25/04/2020
RÜCKBLICK - Stein Festplatz - Metz Rallye Classic 2019 vom Automobilclub Stein e.V. – An diesem Wochenende vor einem Jahr startete eine meiner beiden Lieblings-Lichtschrankenveranstaltungen.
Nachdem ich nun fast 1 Woche richtig mit dem Mitsubishi Lancer EVO III vom Autohaus Macht trainieren konnte, kamen im Training auch endlich regelmäßig gute Zeiten. Gut vorbereitet konnte die Hatz über ca. 170 Lichtschranken beginnen. Ich hatte ein gutes Gefühl und war mir sicher am Freitag ordentliche Ergebnisse abgeliefert zu haben. Dann der Schock. Als die ersten Ergebnisse online kamen, war mir das Gleiche passiert wie schon 2 Wochen zuvor bei der Labertal Historic. Ich war nicht identisch mit der Funkuhr des Zeitnahmeteams. Überall war ich ca. 0,10 zu spät. Ich lag an 2. Stelle im Gesamt, aber es waren zu diesem Zeitpunkt schon genau 1 Sekunde Rückstand. Und wieder lag Klaus Leinfelder vor mir. Ich hatte eine kurze Nacht. An einschlafen nicht zu denken. Auch Sonja hatte mich so noch nicht erlebt. Als ich dann um 5 Uhr morgens zum Training wollte, sagte sie nur „Du brauchst kein Training, stell die Funkuhr im Auto richtig und dann kannst du zeigen was du kannst“. Klare Ansage. Und mein unruhiger Schlaf ging weiter. Um 6 Uhr raus aus dem Wohnmobil. Vorbereitung des Auto und des Equipments. Dann zur Startaufstellung vor das Metz-Zelt. Rainer Zimmermann klopfte mir auf die Schulter und sagte nur „der Weg ist sehr weit“. Ich traf auf Klaus Leinfelder und gratulierte ihm zu einem sehr guten Freitag. Teilte ihm aber auch mit, dass noch 105 Lichtschranken zu fahren sind und ich ihm an jeder Lichtschranke 1 Hundertstel abnehmen werde, und heute Abend als Sieger auf der Bühne stehe. Er schaute ganz ungläubig und sagte nur „Alles klar“. Fest entschlossen fuhr ich zur 1. WP an diesem Samstag. 10 Lichtschranken. Höchste Konzentration. Als das Ergebnis online gestellt wurde hatte ich Klaus Leinfelder 0,17 sec abgenommen. Selbstverständlich teilte ich es ihm sofort mit. Das Spiel konnte beginnen. In der Mittagspause hatte ich 0,50 sec Rückstand aufgeholt. Und wieder gab es eine kurze Mitteilung an Klaus. Ich wollte ihn nervös machen und in Fehler treiben. Aber auch Klaus zeigte Klasse und konterte mit guten Zeiten zurück. Auf dem Hengleingelände WP 14 dann wieder der Schock. Der Abstand wurde wieder größer. Rückstand zu diesem Zeitpunkt 0,60 sec. Ich dachte nun der Gesamtsieg ist weg. Mein Großmaul wurde eingebremst. Bei mir machte sich Verzweiflung pur breit. Sollte ich dieses Jahr die Metz nicht gewinnen können. Auf dem Weg zur WP 15 haderte ich mit meinem Schicksal. Nur zweiter werden, wieder nur zweiter werden. Ein letztes Aufbäumen verordnete ich mir und ging in WP 15 mit 10 Lichtschranken. Ich traf die Lichtschranken gut und war zufrieden. Ich hatte keine Ahnung, dass ich Klaus Leinfelder gerade 0,45 sec abgenommen hatte und mit 0,10 sec in Führung war. In der letzten WP 16 kam es dann zum Showdown. Ein kleiner Rundkurs mit insgesamt 3 Runden. Ich fuhr mit Startnummer 1 als erstes in die Prüfung. Als ich nach der ersten Runde direkt hinter Klaus über die Lichtschranken fahren musste, war es nochmal Motivation pur, Klaus an jeder Lichtschranke LIVE vor mir zu sehen. Am Ende hatte ich ihm in WP16 dann nochmal 0,12 sec abgenommen. Somit war ich mit 0,22 sec vorne und der Gesamtsieg war sicher. Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht. Also fing das lange Warten an. Ich war mir sicher es nicht geschafft zu haben. Traurig lief ich über den Platz um mich schließlich im Wohnmobil zu verkriechen. Ich wollte nicht zweiter sein. Die Online Ergebnisse kamen und mein Freund Wolfgang Jung teilt mir per WhatsApp mit, dass ich nach WP 15 in Führung gegangen war. Ich konnte es nicht glauben. Total nervös fiel mir mein Handy aus den Fingern. Konnte kaum richtig atmen. Kontrollierte selbst was da mit den Ergebnissen war. Was wenn ich auf WP16 zu viel wollte und den knappen Vorsprung verspielt hätte. Das Warten auf das Endergebnis fühlte sich an wie Jahre. Endlich kam die WP 16. Ich konnte es nicht glauben. Weitere 0,12 sec besser als Klaus. Überglücklich viel ich meinem Gönner Tilo Macht in die Arme. Der konnte es auch nicht glauben. Beide mussten wir heulen. Das unmögliche war Wirklichkeit geworden. Ich flippte aus. Nach über 170 Lichtschrankenmessungen hatte ich mit 0,22 sec Vorsprung zum vierten Mal die METZ gewonnen. Der emotionalste Sieg ever.
Und jetzt könnt ihr euch vorstellen wie ich an diesem Wochenende leide. Kein Kampf, keine Lichtschranken im Frankenland und keine METZ 2020.