Prof. Udolph - Zentrum für Namenforschung

Prof. Udolph - Zentrum für Namenforschung Auf dieser Seite informieren wir über Namen und Namenforschung. Bitte habt jedoch Verständnis, das
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Wir erstellen Gutachten zu Familien-, Orts-, Flur- und Gewässernamen. Darüber hinaus können auch Forschungsprojekte in Auftrag gegeben werden.

Heute wieder Fußball! Klar!Und ein Name, der bei der deutschen Mannschaft auffällt, ist ...ganz sicher: Schlotterbeck. S...
20/06/2026

Heute wieder Fußball! Klar!
Und ein Name, der bei der deutschen Mannschaft auffällt, ist ...
ganz sicher: Schlotterbeck. Schlottert einem da die Hose?
Nein, durchaus nicht!
Ich habe entdeckt, dass ich diesen Namen schon bei der letzten Europameisterschaft einmal bei MDR Sachsen erklärt habe. Der Radioausschnitt steht immer noch im Netz. Es ist gleich der erste Namen ...:

Was bedeuten die Familiennamen Schlotterbeck, Birghan, Schadel und Jäpel? Namenforscher Jürgen Udolph erklärt.

Heute war bei SWR Rheinland-Pfalz ein bekannter Name dran: Fitzek.Den Autor kenne ich gut, denn sein erstes Buch … war k...
19/06/2026

Heute war bei SWR Rheinland-Pfalz ein bekannter Name dran: Fitzek.
Den Autor kenne ich gut, denn sein erstes Buch … war kein Krimi, sondern unser gemeinsames Werk „Professor Udolphs Buch der Namen“ (Link anbei).
Woher kommt der Familienname?
Der Verdacht des Hörers: Schlesien oder Polen/Tschechien? Die Vorfahren kamen aus Ober-schlesien.
Das passt, denn die Kartierung mit Hilfe der Verlustlisten des 1. Weltkriegs zeigt eine klare Konzentration im oberschlesischen Industriegebiet um Gleiwitz-Beuthen-Kattowitz (Karte an-bei).
Der Name geht auf einen Heiligennamen zurück: Auf dem Rufnamen Vincentius bzw. seinen Kurz- und Koseformen beruhen die Familiennamen Vincent, Vincenti, Vincentius, Vincens, Vin-centz, Winzens, Winzen, Vietz, Vietze, Vies, Fieser, Füser, Feuser, Fitz, Zens, Zensen, Zensius, Zintzen, Zintzius, Vintz, Ven(t)z, Fen(t)z, Fenzl, Finzel, Fenzlein und Ventzke. Entsprechende slawische Formen leben in Familiennamen wie Vinczewski, Vinczewsky, Vincek, Winzek, Wient-zek, Fitzek, Cenek fort.

https://www.amazon.de/Professor-Udolphs-Buch-Namen-Non-Fiction/dp/3570008797

https://www.google.com/search?gs_ssp=eJzj4tFP1zc0SsqtKi7JzTNg9FIoKMpPSy0uzi9SKE3JzynIKF-ZIKk3OUEhJLVLIS8xNzQMAmRgRMw&q=professor+udolphs+buch+der+namen&rlz=1C1CHBF_deDE973DE973&oq=professor+udo&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUqBwgDEC4YgAQyCggAEAAY4wIYgAQyBwgBEC4YgAQyBggCEEUYOTIHCAMQLhiABDIHCAQQABiABDIHCAUQABiABDIICAYQAB-gWGB4yCggHEAAYChgWGB4yCAgIEAAYFhgeMggICRAAGBYYHtIBCDU2ODRqMGo3qAIIsAIB8QU05VUOf6DxJg&sourceid=chrome&ie=UTF-8

Keddi – ein auffälliger Familienname, in der Tat! Danach ist gefragt worden. Ich hatte ihn zuvor noch nie gehört. Aber b...
18/06/2026

