Moos im Schuh

Moos im Schuh Steffi, 52
Mal laufend, fahrend, oder verwirrt unterwegs am Niederrhein an der deutsch-niederländischen Verbindung

28/06/2026
28/06/2026

53 Kilometer Gravel, gefühlt bei finnischer Sauna. 🥵🚴‍♀️

Offiziell waren es wohl 25 Grad. Gefühlt eher… finnische Sauna. Zum Glück sorgten die schattigen Waldabschnitte und der Fahrtwind zwischendurch für etwas Erfrischung.

Die Sonnencreme hat leider kläglich versagt. Und irgendwo auf einem Singletrail habe ich mich dann auch noch mit einer äußerst widerspenstigen Brombeerpflanze angelegt. Die hat sich kurzerhand zwischen meine Kettenblätter gewickelt. Nach einem kurzen Ringkampf stand fest: blutige Arme für mich – aber die Brombeere hat verloren. 🌿😅

Gegen den langen Anstieg auf der Rücktour hatte ich allerdings keine Chance mehr. Genau in dem Moment tauchte wie aus dem Nichts ein Engel auf: Eine Mitfahrerin schob mich einfach an.

Genau das ist gelebte Gruppenkultur. Niemand wird zurückgelassen. ❤️

Schon am Auesee hatte mir jemand aus der Gruppe ein Energy-Gel in die Hand gedrückt. Ich weiß nicht, was da drin war – wahrscheinlich Zaubertrank. Denn während ich auf der Hinfahrt langsam an meine Grenzen kam, konnte ich auf der zweiten Etappe erstaunlich gut mithalten.

53,17 Kilometer später war die Dusche der schönste Ort der Welt.

Den Rest des Tages verbringe ich jetzt damit, meine Wunden zu lecken – und mich schon auf die nächste Tour zu freuen. 🚴‍♀️🌳

Eigentlich standen heute „40 Minuten locker laufen“ auf dem Plan.Doch nach einem hammerharten Spätdienst gestern, mit st...
21/06/2026

Eigentlich standen heute „40 Minuten locker laufen“ auf dem Plan.

Doch nach einem hammerharten Spätdienst gestern, mit stundenlangen 30 Grad im Bus, hatte ich so mal gar keine Lust dazu.
Irgendwann kommt wohl das Alter, in dem man nach solchen Tagen plötzlich dicke Knöchel bekommt …

Aber den Tag komplett in der Bude zu verbringen, wäre auch irgendwie doof gewesen.

Also hat heute der Schottergeist den Dienst übernommen, den eigentlich meine Laufschuhe hätten ausführen sollen.

Lockere Zone Zwei, mit dem groben Plan, mal Richtung Rhein zu fahren.

Doch wie das bei Moos im Schuh manchmal so ist, bin ich ohne Navi losgefahren – einfach der Nase und dem Wind nach.

Eine falsche Abbiegung und die spontane Entscheidung, lieber weiterzufahren als umzudrehen, brachten mich schließlich in die Niederlande.

Bevor ich mich komplett verfranse und irgendwann unfreiwillig eine internationale Radtour starte, bin ich dann eine große Acht gefahren, bis wieder bekannte Wege unter den Reifen auftauchten.

Ein paar kleine Eindrücke, und wie ich am See eine Trinkblase melke, hinterlasse ich Euch mit entspannten Grüßen🤗

Lauftraining bei diesen Temperaturen?Dann doch lieber mit dem Scho...

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, wieviele Km ich laufen würde, hätte ich ihm wohl nen Vogel gezeigt 😅🤗Bald Zeit f...
16/06/2026

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, wieviele Km ich laufen würde, hätte ich ihm wohl nen Vogel gezeigt 😅🤗

Bald Zeit für ein neues Paar ?🤔

Regenerationstag für Mensch und Grünzeug.Der Philodendron hockte wohl ewig oben auf einem Regal in einem Bekleidungsgesc...
28/05/2026

Regenerationstag für Mensch und Grünzeug.

Der Philodendron hockte wohl ewig oben auf einem Regal in einem Bekleidungsgeschäft und wusste gar nicht mehr, wohin mit sich.
Der Bogenhanf hatte vermutlich ein etwas zu liebevolles Verhältnis zur Gießkanne.

Jetzt erstmal neue Erde, Moosstab und gute Vibes zur Pflanzen-Reha 🙏💚

23/05/2026

Ich bin die Frau, die jedem Waldweg vertraut.
Der Wald nutzt das gnadenlos aus. 😄

Eine schöne Runde heute Früh bei wunderschönstem Wetter.
Ganz entspannt Zone 2 mit dem Schottergeist durch die Gegend gerollt und plötzlich auf Wegen gelandet, bei denen man sich fragt, ob sie offiziell existieren oder einfach irgendwann von einem verwirrten Reh erfunden wurden.

