08/05/2019
STRESS, KRANKHEITEN UND MEDIKAMENTE
In den letzten Jahren wurde viel erforscht bezüglich der Zusammenhänge von Stress, dem Umgang damit und den Auswirkungen auf unser Immunsystem bzw. unser Organismus. Hier konnten viele Punkte nachgewiesen werden, die einigen Medizinern schon aufgefallen waren; dies bereits vor vielen hundert Jahren.
Als Beispiel wurden Anfang des 20sten JH schon unter dem Begriff „Holy Seven“ Krankheiten aufgezählt, die der Psyche zugeschrieben wurden. Diese sind Asthma, Bluthochdruck, Neurodermitis, Schilddrüsenüberfunktion, Magengeschwüre, Dickdarmentzündungen und Rheuma.
Wenn ich dann Klienten höre, die sagen, dass sie Bluthochdruck von ihrem Vater und Großvater geerbt haben und somit nichts dafür können, dann fehlen mir doch manchmal die Worte. (*Ironie on) Im allerweitesten Sinne mag dies genetisch sein, aber nur wenn ich jahrelang das Verhalten vom Vater beobachtet und übernommen habe (*Ironie off) = also erlernt habe und hier wurde inzwischen nachgewiesen, dass sich Genome sehr wohl ändern können.
Wir Menschen nehmen lieber für den Rest unseres Lebens Medikamente, im schlimmsten Fall zusammen mit weiteren entgegenwirkenden Medikamenten, statt ein psychisches Thema zu bearbeiten. Die Ausmaße der Psyche auf den Körper, werden heutzutage immer noch sehr verkannt und solche Zusammenhänge verleugnet.
Ich habe nichts gegen Medikamente, im Gegenteil. Wenn zB bei Bluthochdruck zuallererst die Gefahr für den Körper mit einem Medikament gebannt wird, dann ist dies durchaus sinnvoll, um dann etwas gezielt im Leben gegen den Bluthochdruck zu unternehmen.
Oder wenn jemand sich in einer schwer depressiven Phase befindet, muss manchmal einfach ein Antidepressivum gegeben werden. Dies nicht, damit der Mensch einfach wieder für unsere Gesellschaft funktioniert, sondern um den Anfang für die weitere psychotherapeutische Behandlung machen zu können. Dies mit dem Ziel, irgendwann die Medikamente absetzten zu können.
Es gibt natürlich Erkrankungen, die eine medikamentöse Behandlung nötig machen oder klassisch medizinisch behandelt werden müssen. Auch bei einem Beinbruch, hilft einem auch keine Psychotherapie, Coaching oder naturheilkundliche Behandlung.
Wichtig bei Psychotherapie und besonders beim Coaching ist die Beobachtung des Klienten, denn hier verbergen sich die unterdrückten Gefühle.
Als Beispiel, die Menschen, die Ärger unterdrücken und in den Kiefer lenken, ohne es zu wissen. Oder die mit dem rechten Bein fortlaufend bremsen, weil ihnen alles zu schnell geht oder sie überfordert sind; und wundern sich über unerklärliche Schmerzen im Bein. Ganz schlimm ist die flache Atmung, die bei ängstlichen Personen die Symptome sogar verstärken können. Hierbei ist eben nicht nur das tiefe einatmen nötig, sondern auch ein langes ausatmen. Wenn das vernachlässigt wird, ist die Lunge eben auch nicht ausreichend gefordert und verliert auf Dauer ihre volle Funktion.
Unser Lieblingswort „Stress“, wird auch vielseitig erforscht. Hier ist aktuell der Stand der Erkenntnisse auch weitestgehend psychisch bedingt. Was man als Stress definiert und wie man darüber denkt, beeinflusst den Stresslevel. Wenn man die Realität des Lebens nicht wahrhaben kann, auf der Suche nach Perfektion, ewigem Glück und Jugend, man sich somit in irgendeiner Form fremdgesteuert fühlt, dann empfindet man alles als Stress. Stress ist normal für „Notsituationen“, aber auch sehr anstrengend für den Körper und wenn man dauerhaft Stress hat, schadet man seinen Körper auf Dauer.
Hier kann man sehr viel für sich, sein erfülltes Leben und seine Gesundheit tun.
Herzliche Grüße
Ingrid Timmler