Keddi – ein auffälliger Familienname, in der Tat! Danach ist gefragt worden. Ich hatte ihn zuvor noch nie gehört. Aber bei ca. 800.000 verschiedenen Familiennamen ist das auch nicht verwun-derlich ..
Keddi heißen ca. 100 Personen, vor allem in Sachsen-Anhalt (Karte anbei).
Es gibt auch eine Schreibvariante „Keddy“, ca. 40-mal.
Die Verbreitung hilft bei der Suche nach den Ursprüngen.
Ein auf -i endender Name im alten ostfälischen Sprachgebiet (die historische Region Ostfalen umfasste den östlichen Teil des alten Sachsens im Bereich zwischen den Flüssen Weser, Elbe, Saale und Unstrut) deutet auf eine ursprüngliche Endung -ing. Die mundartliche Entwicklung des Suffixes (= Endung, hier als Orts- und Personennamenbildungselement) -ing durch Entnasa-lierung zu -ig und -i(e) bzw. -y ist eine verbreitete Erscheinung in diesem Sprachraum, die in mittelniederdeutscher Zeit sowohl im Wortschatz als auch bei Orts- und Familiennamen gut be-zeugt ist. Hierzu gehört z.B. der Name der Regisseurin Doris Dörrie, der aus der Namenform Döring „der aus Thüringen“ entstand.
Man kann daher auch Namen wie Keddig und Keding mit einbeziehen. Diese streuen z.T. etwas anders als Keddi und weisen den Weg zur Deutung: der Familienname Keddi ist eine regional (ostfälisch) geprägte Form des Namens Keding (der im Harzraum auch als Kedding und Keddig begegnet), der die im ostfälischen Sprachraum verbreitete Kürzung des Elements -ing zu -i zeigt. Es handelt sich um einen Herkunftsnamen, der Bezug auf die Landschaft Kehdingen bei Stadt nimmt. Der jeweils erste Namensträger war derjenige, „der vom Kehdinger Land kommt“.

Rummland – auch ein seltsamer Familienname … Was steckt dahinter?Bei der Suche nach Vorkommen und Verbreitung stoße ich ...
17/06/2026

Rummland – auch ein seltsamer Familienname … Was steckt dahinter?
Bei der Suche nach Vorkommen und Verbreitung stoße ich auf ähnliche Namen, die sicherlich hinzuzuziehen sind: Ruhmland und Rumland. Eine Telefon-CD bietet:
Ruhmland (28)
Rumland (47)
Rummland (29)
Und die Kartierung?
Zeigt Vorkommen vor allem in Norddeutschland, gehäuft in Brandenburg (Karte anbei).
Und zur Bedeutung?
Es liegt offenbar ein Satzname vor wie etwa auch Störtebeker („stürz den Becher“ = Schluck-specht), Shakespeare („schüttel den Speer“), Mackeprang („mach Unruhe“, Unruhestifter), Rürup „rühr auf, Aufrührer“, Bleibtreu, Bringezu, Habedank, Hass(d)enteufel; wurden Satz-namen auch für bestimmte Berufsgruppen wie z.B. Brengebier ‚bring Bier‘, Holebier, Füll-krug, Ehrengast ‚ehre den Gast‘, Ladengast ‚lade den Gast‘ usw. für einen ‚Wirt‘ oder Schwingenham(m)er für den ‚Schlosser‘ und Schlagenreif für den ‚Küfer‘ usw. verwendet.
Rummland usw. bedeuten offenbar „räume das Land!“. Nach H. Bahlow wurde der Name für ruhelos „Fahrende" verwendet. Auch zwei Dichter des 13. Jahrh.s nannten sich so: Rümelant von Schwaben und Meister Rümslant aus Sachsen, der an norddt. Fürstenhöfen vom Rhein bis Rügen ein Wanderleben führte. Also ein unruhiger Geist, ein „fahrender Geselle“, den es nicht an einem Ort hält …
Ein schöner Name, finde ich.

Djurić – nach diesem Namen bin ich heute von meiner Tochter gefragt worden. Das sieht nach meiner Erfahrung nach einem s...
16/06/2026

Djurić – nach diesem Namen bin ich heute von meiner Tochter gefragt worden. Das sieht nach meiner Erfahrung nach einem slavischen Namen vom Balkan aus (Serbien? Kroatien?). Mal sehen, was ich ermitteln kann …
Oh, in Deutschland ist er gar nicht selten: 180 Einträge auf einer Telefon-CD! Karte anbei. Noch häufiger ist er in Österreich: 190 Einträge bei geringerer Einwohnerzahl.
Ich fand auch eine Verbreitungskarte für Kroatien, dort 95 Einträge (Karte anbei).
Die Endung -ic (im Serbischen und Kroatischen als -ić geschrieben) ist eine sogenannte patro-nym. Bildung, also „Sohn“ oder „Nachkomme“ von …
Und Djur-? Ist die südslavische Entsprechung und Entwicklung aus „Georg“, im Russischen Jurij, im Polnischen Jerzy usw.

