08/11/2024
Wir waren mehr, wir sind mehr!
Liebe Mitglieder, liebe ehemaligen Mitglieder,
die Resonanz auf mein letztes Schreiben an euch war überwältigend, damit haben wir, die Mitarbeiter und ich nicht gerechnet. Aber gut, über die Jahre haben wir fast 6.000 Butzbacher als Mitglieder im Studio gehabt, deutlich über 5.000 habe ich mit der letzten email angeschrieben, mehr als 4.000 waren bestätigte Adressen, rund 4.000 haben die email gelesen - wir sind nun mal sehr viel mehr!
Viele Fragen wurden gestellt, ungläubiges Erstaunen war die Regel, Antworten sollt ihr nun nochmal bekommen, im persönlichen Gespräch war es nicht mit jeder, mit jedem machbar. Die vielen Anfragen via email kann ich, ob der schieren Masse, nicht individuell beantworten,
wir sind einfach viel viel mehr!
Zu unseren Spitzenzeiten, vor Corona, waren wir einmal fast 1.800 Mitglieder im Studio. Ich glaube das sind mehr als alle großen Butzbacher Vereine insgesamt und zusammen an Mitgliedern haben.
Derzeit sind wir noch immer knapp 1.000 Mitglieder, davon sehr viele hervorragend integrierte „Flüchtlinge“ und ja, die werden von Bürgermeister Merle zum 30.04.2025 vor die Tür gesetzt, der Pachtvertrag nicht verlängert, die Sportgrundlage wird euch, wird uns entzogen! Im Gegenzug soll in dem von uns genutzten Hallenbereich wohl ein Handballfeld entstehen und 2 Felder für „dieses 3 gegen 3 Basketball“, das seit der letzten Olympiade gehyped wird.
Wie soll ich sagen:
wir sind definitiv erheblich mehr!
Nein, zu keiner Zeit wurde vom Bürgermeister oder einem Vertreter der Stadt ein Gespräch gesucht um unseren Sport, unser Sportangebot für wirklich viele Butzbacher in irgendeiner Weise konzeptionell zu integrieren. Im Gegenteil, es gab kein Konzept für unseren Hallenbereich, der wurde erst spät und mit heißer Nadel gestrickt. Ich vermute mittlerweile, dass BM Merle mit Muskeltraining/Kraftsport „nichts am Hut hat“, ihm das ganze Thema nicht zugänglich ist, anders ist diese Ignoranz so vielen Butzbacher Sportlern gegenüber nicht zu erklären, denn:
wir sind tatsächlich viele viele mehr!
Nun zu den Fragen bezüglich der Halle insgesamt, schlecht aufgegriffen in einem redaktionellen Beitrag der Butzbacher Zeitung:
Bereits vor 16 Jahren wollten die beiden früheren Besitzer das Grundstück (knapp 12.000 m2) und die Halle verkaufen. Wie Blei stand es für mehr als ein Jahr bei Immobilienscout zu 1,25 Millionen Euro.
Als ich seinerzeit den Pachtvertrag unterschrieb erkundigte ich mich direkt zum Thema Kauf und verhandelte. Erst gegen Ende (ich hätte den Preis gezahlt) offenbarten die Besitzer, dass es sich nur um ein Erbpachtgrundstück handelt. Bekannt ist dies vor allem aus dem Mittelalter und von den beiden großen Kirchen. Hierbei erwarb man kein Eigentum an einem Grundstück, sondern den Besitz auf Zeit (oftmals auf 99 Jahre - allerdings frei verhandelbar). So verhielt es sich auch hier. Erbpachtgeber war die Stadt Butzbach, Das Erbpachtrecht sollte (ich meine mich zu erinnern) 2025 enden, also das Grundstück wieder, auch als Besitz, in das Eigentum der Stadt zurückfallen. Ich bot dann und aus diesem Grund nur noch 750.000,- Euro. Ich wollte in dem Soccer-Bereich ein Kinderland herrichten, ähnlich dem in Großen Linden. Der Aussenbereich ebenfalls als Kinder-Wasserland hergerichtet werden. Die ganz erheblichen Investitionen hätten dann in der Restlaufzeit amortisiert- und ein Gewinn erwirtschaftet werden müssen. Der Preis war den Verkäufern viel zu gering, das Thema damit erledigt.
Im Lauf der Jahre kam es immer mal wieder auf, ich bot jedoch sukzessive immer weniger, schließlich ging das Erbpachtrecht ja auch mehr und mehr seinem Ende entgegen.
Zuletzt verhandelte ich mit einem der Eigentümer (der andere war leider verstorben) vor etwa 7 Jahren. Nun bot ich allerdings nur noch 300.000 Euro bezeichnete mich als einzig möglichen Käufer und die Immobilie ansonsten als unverkäuflich wegen der geringen Restlaufzeit des Erbpachtrechts.
Und nun kommt‘s:
Der Eigentümer hatte es nun auch verstanden und das Problem erkannt. Er ging zur „Stadt“, stellte einen Antrag auf Verlängerung des Erbpachtrechtes und (was ich nie für möglich gehalten hätte) die Verlängerung wurde ihm gewährt. Dies versetzte Herrn Jaksch nun in die Lage einen Käufer zu finden und das Gelände/die Halle zu entweder 700.000 oder 750.000 Euro zu verkaufen.
In diesen Kaufvertrag nun „grätschte“ die Stadt Butzbach, machte von ihrem immer bestehenden Vorkaufsrecht aus „wichtigem Grunde“ gebrauch und erwarb das eigene Grundstück zu vorgenanntem Preis den der Verkäufer nun erhielt. Festzuhalten ist: es ist unser Geld geflossen, wir alle haben das bezahlt und in Kürze hätte die Stadt das Grundstück kostenlos zurück erhalten, wenn, ja wenn diese Erbpachtrecht nicht ohne Not verlängert worden wäre…!
Sollten hierzu weitere Fragen bestehen, wendet euch bitte direkt an Herrn Merle. Wer dies insgesamt so entschieden hat, entscheiden konnte, ich weiß es nicht. Ich habe mehrere Mitglieder aus dem Butzbacher Stadtparlament befragt, diese empfanden den Vorgang als (kann ich nicht zitieren!), keiner sei in den Vorgang, die völlig unnötige Erbpachtverlängerung und den danach erfolgten noch unnötigeren Kauf involviert/eingeweiht gewesen (was ich nicht überprüfen konnte). Offiziell wollte niemand zu dem Thema Stellung beziehen. Jeder wurde zum Thema leise, insbesondere nachdem er verstanden hatte worum es tatsächlich ging.
Wir waren immer viel mehr - wir sind noch immer mehr
und ich gehe am kommenden Sonntag zur Bürgermeisterwahl, nicht zuletzt aus all den vorgenannten Gründen!