16/06/2024
Auch dieses Jahr durften wir in Sturm auf Zons das Fechten mit mittelalterlichen Waffen demonstrieren, wenn auch aufgrund von Verletzungen mit nur minimaler Besetzung. Die Anreise ließ allerdings nichts Gutes ahnen: Es schüttete aus Kübeln. Wie durch ein Wunder klarte es jedoch kurz vor Ankunft auf und die Sonne kam durch.
Unser Lager konnten wir an unseren üblichen Platz aufbauen, im Inneren der Burganlage unter dem großen Ahorn, alles schön windgeschützt und durch die erhöhte Lage auch vergleichsweise trocken. Ganz anders gestaltete sich die Situation im Lager auf der unteren Wiese. Trotz ausgelegter Stahlplatten und Stroh versank man bei jedem Schritt 20 Zentimeter tief im Schlamm. Dementsprechend unerfreut sahen auch die Lagerbewohner aus, die in ihrem guten Lederschuhen trotz Trippen nasse Füße hatten; einige trugen aus purer Not Gummi-Stiefel. Auch die Fahrzeuge konnten dort nicht mehr geparkt werden, weshalb wir den gemieteten Transporter und Jebus Bulli im Dorf parken mussten. Das Wetter blieb glücklicherweise Samstag und Sonntag stabil, sonnig und trocken.
Im Vergleich zu den Vorjahren hatten wir das Programm etwas gekürzt, mit dem Ziel, besser auf die einzelnen Prinzipien eingehen zu können. Zwischen den Vorführungen wurde Langes Messer und Halbe Stange nach Meyer trainiert. Das zog regelmäßig neugierige Zuschauer an, so dass wir anstelle von festen Terminen immer spontan eine kleine Vorführung einbauen konnten. Gefühlt war diese Art der Demonstration besser geeignet, das Publikum anzulocken, als mit festen Terminen zu arbeiten. Das zeigte sich insbesondere bei der letzten Vorführung, nach deren Ende mehrere Leute noch blieben und Fragen gestellt sowie Waffen ausprobierten. Insgesamt war die Veranstaltung etwas ruhiger, die Anzahl Händler geringer als im Vorjahr, dafür die Preise umso höher.
Der Abbau am Sonntagabend begann gemütlich, schlauerweise ließen wir ein Zelt bis zuletzt stehen, um im Notfall ein trockenes Plätzchen zu haben. Eine gute Idee, denn ab 19 Uhr ging erneut die Welt unter. Der Abbau zog sich so bis 21 Uhr hin, weshalb wir erst um kurz nach 12 Uhr zu Hause unter die Bettdecken krabbeln konnten.
Fotos (c) - Kristina Blum | Text - Meik Teßmer