Teamleistung Führung - Florian Koch

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Führung die wirkt: So entstehen Teams die Verantwortung übernehmen und abliefern

Aus 14 Jahren Profisport – das System für echte Teamleistung in der freien Wirtschaft.

Du hast nur einen Platz für Verantwortung. Nicht zwei.Das ist ein Gedanke, den ich gerade erst für mich sortiere. Aber e...
16/09/2026

Du hast nur einen Platz für Verantwortung. Nicht zwei.

Das ist ein Gedanke, den ich gerade erst für mich sortiere. Aber er erklärt ziemlich viel.

In einem meiner Workshops sagte ein Geschäftsführer, er sei als Gesamtverantwortlicher dafür verantwortlich, dass ein Onboarding-Prozess immer noch nicht funktioniert. Im nächsten Satz kam: „am Ende will ich ja nicht derjenige sein, der jeden einzelnen Prozess anstößt."

Beides gleichzeitig geht halt nicht.

Ich kenne das aus meiner Zeit als Spieler. Ein Mitspieler hat in der Offensive nur auf sich gespielt, den Extra-Pass verpasst, den schnellen statt den besten Wurf genommen. Ich habe nichts gesagt, aber meine Laune und meine Körpersprache wurden schlechter. Als der Trainer wechselte, kam nicht der andere raus. Sondern ich.

Ich habe mich verteidigt: Wie soll ich positiv bleiben, wenn er nicht passt? Seine Antwort hat mich lange beschäftigt: Wessen Aufgabe ist es, ihm zu sagen, dass du frei stehst? Du, der direkt neben ihm auf dem Feld steht, oder ich an der Seitenlinie? Mach nicht jemand anderen dafür verantwortlich, dass du deine Verantwortung nicht übernimmst und dadurch Unsicherheit ins Team bringst.

Er hatte recht. Ich hatte meine Verantwortung abgegeben. Still, an den Trainer, ohne dass er wusste, dass er sie tragen soll. Und abgeben war ohnehin falsch. Sie war meine.

Das ist das Ding: Verantwortung hat genau einen Platz. Legst du deine bei jemand anderem ab, liegt sie bei einem, der gar nicht weiß, dass er sie hat. Gelöst wird dann nichts. Und wer die Verantwortung eines anderen an sich zieht, macht denselben Fehler von der anderen Seite.

Frag dich beim nächsten Ärger im Team einmal: wessen Verantwortung trage ich hier gerade? Und wo liegt dann meine?

Die meisten fragen einmal um Hilfe. Und machen es dann selbst.In einem meiner Workshops hat ein Teilnehmer sich mit eine...
10/09/2026

Die meisten fragen einmal um Hilfe. Und machen es dann selbst.

In einem meiner Workshops hat ein Teilnehmer sich mit einer Station am Fließband verglichen. Fehlt der Reifen, den die Station vor ihm dranhängen sollte, holt er ihn sich eben selbst.

Und genau da steckt das Muster.

Das ist das Ding: Die meisten steigen nicht aus, wenn jemand Nein sagt. Sie steigen aus, wenn der andere kurz zögert. Dabei ist ein „weiß nicht" noch lange kein Nein.

Was ich gerade lerne und bei mir selbst ausprobiere, in fünf Schritten:

1. Schau ehrlich hin: Wie viel trägst du gerade allein?

2. Bitte so, dass der andere Nein sagen kann. Ohne Druck. Sonst ist es keine Bitte, sondern ein Auftrag.

3. Wenn der andere zögert: bleib dran. Nicht ausweichen, nicht selbst loslaufen.

4. Frag ein zweites, drittes, viertes Mal. Statt einmal zu fragen, dich höflich zurückzuziehen und dir danach zu erzählen, du hättest es ja versucht.

5. Kommt am Ende ein Nein, sagt das nichts über dich. Vielleicht kann der andere gerade einfach nicht.

Wer nach einem Anlauf aussteigt, entscheidet für den anderen mit, ob der überhaupt bereit gewesen wäre zu helfen.

Und trägt danach wieder alles allein.

Was du sagst, ist weniger wichtig als wie du dich dabei fühlst.Das klingt erstmal komisch. Aber ich glaube, es ist einer...
26/08/2026

Was du sagst, ist weniger wichtig als wie du dich dabei fühlst.

