20/05/2026
Du baust mit deinem Team eine Beziehung auf, die Vertrauen heißt. Und genau das überfordert eure Beziehung von Anfang an.
Stell dir Vertrauen mal wie einen Eisberg vor.
Über der Wasseroberfläche liegen die messbaren Dinge. Wer macht was. Wer trägt die Verantwortung. Wer wird informiert. Das kannst du als Führungskraft jederzeit organisieren.
Unter der Wasseroberfläche wird es diffus. Da spielen plötzlich Sympathien, Emotionen und persönliche Projektionen mit rein. Und diesen tiefen, emotionalen Vertrauensraum, den nennen wir den 𝗜𝗻𝗻𝗲𝗿 𝗖𝗶𝗿𝗰𝗹𝗲 𝗼𝗳 𝗧𝗿𝘂𝘀𝘁.
Das sind die wenigen Menschen, denen wir vollkommen vertrauen. Familie, beste Freunde, die Menschen, bei denen wir die Maske fallen lassen.
Wenn du als Führungskraft versuchst, mit jedem im Team genau dorthin zu kommen, dann kann diese Beziehung gar nicht halten, was sie verspricht.
Du selbst kannst nie ganz transparent sein. Dein Gegenüber kann dieser Rolle nicht gerecht werden. Je höher die Erwartung an die Beziehung, desto größer die Enttäuschung, wenn sie nicht erfüllt wird. Und plötzlich steht Misstrauen im Raum, obwohl niemand etwas falsch gemacht hat.
Es gibt einen einfachen Hebel, der diese Falle auflöst.
Ersetze 𝗩𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻 in deinem Wortschatz durch 𝗭𝘂𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲𝗻.
➡️ Du traust deinen Leuten zu, dass sie ihren Job gut machen.
➡️ Du traust ihnen zu, dass sie im Sinne des Unternehmens handeln.
➡️ Du traust ihnen zu, dass sie Verantwortung übernehmen, wenn sie sie bekommen.
Das ist kein distanzierter Umgang mit deinem Team. Das ist ein gesunder. Es nimmt den Druck aus der Beziehungsebene und gibt deinen Leuten den Raum, in ihrer Rolle zu wachsen, ohne dein bester Freund sein zu müssen.
Ein ehrliches 𝗶𝗰𝗵 𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲 𝗱𝗶𝗿 𝗱𝗮𝘀 𝘇𝘂 ist oft viel wertvoller als ein erzwungenes 𝗶𝗰𝗵 𝘃𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝘂𝗲 𝗱𝗶𝗿.
Wo erwischst du dich gerade dabei, dass du eigentlich Zutrauen meinst, aber Vertrauen sagst.
Ich habe dazu auch ein YouTube-Video aufgenommen.