28/08/2026
Martin Prossel in der Weltmeistermannschaft mit dem Vorderlader
„In den 35 Jahren in dem ich mit meinen Vorderladern schieße, war dies mein schönster Erfolg, ein unvergesslicher und ergreifender Moment.“ So kommentiert Martin Prossel vom SV Wacker Burghausen den Gewinn des Mannschaftstitels bei der Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen in Eisenstadt/ Österreich.
Vorderlader sind historische Waffen – entweder als Original oder als Nachbau. Neben dem reinen Schießen spielt dabei auch eine penible Vorbereitung eine Rolle: Das richtige Pulver in genau abgemessener Menge sowie absolut sauber gegossene Kugeln aus Blei bilden die Grundlage für ein gutes Ergebnis. Innerhalb von 30 Minuten gibt der Schütze 13 Schüsse ab, von denen die 10 besten gewertet werden. Dazu kommt, dass die vergleichsweise träge fliegenden Geschoße wesentlich empfindlicher auf böigen Wind reagieren als moderne Kugeln.
Wie jeder Starter der deutschen Nationalmannschaft musste Martin Prossel mit verschiedenen Waffen antreten. Die einschüssige Steinschlosspistole, Nachbau englischer oder italienischer Waffen aus dem 18. Jahrhundert, wird bei der WM in der Einzelwertung unter Cominazzo geführt, der Mannschaftswettbewerb unter der Bezeichnung Wogdon. Prossel konnte sich trotz schwieriger Windverhältnisse mit 86 Ringen unter 70 Startern auf Rang 17 platzieren. In der Mannschaftswertung kam das deutsche Team mit Weltmeister Steffen Tuchscheerer (95 Ringe), Martin Prossel (86 Ringe) und Andreas Stock (85 Ringe) mit zusammen 266 Ringen den Titel vor Czechien mit 265 und Spanien mit 261 Ringen.
Von links: Andreas Stock, Martin Prossel, Steffen Tuchscheerer
Foto: DSB
Text: Enders Johannes