Tschischka – nach diesem Familiennamen mit Zischlauten bin ich gefragt worden. Der Namen-träger setzte hinzu: die Vorfah...
15/06/2026

Tschischka – nach diesem Familiennamen mit Zischlauten bin ich gefragt worden. Der Namen-träger setzte hinzu: die Vorfahren stammen aus Tschechien. Der Großvater lebte in Horni Blatna und ist von dort nach Sachsen gezogen. Mehr Nachforschungen zum Namensursprung haben die Tschischkas noch nicht gemacht. Was lässt sich zu diesem Familiennamen sagen?
Eine Telefon-CD Deutschlands bietet ca. 120 Einträge. Der Name ist recht bunt gestreut, aber ich erken-ne aufgrund von zahlreichen ähnlichen Streuungen eine Art Flickenteppich im Kontaktbereich zu Böh-men: Sachsen, Thüringen, Bayern. Verdacht: Flucht, Vertreibung aus dem Sudetenland, der damaligen Tschechoslovakei.
Verdacht richtig?
Ja. Der Familienname Tschischka kann, je nach Herkunft der Vorfahren, auf das tschechische Wort čižik, čiž und alttschechisch číž in der Bedeutung ʽZeisig՚ zurückgeführt werden, ein Wort, das auch sonst in den slavischen Sprachen bezeugt ist: polnisch czyż, altsorbisch *čiž (sprich /tschisch/) in der Bedeutung von „Zeisig“, im Niedersorbischen heute cyž und im Obersorbi-schen čižik.
Der Zeisig ist ein sehr kleiner Vogel mit einem auffällig bunten Gefieder (vgl. das
Wort zeisigbunt im Deutschen). Der Name Tschischka/Tschischke kann also entweder auf den kleinen Wuchs des ersten Namenträgers anspielen oder aber auf seine Vorliebe
für bunte Kleidung. Auch die lebendige, behände Art des Zeisigs kann auf einen Menschen über-tragen worden sein.

... und morgen Nachmittag hoffe ich auf Besucher und Zuhörer bei meinem Vortrag zu Orts- und Familiennamen in Großromste...
12/06/2026

... und morgen Nachmittag hoffe ich auf Besucher und Zuhörer bei meinem Vortrag zu Orts- und Familiennamen in Großromstedt und Umgebung.
Der Ort wurde vor 1.150 Jahren zum ersten Mal erwähnt. Grund genug, sich einmal mit den Namen dort zu beschäftigen. Das Gane findet statt ab ca. 14.30 in Großromstedt bei Bad Sulza, in der Feuerwehrhalle.
Mal sehen, was es für spannende Namen es zu besprechen gilt!

… und heute bei SWR I ein Name, der mit den furchtbaren Ereignissen am Ende des 2. Welt-kriegs zusammenhängt: Tolksdorf....
12/06/2026