Das klingt erstmal komisch. Aber ich glaube, es ist einer der größten blinden Flecken im Thema Feedback.

Du kannst den perfekten Satz vorbereitet haben. Klar, konkret, konstruktiv. Und trotzdem landet er nicht. Nicht weil der Inhalt falsch war, sondern weil dein Zustand nicht gestimmt hat. Angespannt. Unter Druck. Noch mit dem letzten Meeting im Kopf.

Das ist das Ding: Der Zustand, in dem du Feedback gibst, entscheidet mehr als das Feedback selbst.

Aber da ist noch eine Ebene, die ich selbst lange übersehen habe.

Es reicht nicht, kurz vor dem Gespräch kurz raus zu gehen. Das eigentliche Werkzeug ist, Muster in sich selbst zu erkennen. Wann bist du in Gesprächen wie diesen gut? Und wann nicht?

Ich habe für mich zum Beispiel gemerkt, dass bestimmte Uhrzeiten oder Wochentage einfach schlecht sind für schwierige Gespräche. Nicht weil ich dann ein schlechterer Mensch bin, sondern weil mein Tank zu dem Zeitpunkt oft schon leer ist.

Wenn du das weißt, ist die simpelste Maßnahme: verleg das Gespräch. Spar dir fünf schlechte Gespräche, wenn du einmal hinschaust, wann du eigentlich auf dem richtigen Level bist.

Deswegen frage ich mich inzwischen nicht mehr nur: Was sage ich? Sondern: Wann führe ich dieses Gespräch überhaupt?

Simpel. Vielleicht nicht einfach.

Das Ziel guter Führung ist, sich selbst überflüssig zu machen.Das klingt seltsam. Vielleicht sogar beunruhigend.Aber ich...
22/08/2026

Das Ziel guter Führung ist, sich selbst überflüssig zu machen.

Das klingt seltsam. Vielleicht sogar beunruhigend.

Aber ich glaube, genau da liegt der Unterschied zwischen Führung und Abhängigkeit.

Ich beobachte das bei mir selbst. Wann gebe ich die Antwort, statt die Frage zu stellen? Wann erkläre ich länger, als der andere arbeitet? Wann freue ich mich, dass jemand wiederkommt, ohne zu prüfen, ob er es inzwischen alleine schaffen würde?

Das sind für mich die echten Warnsignale.

Ein Konzept, das nur mit mir funktioniert, ist keins. Ein Team, das ohne mich nicht mehr weiterdenkt, habe ich nicht entwickelt. Ich habe es von mir abhängig gemacht.

Im Basketball hatte ich Trainer, die mir sagten was ich tun soll. Und Trainer, die mir beibrachten, das Spiel selbst zu lesen. Der Unterschied in meiner Entwicklung war nicht mal ansatzweise vergleichbar.

Deswegen stelle ich mir heute am Ende jeder Arbeit eine simple Frage: Könnte der andere das jetzt auch ohne mich?

Wenn ja, gut. Wenn nein, schaue ich auf mich, nicht auf ihn.

Woran erkennst du in deiner eigenen Führungsarbeit, ob du gerade befähigst oder abhängig machst?

Wer ständig unter Leuten ist, kann trotzdem einsam sein.Das klingt widersprüchlich. Aber ich glaube, es ist einer der eh...
11/08/2026

Wer ständig unter Leuten ist, kann trotzdem einsam sein.

Das klingt widersprüchlich. Aber ich glaube, es ist einer der ehrlichsten Sätze über Kommunikation.

Viele Menschen reden viel. Aber sagen wenig, was sie wirklich meinen. Weil sie Angst haben, dass jemand sie deswegen nicht mehr mag.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Am Anfang meiner BBL-Karriere habe ich im Training zurückgehalten. Nicht weil ich nicht konnte. Sondern weil ich dazugehören wollte. Niemanden durch meine Leistung schlecht aussehen lassen wollte. Ich habe mich kleiner gemacht, um gemocht zu werden.

Das ist keine Stärke. Das ist Abhängigkeit.

Und sie entsteht, wenn man nie gelernt hat, wirklich alleine zu sein. Ohne Handy. Ohne eine Person daneben, die einem bestätigt, dass man okay ist. Alleine sein, ohne sich einsam zu fühlen, das ist ein Skill. Einer, den man trainieren muss, genauso wie einen Schuss oder einen Pass.

