15/04/2026
Ursachen für eine Folge von verwirrenden Interpretationen
Des Öfteren tauchen wieder die alten Begriffe „Schenkel- und Rückengänger“ auf. Zeit also, einmal die Hintergründe zu klären.
Nummer 1 der Grundfragen:
85% der Probleme entstehen durch die natürliche Schiefe, denn sie hat ihre Ursache in der diagonalen Verschiebung des Fluchttieres Pferd.
Wie ist dieser Erfahrungswert zu begründen?
Versuchen wir, wenn wir das Pferd verstehen wollen, einfach zu denken – weg von den unendlich vielen im Internet auftauchenden Erklärungsversuchen.
In der heutigen Zeit werden 85% der Pferde im Bewegungssystem des Fluchttieres eingeritten.
Damit macht man sie zum Schenkelgänger.
Da der tiefe Rumpf kaum eine Wirkung durch den Sitz des Reiters/der Reiterin in dem Maße zulässt, wie es für die Vorwärtsbewegung notwendig wäre, wird zur Lösung der Weg über den Schenkel gesucht und verlangt. Der Reiter arbeitet über den Oberschenkel.
Hier beginnt die enorme Bedeutung des M. Longissimus.
Im natürlichen Bewegungsablauf des Fluchttieres Pferd arbeitet er in drei Teilen (Kopf, Hals, Rücken), um mit dem Steuerelement Hals Bewegungsveränderungen koordinieren zu können.
Das verändert sich schlagartig, wenn die Athletik herausgefordert wird – das schnelle Präsentationsverhalten, wie es Leitstute und Hengst zeigen.
Bei beiden – genetisch tief verankert – entsteht eine kompakte Aufwölbung des Rückens, ein Wegschwingen aus den Gelenken und damit die Grundlage für echte Tragfähigkeit.
Ausbildung bedeutet, diese tiefe Verankerung durch gymnastizierendes Training zu lösen und für den normalen Gebrauch zu entwickeln.
Das ist der einzige Weg zu einem gesunden und leistungsfähigen Partner.
Durch das „Bergauf“ der Bewegung wird der/die Reiter/in mitgenommen und kann über den Sitz die Hinterhand aktivieren.
Der Schenkel sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn das Pferd den Sitz verstanden hat.
Zu viele vereinfachte Methoden.
Zu viele Schnellverfahren.
Zu viele Versprechen schneller Ergebnisse.
Geraderichten ist ohne das Verständnis der diagonalen Verschiebung nicht möglich.
Verantwortung heißt: Ein wenig mehr.
Hier liegt die Ursache für fehlerhafte Interpretationen – wie z. B. die Trageerschöpfung.
Leider wird der, den es am meisten betrifft, nicht gefragt:
Das Pferd.
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