… und heute bei SWR I ein Name, der mit den furchtbaren Ereignissen am Ende des 2. Welt-kriegs zusammenhängt: Tolksdorf.
Die heutige Verbreitung zeigt nicht immer, woher der Name ursprünglich gekommen ist. Da hilft eine andere Kartierung: sie beruht auf den Verlustlisten des 1. Weltkriegs der Soldaten der deutschen Wehrmacht (rechte Karte). Sie beruht auf fast 8 Millionen Namen und ist sehr zuver-lässig in Bezug auf die Frage, woher ein Name ursprünglich gekommen ist.
Die anhängende Karte zeigt in rot das Vorkommen von 1918, in gründ das von 1996. Sie sagt alles …
Der Familienname Tolksdorf basiert auf einem ursprünglichen Beinamen, der dem ersten Na-mensträger aufgrund seiner Herkunft aus einem der ostpreußischen Orte Tolksdorf (1. heute polnisch Tołkiny, Wojewodschaft Olsztyn / dt. Allenstein, Gemeinde Korsze) oder 2. heute polnisch Tolkowiec, Wojewodschaft Elbląg / dt. Elbing, Gemeinde Płoskinia) näher kennzeich-nete.
So lautet die älteste, im Jahre 1300 überlieferte Form des Ortsnamens Tolksdorf / poln. Tolko-wiec Tuliten, des Weiteren 1300 in campum Tuliten; Tolkesdorf; 1328 de [aus] Tolcksdorff, 1339 de Tolkstorff; Tolkstroff; 1368 de Tolkisdorp; 1383 van Tolkistorf, 1486 in Tolkisdorff, um 1550 Tolcksdorff; 1615 Tolchsdorf, 1755 Tolksdorff, 1892 Tolksdorf, 1946 Tolksdorf Tulity, Tolkowiec, 1951 Tolkowiec, dt. Tolksdorf, 1982 Tolkowiec. Auszugehen ist hier von einer Grundform *Tulīt-ai (* = rekonstruiert). Es handelt sich hier laut R. Przybytek (Ortsnamen baltischer im südlichen Teil Ostpreußens, Stuttgart 1993, S. 304; Hydronymia Europaea, Son-derband) um eine mit der Endung -it gebildete Ableitung von einem preußischen Personenna-men *Tule; vgl. auch Tulen, litauisch Tulai. So lässt sich für den Ort die Grundbedeutung „Ort eines *Tule“ annehmen. Dem enthaltenen Personennamen liegt das preußische Wort *tul- ne-ben tūlan „schwer, viel“, tūlninai „mehr“ zugrunde, das noch in den litauischen Personennamen Tulys, Tulas (abgeleitet von litauisch tulas „oft; schwer, groß“, tūle „Menge, Masse“) enthalten ist. Die deutsche Form Tolksdorf enthält hochdeutsch Dorf und ein Element Tolk(s)-, das mit dem Ortsnamen Tolko verbunden werden kann (dies ist der Name eines früheren Dorfes in der Wojewodschaft Olsztyn / dt. Allenstein; dieser enthält den preußischen Personennamen Tolk, Tolck, Tolke, der am ehesten mit litauisch *tulks, vgl. heute noch in litauisch tùlkas, lettisch tulks „Dolmetscher“ = Lehnwort aus mittelhochdeutsch tolke „Dolmetscher“) zusammenge-führt werden kann. Die polnische Variante Tolkowiec beruht auf der deutschen Form, wobei das Suffix -owiec für deutsch -dorf eingetreten ist. Tulity geht dagegen eher auf die preußische Vor-lage *Tulit- zurück.
Der Name des zweiten nachweisbaren Tolksdorf / heute polnisch Tołkiny ist in den folgenden Formen historisch bezeugt: 15. Jh. Tolkynen, 1486 in Tolkszdorff, 1533 Tolksdorff, um 1550 Tolcksdorff, 1589 Tolksdorff, 1620–21 Tolksdorff, 1755 Tolksdorff, um 1790 Tolksdorf, 1892 Tolksdorf, 1946 Tolksdorf – Tolkowiec, Tołkiny, 1951 Tołkiny, dt. Tolksdorf, 1982 Tołkiny. An-zunehmen ist hier eine preußische Grundform *Tolkin-ai / *Tulkin-ai. Diese dürfte am ehesten mit preußisch *tulks, litauisch tùlkas, lettisch tulks „Dolmetscher“ bzw. mit dem litauischen Personennamen Tulk-ait-is, auch Tulke, Tulė, Tulys zu verbinden sein. Die polnische Variante Tołkiny basiert auf der preußischen Vorlage (ebenda, S. 303).

Ein interessanter Name heute bei MDR Thüringen war dieser: Mogk.Ca. 700 Personen heißen so. Ich glaube, dass man einige ...
11/06/2026

