03/08/2026
Barkley in the Sevens 2026
Am Sonntag, 26.07.2026, fand die anspruchsvolle Premiere des „Barkley in the Sevens“ mit Start an der Bad Honnefer Jugendherberge statt. Ein Lauf, der sich der Idee des legendären Barkley-Marathons bedient, aber (noch) nicht an die Strapazen des Originals heranreicht.
Dennoch war die Idee, dass es nicht zu einfach werden darf. Und so mussten drei Runden mit steigender Distanz absolviert werden mit der Vorgabe, keinerlei elektronische Hilfsmittel zu verwenden. Die Orientierung musste also ausschließlich mit einer Karte erfolgen. Pro Runde gab es mehrere Wegpunkte, an denen Bücher versteckt waren und wo es galt, die Buchseite analog zur eigenen Startnummer mitzunehmen.
Zur obligatorischen Einweisung fanden sich 8 tapfere Läufer:innen ein: Ilse Schmitz, Katharina Bey, Sina Radke, Alejandro Goebels, Ingo Steffgen, Karsten Meissner, Pirmin Braun und Volodymyr Medyany.
Anschließend wurde um 08:50 Uhr die Streckenkarte für Runde 1 verteilt, auf der es galt 3 Wegpunkte, und mithin 3 Bücher, anzusteuern. Somit blieben 10 Minuten für die Streckenplanung. Eifrige Planung, kurzer Austausch untereinander, letzter Check der Selbstverpflegung und um Punkt 10:00 wurde gestartet.
Die Organisatoren, Volker und Hermann, machten es sich gemütlich und harrten der Läufer:innen, die bis 09:59:59 Zeit hatten den Start- und Zielbereich zu erreichen. Die Rundenlänge betrug geschmeidige 7 km mit etwa 200 Höhenmetern, so denn die ideale Strecke gewählt und auch gefunden wurde. Um 09:45 wurde die Nervosität im Orga-Team dann doch etwas größer, alldieweil noch niemand im Ziel war. Das änderte sich zum Glück wenige Minuten später, als Katharina, Sina und Ingo gemeinsam einliefen. Im Austausch mit den Buchseiten erhielten die Drei die Streckenkarte für Runde 2: Vier Wegpunkte mit einer kolportierten Rundendistanz von ca. 14 km und ca. 400 zu bewältigenden Höhenmetern galt es zu knacken, mit Zielschluss nach exakt 2 Stunden um 11:59:59. Flugs füllten die Drei ihre Reserven auf, machten sich an die Planung, durften aber nicht vor 10:00 Uhr starten. Grad mal eine Minute vor dem cut-off kam noch Volodymyr ins Ziel. Er hatte seine Kräfte nahezu ideal geschont – hatte aber naturgemäß wenig Zeit für Planung und Selbstversorgung. Egal, alle vier verließen pünktlich um 10:00 den Start- und Zielbereich.
Tja, vier von acht. Diese Quote war nicht zu erwarten gewesen. Erst nach und nach erreichten Ilse, Alejandro, Pirmin und Karsten das Ziel; leider jedoch nach der cut-off-Zeit und schieden somit bereits in Runde 1 aus. Der Grund für das frühe Ausscheiden war im Wesentlichen die Orientierung, bzw. Um- und Irrwege.
Wie wohl die zweite Runde verlaufen würde?
Alejandro packte der Ehrgeiz und machte sich, außer Konkurrenz, nach kurzer Streckenplanung auf die zweite Runde. Ilse und Pirmin liefen für sich jeweils noch ein größeres Ründchen durch das schöne Siebengebirge, und Karsten leistete dem Orga-Team Gesellschaft.
11:50 Uhr zeigte die Uhr, aber im Zielbereich war es nach wie vor ruhig.
11:55 Uhr: ui ui ui, da bleibt echt nicht viel Zeit für die Planung der dritten Runde und dem Auffüllen der Reserven.