Manchmal fährt man nur los.
Und plötzlich steht man irgendwo zwischen Vogelgezwitscher, Schotterknistern und „…ähm, war das eben noch ein richtiger Weg?“ 🌿

Jetzt geht’s mit lockeren Beinen zur Arbeit.
Und morgen folgt wieder ein Tempolauf — mit den Füßen auf dem Boden statt wie ein eingeschlafenes Kellerinsekt an den Pedalen festzukleben. 😄

Kannst Du Dich noch an Dein „erstes Mal“ mit Klickpedalen erinnern? Erzähl mal, wenn’s Dir nicht zu peinlich ist 🤗😉—————...
18/05/2026

Kannst Du Dich noch an Dein „erstes Mal“ mit Klickpedalen erinnern?
Erzähl mal, wenn’s Dir nicht zu peinlich ist 🤗😉
—————————

Mein erster Versuch mit Klickpedalen begann mit der naiven Überzeugung, dass ich offensichtlich ein Naturtalent bin.
Wie schwer kann das schon sein?
Man klickt ein bisschen ein, fährt los und sieht sportlich aus.

Der Schottergeist stand im Keller bereit.
Ich lehnte mich an die Wand, stieg auf und klickte die Schuhe ein.

KLICK.
KLOCK.

In diesem Moment wurde mir klar:
Diese Verbindung ist ernster als manche Ehe.

Die Füße saßen fest.
Sehr fest.
Beunruhigend fest.

Ich dachte noch:
„Ach, gar kein Problem.“

Genau das sind übrigens die letzten berühmten Worte vieler Menschen kurz vor einer mittelschweren Blamage.

Dann habe ich mich von der Wand abgestoßen.
Leider nicht elegant wie ein Profi.
Sondern eher wie ein Kühlschrank, der versucht, Ballett zu tanzen.

Der Schottergeist neigte sich langsam zur Seite.
Und ich neigte mich mit.

Ganz langsam.
Ganz würdevoll.
Wie ein gefällter Baum im Zeitlupenmodus.

Das Gemeine an Klickpedalen ist nämlich:
Du hast währenddessen erstaunlich viel Zeit zum Nachdenken.

Zum Beispiel:
„Oh.“
„Das wird nichts mehr.“
„Interessant, wie hart Kellerboden eigentlich aussieht.“
„Ich bin immer noch eingeklickt.“

Und dann lagen wir da.
Ich.
Der Schottergeist.
Zwei Wesen, fest miteinander verbunden bis der Tod — oder die Hüftdrehung — uns scheidet. 🚴‍♀️😂

Manchmal sind es nicht die Zeiten oder Platzierungen, die einem im Herzen bleiben.Sondern Menschen.Ich bin alleine beim ...
17/05/2026

Manchmal sind es nicht die Zeiten oder Platzierungen, die einem im Herzen bleiben.
Sondern Menschen.

Ich bin alleine beim Citylauf gestartet.
Ohne Team. Ohne große Erwartungen.
Nur mit meinen müden Beinen, einer Portion Zweifel und dem Gedanken:
„Hoffentlich komme ich irgendwie an.“

Doch unterwegs passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte.

Weil unter meiner Startnummer einfach „Steffi“ stand, wurde ich plötzlich von wildfremden Menschen getragen.
Da riefen Zuschauer meinen Namen, feuerten mich an, lachten mit mir, litten gefühlt mit mir — und gaben mir genau in den Momenten Kraft, in denen meine Beine längst aufgeben wollten.

Am Liebfrauenplatz brüllte jemand:
„STEFFI, DU GEILE SAU!“ 😂

Und ich musste trotz Erschöpfung lachen, obwohl ich innerlich schon halb auseinanderfiel.

Aber am meisten berührt haben mich die Kinder am Streckenrand.

Diese kleinen ausgestreckten Hände.
Dieses ehrliche Strahlen.
Dieses völlige Selbstverständnis, einem fremden Menschen Mut zu schenken.

Von Hand zu Hand haben sie mich weitergetragen.
Meter für Meter.
Fast so, als würden sie sagen:
„Komm, du schaffst das. Nur noch ein kleines Stück.“

Mein zweiter offizieller Wettkampf.
Vielleicht kein großer sportlicher Erfolg für andere.
Aber für mich ein Abend voller Wärme, Menschlichkeit und unvergesslicher Momente.

Ich bin als einzelne Läuferin gestartet —
und mit dem Gefühl ins Ziel gekommen, von einer ganzen Stadt getragen worden zu sein.

Danke, Bocholt🙏❤️

17/05/2026

Heute bin ich mit dem Schottergeist rund 30 km durch die Gegend gerollt
wie eine leicht verwirrte Waldperson auf geheimer Mission.

Im Video sieht man fast ausschließlich das Vorderrad.
Und irgendwann hatte ich das Gefühl,
dass nicht ich das Fahrrad steuere —
sondern das Vorderrad längst eigene Entscheidungen getroffen hat.

