13/03/2019
Das verletzte innere Kind in uns!
Kindliches Verhalten hat nicht mit Albernheit oder Unbeschwertheit zu tun, höchstens dass man dies auch als Erwachsener sein kann. Es geht um das kindlich geprägte und unreife Verhalten, in welches wir verfallen, wenn jemand unseren wunden Punkt trifft. Immer wenn man sich von irgendetwas oder irgendjemand angegriffen fühlt, mag es sein, dass dies wirklich ein Angriff ist, aber meist ist es eben nicht so. Je nach dem macht derjenige es nicht bewusst oder meint, dass sein Verhalten so richtig ist oder er ist sogar hilflos.
Den Begriff „Arschengel“, den der bekannter Buchautor Robert Betz geprägt hat, finde ich großartig. Denn dieser Arschengel, der mich angeblich angreift, ist derjenige, der dazu dient, dass ich mir meiner wunden Punkte bewusst werde kann. ABER … es ist mein wunder Punkt und hat mit der anderen Person nur indirekt zu tun.
An das Thema inneres Kind in uns, knüpfen sehr viele Methoden oder Theorien aus der Psychologie oder dem Coaching an. Es gibt die Arbeit mit dem inneren Kind, die Transaktionsanalyse zur Verbesserung der Kommunikation, Systemische Therapie oder Ansätze aus der gewaltfreien Kommunikation und vieles mehr.
Grob geht es darum – 3 Ebenen ... die Namen habe ich etwas umbenannt:
- Oberlehrer
- Erwachsen
- Kind
ERWACHSEN heißt nicht, dass man über 18 Jahre alt ist, sondern eher, dass man auf einer neutralen Ebene kommuniziert. Kinder handeln überraschenderweise manchmal so. Es geht um echte Augenhöhe, um Sachlichkeit, Verständnis für den Anderen, Benennen seiner Gefühle, Artikulieren von Bedürfnissen und die Akzeptanz von Ablehnung und der Realität.
KIND Wenn ich in ein kindliches Verhalten wechsle, handelt es sich um Flucht oder Angriff.
In die Flucht gehe ich, nicht nur wenn ich einfach weggehe, sondern wenn ich mich im Stillen ärgere und zurückziehe.
Angriff ist nicht nur Kampf, sondern auch Trotz oder manipulative Spielchen hinter dem Rücken desjenigen einleiten – neudeutsch: „Mobbing“. Oder eben auch, wenn ich in die Oberlehrer-Ebene wechsle.
OBERLEHRER Wenn ich mich auf der Ebene Oberlehrer befinde, schleudere ich mit der Moralkeule und beurteile andere. Ich suche Fehler und kritisiere, stelle mich über die andere Person, belehre und urteile. Dies mag einen kurzfristig Genugtuung bereiten, aber hiermit eröffnet man einen Kampf und langfristig besser geht es einem dabei nicht. So holen dann einem irgendwann die eigenen Fehler ein.
Und nun? werden viele fragen.
Wie bei allem, was ich in meinen Coaching mache, ist der
- erste Schritt, dass BewusstWerden, oft wird einem dann schon klar, wie man das Problem lösen kann.
- Für den zweiten Schritt, werden Methoden angewendet, wie das innere Kind zu trösten und in den Arm zu nehmen, was eher was für uns Frauen ist. Man kann aber auch ganz rational lernen mit den Gefühlen umzugehen und sich klarmachen, dass man nicht mehr das hilflose und abhängige Kind ist. Ich persönlich finde das Fühlen der kindlichen Gefühle wichtig.
- Schritt drei wäre dann langsam sein Verhalten zu beobachten und dann zu ändern, vielleicht mit Methoden der gewaltfreien Kommunikation (Rosenberg). Langsam, weil man nicht einfach alles ändern kann, was man jahrelang gelernt hat.
Es sind kleine Schritte und deren Erfolge, die einen immer weiter in ein bewusstes und glückliches Leben bringen. (PS: niemals wird alles bewusst oder glücklich sein …auch der größte Guru nicht ;-))
Schaut genauer hin … wir spielen ganz oft nur ErwachsenSein!
HG Ingrid Timmler