11:58 Uhr, wer jetzt erst reinkommt, dem verbleiben für die dritte Runde weniger Zeit als die vorgesehenen drei Stunden. Auf dieser dritten Runde wartete fast ein Drachenlauf mit Zielschluss 15:00 Uhr: ca. 25 km und mehr als 800 Höhenmetern, dazu 5 Bücher – und natürlich den Weg eigenständig finden, kein GPS, keine Streckenmarkierung, kein Verpflegungsposten, nur Karte mit Kompass.
11:59 Uhr, das Orga-Team hielt Ausschau, doch leider vergeblich.
Schlag 12:00 Uhr war der Barkley in the Sevens 2026 unerwartet früh vorbei, da keiner der verbliebenen Vier es rechtzeitig in den Zielbereich schaffte. Super schade.
Gegen 12:02 Uhr, also echt knapp am cut-off gescheitert, sprintete Katharina als Erste ins Ziel. Ein wenig Frust schwang mit, denn eines der vier Bücher wollte partout nicht gefunden werden. Und dass obwohl sie gemeinsam mit Sina und Ingo unterwegs war und demzufolge zu dritt das ominöse Buch suchten. Obwohl auch noch Volodymyr dazustieß, dauerte es rd. 10 Minuten. Die Beschreibung lautete „Hütte + 5 Meter“ – wie oft auch sie die Runde um die Hütte drehten, im Gebüsch wühlten, schon fast im Erdreich gruben, in die Bäume hochschauten: das Buch war unauffindbar. Schließlich dann ein Blick IN die Hütte, und voilá, oben an der Brüstung am Eingang harrte das Buch seiner Entdeckung. Tja, das war dann der Knackpunkt.
Katharina löste sich anschließend von der Gruppe, schaltete auf Turbo – doch es sollte leider nicht ganz reichen. Volodymyr, Ingo und Sina liefen dann ebenfalls jeweils im eigenen Tempo die Runde zu Ende und kamen nach und nach ins Ziel. Alle drei hätten es eventuell geschafft, hätte die Suche nach diesem einen Buch nicht zu viel Zeit in Anspruch genommen.
Das ließ natürlich das Orga-Team an sich zweifeln. Bis jedoch Alejandro von seiner Runde wiederkam, die ja außer Konkurrenz war, da er nach der ersten Runde bereits ausgeschieden war. Er absolvierte die zweite Runde tatsächlich deutlich unter zwei Stunden und hatte, zum Glück für das Orga-Team, keine Probleme das verhexte Buch zu finden. Was ihm jedoch zur besten Unterhaltung aller widerfuhr, war, dass er bei einem anderen Wegpunkt in der Hütte eine Bibel vorfand und nach kurzer Verwunderung daraus eine Seite herausriss. Dass wir selbstverständlich keine Bibel hinterlegten und er mithin unser verstecktes Buch verschmähte – geschenkt. Ob das zu einer Disqualifikation geführt hätte, wäre er noch im Rennen gewesen: wer weiß, hätte hätte Fahrradkette. Aber auch darüber werden wir uns im Nachgang Gedanken machen…
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass zur Bewältigung dieses Abenteuers fast alles stimmen muss: clevere Planung der Strecke + fehlerfreie Orientierung + ausreichende Geschwindigkeit in Kombination mit Ausdauer + Suchglück. Ein kleinerer Fehler wird von der unnachgiebig tickenden Uhr noch verziehen, mehr jedoch nicht.
Wir vom Orga-Team bedanken uns bei den Teilnehmenden, dass sie bei der Premiere dabei waren und würden uns mächtig freuen, alle acht Läufer:innen und noch den einen oder die andere mehr bei der zweiten Auflage 2027 (wieder) begrüßen zu dürfen. Wir feilen noch ein wenig am Konzept, denken uns neue Runden und Verstecke aus, und lassen rechtzeitig von uns hören!
Hermann und Volker