runden den Tag im Jura also auch kulinarisch ab.

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(59) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 2Einmal mehr halte ich ich Château...
08/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(59) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 2

Einmal mehr halte ich ich Château-Chalon, einem der schönsten Dörfer Frankreichs. Es droht dann doch, ein wenig zu regnen, der Spaziergang durch das alte Dorf muss dennoch sein. Leider habe ich mit den Wunsch-Winzerbesuchen kein Glück dieses Mal, bei meiner Entdeckung Michelle Mutiaux vom letzten Mal ist alles verschlossen und bei Jean Macle steht, dass man nicht klingeln solle, wenn man nicht vorher telefonisch einen Termin vereinbart habe. Das kenne ich von früheren Besuchen so nicht, aber wir haben ja auch dank Corona besondere Bedingungen.

Leider müssten wir für einen Termin aber bis Montag warten, also gibt es dieses Mal keinen Macle . Nachschub.

Zur Verkostung empfangen werde ich bei einem anderen kleinen, mir ebenso bislang aber noch unbekannten Weingut – bei Gabrielle Rizzi. Ich verkoste und befinde den einen und anderen Wein als gut für eine Flasche zum Andenken, auch wenn der Funke nicht ganz so überspringt wie bei der Winzerin um die Ecke...

Beim Spaziergang durchs Dorf flüchten wir vor dem nun einsetzenden Regen auch in das Haus der Weine – leider kann man hier nicht die Weine der Winzer des Ortes kaufen, wie ich es von ähnlichen Etablissements anderer Weinorte kenne, hier kann man nur verschiedene Verkostungen buchen, um etwas über die Weine des Jura zu lernen. Aber lernen muss ich alter Jura-Weinfuchs nichts mehr, also zurück zum Auto und weiter. Die Straße nach Passenans ist gesperrt, jetzt bekommen wir doch die Unwetterauswirkungen zu spüren.

Aber so kann ich in Domblans wenigstens schnell in den Supermarkt springen und Brot wie auch weitere nötige Lebensmittel kaufen.

Das nächste Ziel heißt St. Lothain, vielleicht habe ich ja dort mehr Glück mit dem Weinkauf?

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(58) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 1Während unseres Frühstücks auf de...
08/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(58) – Samstag, 24.07.2021 – Teil 1

Während unseres Frühstücks auf dem Biwakplatz unterhalten wir uns mit Leuten aus der Eifel, die in ihrem Wohnmobil neben anderen hier übernachtet hatten. Sie erzählen uns von den verheerenden Unwettern in Deutschland und auch in Teilen Frankreichs, von denen wir bislang rein gar nichts mitbekommen hatten. Klar hatte es immer mal in und wieder etwas geregnet irgendwo, aber nie so, dass man es mit der Angst hätte zu tun bekommen müssen... Und in unserem Sinne hatte es auch immer zur rechten Zeit geregnet, nie beim Zeltauf- oder -abbau, selten da, wo wir wegen des Kochens oder Essens Probleme bekommen hätten, nirgends so, dass Land unter gedroht hätte...

Umso erstaunter sind wir nun über die vernommenen Nachrichten, was Evi dann doch veranlasst, im Internet zu recherchieren. Auch weil es hieß, wir könnten noch auf der Rückfahrt Probleme bekommen...

Zunächst aber ist unser Problem das einer Toilette, denn der Biwakplatz ist einer der inzwischen wenigen ohne eine solche.

Auf unserer Strecke aber ist erst mal entweder alles zu oder überfüllt, wo wir vorbei kommen, erst wenige Kilometer vor Nantua finden wir ein offenes Café, wo aber auch grade vor uns ein ganzer Trupp Radfahrer einfiel – und es gibt nur eine Toilette gemeinsam für Männlein und Weiblein... Während wir am Tag zuvor das beste WC des Urlaubs gekürt hatten, müssten wir heute das Übelste benennen, Details erspare ich mir...

Hinter Nantua kommen wir dann auf die Strecke, die wir bereits vom Hinweg kannten, bis an den Stausee Lac de Vouglans nehmen wir denselben Weg, erst am Abzweig in Richtung Meussia verlassen wir das schon gefahrene Stück wieder und es geht weiter in Richtung Orgelet.

Über kleine Dörfer halten wir nun auf meine Lieblingskäserei im Jura zu, in den letzten Jahren bin ich öfter genau diese Strecke ins Jura gefahren. Meist aber später am Tag.

Heute kommen wir aber genau zur Unzeit in Granges-sur-Baume an, die Käserei macht drei Stunden Mittagspause und wir kommen so ziemlich in der Mitte dieses Zeitfensters hier an.

Natürlich schauen wir uns die Standard – Aussicht an, Evi ist begeistert und auch ich kann mich immer wieder daran erfreuen, aber anderthalb Stunden damit zubringen? Picknick wäre jetzt auch eine doofe Idee, denn es mangelt uns an Brot, wir hatten auch noch nicht bei einem Supermarkt oder Bäcker gehalten.

