31/05/2023
🖤😞
Gewaltagsprobleme.
Nun hat die Fußballwelt traurige Gewissheit. Der 15-jährige Junge vom hessischen SV Viktoria Preußen 07 ist tot. Nachdem er zum Fußballturnier fuhr, Spaß und Erfolg haben wollte. Niedergestreckt vom Faustschlag eines 16-jährigen Gegenspielers. Hinterrücks, ohne dass er reagieren konnte. Noch auf dem Platz wurde er reanimiert. Im Krankenhaus hielten ihn nur noch Maschinen am Leben. Gerüchten zufolge war er bereits hirntot. Nun ist es offiziell. Und so unfassbar schockierend. Wie soll eine Familie das verarbeiten, seine Mannschaftskollegen, die dabei waren. Und überhaupt, wie kann es so weit kommen?
Emotionen gehören schon immer zum Fußball. Auch Pöbeleien, Rangeleien. Das haben wir alle schon erlebt. Fast wöchentlich. Das ist Teil des Spiels, Teil der Menschen, des Wettkampfes. Ich selbst habe auch schon zweimal einen Schlag ins Gesicht bekommen. Doch irgendwie konnte ich nicht zurückschlagen. Da spricht eine Stimme in mir, die das nicht möchte. Ein Hauch von Vernunft. Eine automatische Grenze. Doch diese Grenzen, so mein Gefühl, verschieben sich in den letzten Jahren. Die Hemmschwellen werden geringer. Die Brutalität nimmt zu. Im Sport, im Alltag. Der Ton wird rauer. Die Geduldsfäden reißen schneller. Der Respekt schwindet. Woher kommt das? Ist es die ständige Agitation aus dem Social Web? Können die Menschen unsere virtuelle Welt nicht mehr von der realen unterscheiden?
Dieser Junge darf nicht umsonst gestorben sein. Wir alle wissen durch ihn, zu was die Menschen auf dem Fußballplatz in der Lage sind. Und deshalb ist es unsere zukünftige Pflicht, mitzuhelfen, für Frieden auf dem Fußballplatz zu sorgen. Und vor allem für Grenzen.
Ich wünsche allen Angehörigen und Mitspielern viel Kraft für die Verarbeitung. Ich danke allen Rettungshelfern und Ärzten, die alles versucht haben. Auch dieser Junge geht viel zu früh. Mögen ihn Uwe Seeler, Pelé und Maradona dort oben aufnehmen wie ein Enkelkind. Ihn in den Arm nehmen und all den Schmerz nehmen, den er zum Ende seines Lebens hier auf Erden noch erfahren musste. Eine gute Reise, lieber Unbekannter. Die Fußballwelt begleitet dich für diesen Moment. In Gedanken sind wir bei dir.
Viel Spaß dort oben,
dein Henoch Förster