11/09/2021
„Auf der Flucht“ – Klettersteig – Reisetagebuch 2021
(61) – Sonntag, 25.07.2021 – Teil 1
Wir genießen den Morgen hoch über Arbois, ein sehr großer herrenloser Hund kommt uns begrüßen, langsam legt er sich immer näher zu uns und wartet, ob wir ihn vielleicht rufen... Irgendwann verschwindet er so lautlos, wie er gekommen ist.
Die Leute im Wohnwagen, die auch hier übernachtet haben, haben auch Hunde, aber kleine. Sie winken uns zu, als wir aufbrechen, unterhalten haben sie sich nicht mit uns, vielleicht dachten sie, wir könnten kein französisch...
In Montigny-les-Arsures will ich explizit noch nach einem Vin Jaune und natürlich nach Trousseau-Weinen schauen, wird das Dorf doch als „Capitale de Trousseau“ bezeichnet. Gerne wäre ich mal wieder zu Michel Gahier gegangen, aber hier ist niemand zu Hause. Zu wem also – zu Frederic Lornet oder zu Lucien Aviet???
Ich entscheide mich für die Cave de Bacchus, wie die Aviets ihr Weingut bezeichnen, da war ich schon länger nicht mehr. Eigentlich aber hätte man wohl beide besuchen müssen. In der Beschränkung jedoch liegt die Kunst. Ich bekomme, was ich will und bin nun auch mit der Jura – Weinausbeute für dieses Jahr zufrieden.
Wir füllen noch unsere Wasserflaschen auf – an den Brunnen hier steht überall der Hinweis, man solle sparsam mit dem Wasser sein und im Zweifelsfalle besser auf die Weine des Ortes zurück greifen...
Wir müssen wegen der gesperrten Straße noch mal kurz auf die Schnellstraße, ehe wir dann nach Nans-sous-Ste.Anne ins Gebirge hinein fahren. In Salins-les-Bains kaufen wir die Lebensmittel für den Tag ein und werden quasi mit dem Besen aus dem Supermarkt gefegt, da hier nur vormittags geöffnet ist. Aber wenigstens können wir gleich auch noch tanken und ein Brot ergattern wir auch noch beim Bäcker.
In Nans-sous-Ste.Anne finden wir endlich auch ein nutzbares WC und leisten uns noch ein tolles Eis aus der örtlichen Molkerei. Auch ein Käse im Stil eines Mont d´Or will unbedingt noch mit nach Deutschland.
Jetzt müssen wir erkennen, dass auch unsere Straße in Richtung Ornans ein Opfer der Regenfälle geworden ist und wir können nichts weiter tun, als der Umleitung zu folgen. Da es hier aber überall auch noch recht schön ist, nehmen wir das ohne großen Groll in Kauf.
Inzwischen knallt die Sonne wieder unerbittlich. Für den Klettersteig in Ornans, den ich noch einmal machen will, um Fotos davon zu bekommen, brauche ich für das Auto unbedingt einen Schattenparkplatz wegen der vielen Käse und anderen Lebensmittel, die inzwischen in den Kühltaschen sind.
Den Klettersteig in Ornans habe ich schon mal vor ca. 20 Jahren gemacht, zu einer Zeit, in der ich noch ohne Digitalkamera unterwegs war, es war neben dem Steig von Nans-sous-Ste. Anne und den steigen in Canillo in Andorra einer der ersten, die ich überhaupt gemacht hatte – inzwischen gibt es hier sogar eine Erweiterung, die allerdings im Bereich ED (extremement difficile = extrem schwierig) ist und von der behauptet wird, es sei so mit das Schwerste, was man in Frankreich machen könne, man braucht eine extrem gute Kondition und extreme Unterarmkraft. In diesen Abschnitt würde ich wohl alleine nicht einsteigen, sondern nur mit jemandem, der mir u.U. Sicherungshilfe geben könnte. Für manches fühle ich mich inzwischen doch zu alt. Und in den letzten zwei Corona-Jahren hat auch die Gesamtform deutlich abgenommen, das muss ich so konstatieren.
Aber mir bleibt heute sogar der einfache Steig verwehrt, nirgends finde ich einen Parkplatz im Schatten und das Auto zwei Stunden plus in die pralle Mittagssonne zu stellen, halte ich für keine gute Idee.
Also muss ich die letzte Aktivität dieser Tour wetterbedingt canceln... Ein Trost bleibt – nicht nur das Auto hätte die volle Hitze-Breitseite abbekommen, auch ich im Steig...
Also Heeme!!!