Zum Glück entdecken wir das Restaurant neben der Dorfkirche und sehen, dass es offen ist, allerdings bietet man uns hier leider auch nichts warmes mehr an. Aber eine gemischte Käse- und Wurstplatte mit einer guten Salatbeilage können wir bestellen und man gibt sich dann doch Mühe, uns gehörig zu verwöhnen, indem man im Salat einige kleine Köstlichkeiten unterbringt. Ich gönne mir dazu ein Glas vom Ganevat, Evi bevorzugt ein lokales Bier.

Auch für einen Blick in die Dorfkirche ist noch Zeit, dann aber – oh weh, steht vor der Käserei bereits eine Menschenschlange... Zum Glück aber gehört ein Teil der Leute zusammen und nicht alle gehen in den Laden. So sind wir dann doch schneller dran und ich schlage noch einmal gehörig zu, aber auch Evi kommt mit viel mehr aus dem Laden, wie sie eigentlich kaufen wollte...

Käse habe ich schon mal, nun müsste ich mich mal um Wein kümmern...

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021(57) – Freitag, 23.07.2021 – Teil 3Während ich meinen letzten Alpen-...
07/09/2021

„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021

(57) – Freitag, 23.07.2021 – Teil 3

Während ich meinen letzten Alpen-Klettersteig für diese Tour gemacht habe, machte Evi einen Spaziergang hinunter in den Weiler Levassaix und bringt uns davon einige Fotos mit.

Anschließend ist frisch machen angesagt und ich verabschiede mich von den durchgeschwitzten Klettersteig-Klamotten. Wir treten „geputzt“ die Rückfahrt an – nun heißt es, Abschied von den Alpen zu nehmen.

Allerdings haben wir noch ein paar kleinere Pässe in den Vorgebirgen vor uns. Zunächst nehmen wir von Albertville eine hübsche kleine Straße hinauf zum Col de Tamié.

Wir machen einen Abstecher zum gleichnamigen Kloster – nicht nur des berühmten Käses wegen, der natürlich auch mit eingepackt wird. Auch ein Stück Butter vom Kloster muss für mich mit nach Deutschland, während Evi bei den geistigen Getränken fündig wird. Der Laden des Klosters führt nicht nur die eigenen Produkte, sondern auch Produkte befreundeter Klöster und anderer regionaler Hersteller. Wir besichtigen auch die recht düster wirkende imposante, aber karge Klosterkirche.

Über Faverges und Serraval und einige weitere Pässe, die aber wie schon der Col de Tamié nicht mal 1.000 m überschreiten gelangen wir nach Thônes, wo wir unseren obligatorischen großen Alpenkäsekauf machen. Auch der mir seit Jahren wohlbekannte Supermarkt im Nachbarort wird aufgesucht, vor allem wegen der Biere von der Mont-Blanc – Brasserie. Gab es in den letzten Jahren immer ein neues Bier zu entdecken, so finde ich dieses Jahr insgesamt vier mir noch unbekannte Biere neben den ganzen Klassikern. Da muss natürlich einiges eingepackt werden.

An Annecy vorbei fahren wir anschließend bis kurz vor Frangy. Hier baden wir in der Schlucht der Usses, ehe wir den Trangia bemühen. Zum Essen gibt es den 2017er Solà Fred von der Kooperative El Masroig aus dem Montsant, der viel Spaß für kleines Geld bringt. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.

Der Biwakplatz ist recht belebt, allerdings sind wir die einzigen mit Zelten, alle anderen schlafen in Wohnmobilen. Eine Gruppe Jugendlicher aus den umliegenden Dörfern feiert hier heute eine Party und sie bringen uns etwas zu trinken vorbei, um sich für den Lärm (der aber gar nicht so schlimm sein wird) zu entschuldigen. Evi denkt noch, die Jugendlichen wollten sie veralbern, weil sie was von Boulé – Spielen erzählten, aber tatsächlich, mit Einbruch der Dunkelheit bauen sie eine Flutlichtanlage auf und spielen Boulé. Wir werden eingeladen, mit zu spielen, Evi ist aber schon recht müde, so gehe ich dann alleine rüber und werde sofort mit typischer Gastfreundschaft empfangen und in die Mitte der Jugendlichen aufgenommen.

Als sie ihr laufendes Spiel beendet haben, werde ich mit integriert in eine der beiden Mannschaften. Ich habe schon ewig nicht mehr gespielt, aber ich finde mich gut rein und erziele sogar den ersten Punkt für unsere Mannschaft, als ich meine Kugel direkt neben dem Schweinchen platzieren kann und niemand sie weg stoßen kann. Der Jubel ist natürlich noch größer, als ich in ähnlicher Manier später auch den entscheidenden Siegpunkt hole...

Ich fühle mich wohl in der Gruppe und auch Corona ist plötzlich ganz weit weg, alles ist wie immer, wenn man bei Franzosen herzlich aufgenommen wird. Auch die Verabschiedung... „trois – ici on fait trois bises a chaques-une“.

Vive la France!

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