Ich meditiere deswegen täglich. Ein Raum, Licht aus, Handy aus, irgendwas zwischen 5 und 10 Minuten. Nicht weil es sich besonders gut anfühlt, ehrlich gesagt tut es das manchmal nicht. Sondern weil es Training ist.

Erst wenn du es mit dir selbst aushältst, kannst du klar reden. Ohne innerlich zu kalkulieren, ob dich das jemand danach noch mag.

Und das ist dann auch der Moment, wo echte Verbindung entstehen kann.

Manchmal läuft ein Team einfach. Das ist kein Zufall.Viele denken, das ist Chemie. Talent. Glück.Ich glaube, es ist etwa...
04/08/2026

Manchmal läuft ein Team einfach. Das ist kein Zufall.

Viele denken, das ist Chemie. Talent. Glück.

Ich glaube, es ist etwas anderes.

Im Basketball nennen wir das Rhythmus. Und ich definiere ihn so: Alle sehen dasselbe, fühlen dasselbe, hören dasselbe. Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, passiert etwas, das du kaum erklären kannst, aber sofort erkennst.

Das Gegenteil davon kenne ich auch. In einem unserer Basketball2Business Workshops, in dem wir mit Teams aus der freien Wirtschaft Leistungssportkultur erlebbar machen, haben wir das direkt auf dem Basketballfeld erlebt. Eine Gruppe, zu schnelles Tempo, niemand kam mit.

Ich habe kurze Pausen eingebaut, das Tempo rausgenommen, laut mitgezählt. Danach haben alle synchron gearbeitet. Einer der Teilnehmer hat es danach so beschrieben: „Durch die kurzen Pausen konnten alle mitziehen."

Das ist das Ding: Rhythmus entsteht nicht durch mehr Druck. Er entsteht, wenn du erst die Kontrolle gewinnst, bevor du das Tempo erhöhst.

Was ist in deinem Team in diesem Zustand möglich?

Wer auf eine Lösung mit einem Problem reagiert, ist eine Red Flag.Ich meine das ernst. Nicht als Kritik an Menschen. Als...
28/07/2026

Wer auf eine Lösung mit einem Problem reagiert, ist eine Red Flag.

Ich meine das ernst. Nicht als Kritik an Menschen. Als Beobachtung über Systeme.

In vielen Teams passiert genau das. Jemand schlägt etwas vor, der andere listet sofort auf warum das nicht geht. Keine Gegenidee. Kein "und was wenn wir es so drehen?" Nur: Problem. Und dann steht das Team.

Das ist das Ding mit Lähmung. Sie verkleidet sich oft als kritisches Denken.

Im Basketball gibt es eine 24-Sekunden-Uhr. Irgendwann muss der Ball fliegen. Kein Coach, kein Spieler im Timeout sagt: "Das klappt nicht, das klappt nicht, das klappt auch nicht." Die Frage ist immer: Was machen wir jetzt konkret? Ich habe in keinem einzigen Timeout in 14 Jahren erlebt, dass ein Team mit einer Problemliste auf den Court zurückgegangen ist und danach besser gespielt hat.

Jede schlechte Lösung ist besser als jedes Problem. Weil eine Lösung Handlung ermöglicht. Ein Problem macht sie unmöglich.

Und ja, vielleicht ist die Lösung nicht perfekt. Dann kommt die nächste. Das ist Wachstum.

Genau diesen Transfer, und die -Konzepte, bringen wir mit Levas, @ Weisskirchen und Basketball2Business® in Unternehmen, nicht als einzelner Workshop, sondern als Programm. Lösungsorientierung ist nicht eine nette Haltung. Sie ist der Unterschied zwischen Teams die sich drehen und Teams die sich lähmen.

Schon mal erlebt? Zu viele Probleme auf zu wenig Lösungen?

6.000 Menschen. Stille. Und du allein an der Linie.In diesem Moment passiert etwas Interessantes. Manche Spieler fangen ...
24/07/2026

6.000 Menschen. Stille. Und du allein an der Linie.

In diesem Moment passiert etwas Interessantes. Manche Spieler fangen an zu denken: Was wenn ich danebenschieße? Was denken die gerade auf den Rängen?

Und genau da beginnt das Problem.