Dieses Ding rollte so hypnotisch über den Schotter,
dass ich innerlich kurz dachte:

„Ja.
Ich verstehe jetzt plötzlich norwegische Steine.“

Dazu diese meditative Elektromusik.
Nicht normale Musik.
Sondern die Art von Musik, bei der man automatisch glaubt,
gleich erscheint ein älterer Waldmönch aus einem Gebüsch und verkauft handgeschnitzte Energiepilze.

Zwischendurch Kaffeepause bei einer Freundin.

Ich ging rein.
Der Schottergeist blieb draußen zurück
und sah vermutlich aus wie ein arbeitsloses Transformers-Bauteil mit Existenzkrise.

Danach weiter durch die Wildnis von:
Schotter,
Wind,
leicht schiefen Feldwegen
und meiner persönlichen Kernfrage:

„Bin ich eigentlich beim Training
oder bereits Teil einer sehr speziellen Naturdokumentation?“

Die Antwort kennt vermutlich nur das Vorderrad.

Dieses stoische Wesen drehte sich weiter und weiter,
als würde es uralte Weisheiten murmeln wie:

„Zone 2…
Zone 2…
Iss später Kartoffeln…“

Nach meinem ersten 10-km-Citylauf in Bocholt geht’s jetzt erstmal mit Graveln weiter,
damit die Muskeln bis zum nächsten Silvesterlauf nicht wieder anfangen, bei jedem Hügel eine Gewerkschaft zu gründen.

Und ehrlich:
So langsam glaube ich,
Graveln ist einfach gesellschaftlich akzeptiertes Herumstreunen mit teurem Gerät und leicht spirituser Verwirrung. 🌫️🚴‍♀️

Halb tot — und irgendwo war noch eine Rakete im Rucksack.Voller Zweifel ging ich an den Start.In der gesamten Trainingsp...
10/05/2026

Halb tot — und irgendwo war noch eine Rakete im Rucksack.

Voller Zweifel ging ich an den Start.

In der gesamten Trainingsphase hatte ich genau einmal die 10 km bei einem „lockeren“ Lauftraining geschafft — und das lag Monate zurück.

Danach kamen Umzug, Erkältung, Chaos und vermutlich noch ein paar apokalyptische Reiter dazu.
Das Training wurde jedenfalls immer dünner.

Aber wie ein verwirrter Waldkobold mit fragwürdigen Lebensentscheidungen raffte ich mich trotzdem immer wieder auf.

Die Vorstellung, später über 1:15 Stunden zu brauchen, löste schon leichten Horror in mir aus.

Ich hatte zwischendurch ernsthaft das Bild im Kopf, wie die Helfer bereits die Ziellinie abbauen, während ich irgendwo im Nirgendwo noch versuche, meine Beine diplomatisch zur Zusammenarbeit zu überreden.

Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, welche Zeit mich über 10 km im Wettkampf erwarten würde.

Also lief ich die erste Runde doch etwas schneller als geplant — einfach aus Angst, das Schlusslicht zu werden.
Naja, und die gesamte Atmosphäre riss mich auch irgendwie mit.
Musik, viele Menschen, Pappschilder….😅🙈

Uiuiui…

Schon relativ früh wurde klar:
Die komplette Strecke in diesem Tempo durchzuziehen wäre ungefähr so realistisch wie ein entspanntes Picknick mit zwei Waschmaschinen an den Waden.

Ab Kilometer 5 wurden die Beine schwer.
Die Füße klebten gefühlt am Asphalt fest wie alter Kaugummi unter einer Schulbank.

Also: Tempo rausnehmen.
Kurz gehen.
Die Muskeln neu booten.
Weiterlaufen.

Der Puls blieb dabei meistens erstaunlich gechillt im 160er-Bereich.
Nur meine Beine hatten offenbar intern bereits den Betriebsrat eingeschaltet.

Ja, ich weiß schon:
Muskeln und Sehnen brauchen länger als das Pumpsystem, wenn man noch am Anfang steht.

Nur… wann hört dieser Anfang eigentlich auf?

Immerhin laufe ich seit letztem September.
Irgendwann müssten die Beine doch mal merken, dass das hier keine kurzfristige psychische Störung mehr ist.

Nun ja — gestern jedenfalls noch nicht.

Aber:
Ich blieb unter meinem persönlichen Horror-Limit von 1:15 Stunden.

Und das macht mich gerade ehrlich stolz.

Kurz vor der letzten Kurve konnte ich tatsächlich nochmal alle Kräfte bündeln.

Ich war selbst überrascht, dass irgendwo noch Reserven versteckt lagen —
für einen kleinen Endspurt mit einer kurzen Pace von 4:17.

Im Ziel begrüßte mich dann noch ein guter Geist und riet mir, nicht stehen zu bleiben.

Sehr vernünftiger Hinweis.
Auch wenn meine Beine sich in dem Moment bereits langsam in Sternenstaub verwandelt hatten.

Also danke dafür 🙏

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Bocholt
46361–46399

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