27/07/2026
Nach fast 1.200 sm quer durchs Nordmeer ist die Wappen von Bremen letzte Woche in Longyearbyen auf Spitzbergen angekommen. Ein Update von Bord:
Sieben und einen halben Tag haben wir von Tórshavn auf den Färöer Inseln in die größte Stadt Spitzbergens benötigt.
Bei überwiegend Wind aus Südwest war bis zur 7er Bö alles dabei und wir konnten nicht nur Reff 1 bis 3 und Kutterfock, sondern auch den Code Zero zum Einsatz bringen. Zwei Starkwindzonen haben wir erfolgreich ohne große Umwege oder Zeitverluste passiert – die Wettervorhersage war erstaunlich gut. Dabei hat uns die Verbindung zum Internet über Starlink wirklich geholfen 🛜
Los ging es jedoch mit einem zähen Start nach Nord, bis wir die Abdeckung der Faröer endlich hinter uns lassen konnten, mit dem Code Zero beschleunigten und bald die Segel auf Reff und Kutterfock umstellen mussten.
Zwei Tage nach Abreise waren dann endlich alle seefit und der Bordbetrieb lief routiniert ab. Langsam wurde es in den milden Südwest-Luftmassen kühler. Die nächtliche Tageshelligkeit half uns, mit den Nachtwachen umzugehen. Faszinierend, dem Lauf der Sonne mitternachts zu folgen, auch wenn häufig genug Nebel und Wolken die Sonne verbargen.
Die Zeit verflog schnell und endlich erschienen die ersten „Spitzberge“ am Horizont. Bei Einfahrt in den Ijsfjorden frischte es ordentlich auf und es brauchte einige Manöver uns den Weg Richtung Longyearbyen zu bahnen. Am späten Sonntagabend liefen wir dann in den Adventfjörden ein, an dem Longyearbyden liegt.
Wind und Schwell am Schwimmsteg hinderten uns nicht am Anlegen, aber angesichts der Unruhe und starken Bewegung des Schiffes im Schwell, entschieden wir uns dazu, einen geschützten Ankerplatz zu suchen und nach einem Anlegerschluck den wohlverdienten Schlaf anzutreten.
Dienstag haben wir ausgeschlafen und nachlassender Wind aus der richtigen Richtung motivierte uns den Hafen von Longyearbyen erneut anzulaufen und bei moderaten Bedingungen am Schwimmsteg festzumachen 🪢
Nach dem Durchführen von Reparaturen, Duschen, Hafentag und dem Besorgen der vorgeschriebenen Waffen zum Schutz vor Eisbären werden wir am Mittwoch Teil 2 unserer Reise antreten 🐻❄️
Wir waren bis 80 Grad 27 Minuten im Norden, dann kam die Eiskante - dieses Jahr zu südlich für SKWB Rekorde. Deshalb haben wir vorher die Insel Moffen mit Walrosskolonien in gebotenen Abstand umkreist und sind dann zur Eiskante gesegelt: im Sonnenschein mit Blick nach Süden auf Nordspitzbergen, unter Code Zero.
Dann ging es 180 Grad nach Süd, um den Magdalenenfjörd anzusteuern, wo wir in einer idyllischen Ankerbucht lagen und den vorbeitreibenden Grawlern des Gletschers zuschauten.Die Sonne ermutigte einige Crewmitglieder, sich mutig ins lausig kalte Wasser zu begeben 🏊
Nach dem abendlichen „Anker auf“ segelten wir durch die Mitternachtssonne Ny Ålesund entgegen, der nördlichsten Siedlung der Welt. Keine normale Stadt, sondern eine Sammlung von Forschungsstationen mit Forschern aus aller Welt. Nichtsdestotrotz gibt es einen Souvenirshop für Kreuzfahrtpassagiere oder uns Segelnde.
Auf den Tischen vor dem Postamt liegen Kugelschreiber, um Postkarten nicht nur kaufen, sondern auch direkt schreiben zu können. Denn sie werden vom nördlichsten Postamt der Welt mit Sonderstempel versandt 📮
Abends machten wir unseren Lieplatz frei, um mit Flaute und später dem Flautenschieber so langsam wieder Richtung Isford zu segeln. Ein letzter Blick auf treibende Eisblöcke und beeindruckende Gletscher des Kongsfjords, dann segelten wir in eine weitere weiße Nacht.