Ich habe das Spiel gelesen. Wo steht mein Gegenspieler? Wo ist Platz? Was macht mein Mitspieler als Nächstes? In diesen Momenten war ich ruhig. Nicht weil ich keine Nerven hatte, sondern weil kein Platz mehr war für beides gleichzeitig.

Das ist das Ding mit Nervosität: Sie entsteht nicht aus Druck. Sie entsteht im Selbstfokus.

Und das gilt genauso für das schwierige Gespräch mit einem Teammitglied, die Präsentation vor dem Vorstand, die Entscheidung die du vor allen erklären musst. In dem Moment wo du anfängst zu denken "Wie wirke ich gerade? Was wenn das schiefgeht?" machst du dich selbst zum Mittelpunkt. Dein Gehirn interpretiert das als Bedrohung. Daher der Stress.

Der Schalter ist nicht Willenskraft. Es ist Außenfokus.

Was braucht mein Gegenüber gerade wirklich? Was nehme ich im Raum wahr? Was ist das konkrete nächste Ding, das ich beeinflussen kann?

Als 3er-Spezialist habe ich öfter daneben geworfen als getroffen. Das war mein Job. Ich habe trotzdem nie an den Wurf gedacht.

Genau dieses Prinzip bringe ich gemeinsam mit Levas und Weisskirchen in unserem Format Basketball2Business® in Teams und auf Führungsebene. Sport als Erfahrungsraum. Dann der Transfer in den Alltag.

Der schlechteste Leader in meiner Karriere war ich selbst.Ich habe einen Mitspieler vor Tausenden Menschen angeschrien. ...
21/07/2026

Der schlechteste Leader in meiner Karriere war ich selbst.

Ich habe einen Mitspieler vor Tausenden Menschen angeschrien. Bin auf ihn zugegangen. Habe ihn geschoben. Und gesagt: "Wie oft willst du das noch falsch machen?"

Ich habe ihn nicht gesehen. Ich habe nur den Fehler gesehen.

Das war keine Schwäche die ich damals erkannt hätte. Ich hielt das für Führung. Für hohe Standards. Für Leistungskultur.

Was es wirklich war: Ich war komplett in meiner eigenen Perspektive gefangen.

Der Wendepunkt kam nicht durch eine Erkenntnis. Er kam durch das härteste Jahr meines Lebens, in einer neuen Mannschaft, wo ich plötzlich selbst nicht mehr wusste wo ich stand. Plötzlich war ich derjenige, der nicht gesehen wurde. Der keinen Rhythmus fand. Der sich fragte, was er überhaupt noch bringen kann.

Und irgendwann hörte ich auf zu fragen: Warum gibst du nicht mehr? Und fing an zu fragen: Was brauchst du, um alles geben zu können?

Das klingt nach einer kleinen Verschiebung. Es war keine.

Vielleicht kennst du das auch: den Moment wo du merkst, dass dein Bild von "Führung" vor allem dein eigenes Bild von dir war.

Wann hast du zuletzt wirklich alles gegeben?Ich meine das ernst. Nicht "ich habe mich angestrengt." Wirklich alles.Als 3...
13/07/2026

Wann hast du zuletzt wirklich alles gegeben?

Ich meine das ernst. Nicht "ich habe mich angestrengt." Wirklich alles.

Als 3er-Spezialist habe ich statistisch gesehen jeden zweiten Wurf verfehlt. Das ist mein Job gewesen, 14 Jahre lang. Und trotzdem habe ich in keinem einzigen Moment an den Wurf gedacht.

Kein "was wenn er nicht reingeht." Kein "was denken gerade die 6.000 Menschen auf den Rängen."

Mein Kopf war woanders: Wo ist Platz? Was macht mein Mitspieler? Wo greife ich als nächstes an?

Und genau in diesen Momenten war ich auf meinem Maximum.

Das klingt einfach. Ist es aber nicht.

Weil das Maximum nicht davon abhängt, wie sehr du willst. Es hängt davon ab, worauf du deinen Fokus legst. Der Außenfokus macht den Unterschied. Nicht der Wille.

Und ich glaube, viele wissen gar nicht mehr wann sie zuletzt in diesem Zustand waren.

Deswegen meine Frage an dich: Wann war der letzte Moment, in dem du wirklich alles abgerufen hast? Und was hat diesen Moment möglich gemacht?

Ich lese jeden Kommentar. Weil ich glaube, dass in euren Antworten mehr steckt als in den meisten Büchern über Performance.

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