Ein interessanter Name heute bei MDR Thüringen war dieser: Mogk.
Ca. 700 Personen heißen so. Ich glaube, dass man einige Varianten mit einbeziehen muss, ich fand z.B.:
Mog (35)
Mogk (248)
Moog (1195)
Mook (298)
Eine gemeinsame Katierung dieser Name (Karte anbei) zeigt ein kompaktes Zentrum im Nor-den von Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen in Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Der Name Mogk und die genannten graphischen Varianten können auf zweierlei Art gedeutet werden: zum einen als Übernamen zum mittelhochdeutschen Wort māc, māge „Blutsverwand-ter“, zum anderen als Patronyme zu einem altdeutschen Rufnamen Māgo. Das Zeichen -ā- steht für lang gesprochenes /a/. In einigen Dialekten tendiert gedehntes /a/ zu einem mehr oder we-niger ausgeprägten o-Laut.
Am spannendsten ist die erste Variante, es handelt sich um ein gemeingermanisches, wie folgt bezeugtes Wort: gotisch mēgs „Schwiegervater, Schwiegersohn und Schwager“, altsächsisch māg, angelsächsisch mæg, friesisch māch „Verwandter“, althochdeutsch, mittelhochdeutsch māg(e), māc.
Verwandtschaftsbezeichnungen erscheinen häufig in Familiennamen. Hier eine Auswahl: Ge-vatter für den Paten, Vater, Väterlein, Fader, Stiefvater, Mutter, Moder, Mütterlein, Sohn, Söhnke, Kind, Modersohn, Bruder, Broder, Brüderlein, Söster, Süster, Neffe, Neef, Neve, Nebe (in einer beachtlichen Häufigkeit, da das Wort Neffe im Mittelalter sowohl „Enkel“ als auch „Vetter“, „Onkel“ und „Neffe“ bedeuten konnte), Base für die „Vaterschwester“, Muhme, Mühmel, Mohme für die „Mutterschwester“, Vetter, Vedder für den „Vaterbruder“, Oheim, Öh-me, Öhmchen, Öhmke, Ohm, Ehm für den „Mutterbruder“, Schwehr, Schweer, Schwör für den „Schwiegervater“, Schwager, Schwegerle, Schwestermann bezeichneten den „Schwager“, Ei-dam und Tochtermann den „Schwiegersohn“ und Schnur die „Schwiegertochter“.

Morgen beginnt die WM. Da tauchen auch viele Familiennamen auf, allerdings wage ich mich an Namen aus Afrika oder Asien ...
10/06/2026

Morgen beginnt die WM. Da tauchen auch viele Familiennamen auf, allerdings wage ich mich an Namen aus Afrika oder Asien nicht heran. Nur selten finde ich dafür eine Lösung.
Aber es bleiben noch genug übrig. Eben fiel mein Blick auf Alexander Nübel, einen der Torhüter der dt. Mannschaft. Nübel … was steckt dahinter?
Geboren wurde er in Paderborn.
Der Name ist nicht selten, ca. 1.300 Personen tragen ihn. Die Verbreitung zeigt zwei Zentren: in Ostwestfalen und in Baden-Württemberg. Ob es da unterschiedliche Grundlagen gibt?
Es gibt Varianten, die man einbeziehen muss, so Niebel, Nebel, Nevel und Nefel sowie suffigierte Formen wie Nübling, Nebling, Nebeling oder Neveling. Es geht dabei vor allem um Rundung und Entrundung.
Der Ursprung dieser Namenformen ist wohl eine germanischstämmige Rufnamenform *Nibilo, Nebilo oder eine vergleichbare Bildung, die sich auch in der mit dem Suffix -ing/-ung erweiterten Rufnamenform Nibelung findet, der in früh- und hochmittelalterlichen Quellen in Varianten wie Nibilung, Nibulunc, Nebulung, Nipulnc und Nebolong erscheint.
Hierbei handelt es sich um Koseformen zu Rufnamen wie Nivrat, Nivulf oder Niviard. Dies sind kom-plexe Bildungen germanischen Ursprungs, sogenannte Vollnamen.
Das Erstelement der genannten Rufnamen sowie der Koseformen *Nibilo sowie Nibelung ist mit dem germanischen Wort *niƀil zu verbinden, was sich zu althochdeutsch nëbul, mittelhoch-deutsch nebel sowie altsächsisch nëƀal und mittelniederdeutsch nēvel „Nebel“ entwickelte. An den ursprünglichen Stamm Niƀ- trat die Endung -ilo. Diese Endung entwickelte sich in den Mundarten unterschiedlich: im Alemannischen wurde sie zu -li und -le, in den Mundarten Bayerns, Österreichs und Böhmens zu -(e)l, im Ostfränkischen zu -la und in den mitteldeutschen Mundarten zu -el. Namen wie Hänsel (aus Johannes) und Gretel (aus Margarethe) stehen sinnbildlich für die Beliebtheit und Häufigkeit dieser Endung. Im Fall des Namens Nibelung kam noch die Endung -ung hinzu. Dieses Suffix ist eine Variante zur Endung -ing und drückte zur Zeit der Namenentstehung die Beziehung zu einer bestimmten Person aus.
Ob der Name Nübel aus Niebel nun auf eine Koseform *Nibilo usw. oder aber auf eine Kürzung des Namens Nibelung zurückgeht, lässt sich nicht mit Sicherheit festlegen. Aufgrund der zweifelsohne durch die Heldensage häufigen und weit verbreiteten Namenform Nibelung ist eine Anbindung hieran wahr-scheinlicher.

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