Luner Hof der Pferde

Luner Hof der Pferde Reitanlage, Einstellbetrieb, Landwirtschaft

28/08/2026

Pferde können nicht verarschen.

“Dein Pferd verarscht dich!” – diesen Satz hört man in vielen traditionellen Reitstunden.
Aber Verarschen heißt:
genau wissen, was verlangt wird – und sich bewusst dagegen entscheiden. Aus Boshaftigkeit oder Faulheit.

Das gibt es bei Pferden nicht.

Wenn ein Pferd nicht tut, was wir wollen, hat das fast immer einen von drei Gründen:

Der Reiter reitet nicht fein genug, damit das Pferd versteht, was verlangt wird.

Dem Pferd fehlen die körperlichen Voraussetzungen dafür.

Dem Pferd tut etwas weh, oder es steht unter Stress.

“Keinen Bock” ist die bequeme Diagnose. Sie macht den Reiter unschuldig – und den Lehrer gleich mit.
Die eigentliche Ursache zu suchen, ist anstrengender:
Muss ich feiner reiten lernen?
Braucht das Pferd anderes Training, um die Bewegung überhaupt leisten zu können?
Übe ich zu viel Druck aus?

Wer sein Pferd als Reitpferd nutzen will, sollte den gleichen Anspruch an sich selbst stellen wie an das Pferd. Reiter, die an sich arbeiten, bekommen Pferde, die sich nicht mehr wehren müssen – weil sie verstehen und können, was verlangt wird.

11/08/2026

Herdenleben Teil 3: Pferde, die kein “Pferdisch” können

“Wir haben unseren Jungspund mit vielen anderen Jungtieren erstmal an die Nordsee geschickt. Nur die Kleinen – da hatte er viel Auswahl zum Spielen und Raufen.”

Klingt gut. Viel Platz, viele Gleichaltrige, viel Bewegung. Was will man mehr?

Ein Pferd kann nur lehren, was es selbst kann.
Und genau darin liegt das Problem einer reinen Jungpferdegruppe: Es fehlt der soziale Lehrer. Ein Kindergarten ohne Erzieher.
Alle Beteiligten beherrschen ihre eigene Sprache selbst erst rudimentär. Wer nie einem erfahrenen, ranghohen Pferd begegnet, kann auch nie von einem lernen. Die Jungtiere bringen sich ihre Sprache gegenseitig bei – ohne dass jemand da ist, der die Regeln wirklich kennt.

Das Ergebnis:
Wir züchten Sprachlegastheniker.

Pferde, die sich später mit dem Faustrecht durchsetzen. Oder die zwar “sprechen”, aber die Regeln dahinter nie gelernt haben.
Ein typisches Beispiel: Sie jagen liegende Artgenossen hoch. Unter sozial gefestigten Pferden ein absolutes No-Go – liegende Pferde sind verletzlich, das respektiert eine funktionierende Herde.

Diese Regeln lernt aber nur, wer in seiner prägenden Zeit – bis etwa drei bis vier Jahre – Kontakt zu erfahrenen, unterschiedlich alten Pferden hatte. Nicht nur zu Gleichaltrigen. Und erst recht nicht in Isolation.

08/08/2026

Was das Trensengebiss im Maul soll, muss das junge Pferd erst lernen!

Möchten wir die Pferde klassisch und in Anlehnung ausbilden, dann geht der Weg eigentlich immer über die Nutzung einer Wassertrense als „Kommunikationstool“ zwischen Pferd und Reiter und umgekehrt.

⚠️Natürlich ist das erst einmal ein Fremdkörper im Maul. So wie eine Zahnspange beim Jugendlichen auch. Und das junge Pferd wird erst einmal versuchen, das Ding wieder auszuspucken oder darauf herumzukauen.
Das ist vollkommen normal und bedeutet nicht, das genau dieses Gebiss dem Pferd nicht recht ist. Denn JEDES Gebiss löst erst einmal eine solche oder eine ähnliche Reaktion aus.
Diese Reaktion ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich deutlich ausgeprägt und sollte uns nicht irritieren. WENN das Wassertrensengebiss korrekt in Breite und Dicke angepasst ist.
📌Damit das junge Pferd nicht zu stark mit dem Gebiss herumspielt oder gar die Zunge drüberzieht nutzt man ein Reithalfter, das ebenfalls korrekt verschnallt sein sollte. Es darf nicht zwicken, das Kauen und erst recht nicht das Schlucken und das Atmen behindern. 2 Finger nebeneinander sollten bequem! von oben auf dem Nasenrücken unter den Nasenriemen geschoben werden können.
Je verspielter und irritierter das Pferd, desto wichtiger ist das korrekt verschnallte Reithalfter!
📌Dabei geht es nicht darum, das Maul zuzuschnüren, sondern darum, ein übermäßiges Herumspielen zu unterbinden und zu begrenzen.
Wir lenken dann am besten das Pferd erst einmal ab, haben den Kappzaum oder ein stabiles Halfter über die Trense geschnallt und führen das Pferd zunächst am Stick oder an der Longe mit „blind“ eingeschnalltem Gebiss. Das heisst, wir fassen die Wassertrense noch nicht an!
✅Wir longieren so, gehen spazieren, lassen das Pferd mit Gebiss auch mal Gras fressen oder Hafer oder ein Mash. Zum Fressenlassen lockern wir aber das Reithalfter wieder deutlich.
Beim Auftrensen können wir ein Leckerli mit dem Gebiss zusammen ins Maul schieben. Zur Not darf das sogar mal ein Würfelzucker sein. Hauptsache, dies unbekannte Ding wird erst einmal positiv besetzt.
✅Geht man so vor, gewöhnt sich das junge Pferd meist innerhalb weniger Tage an das Tragen der Wassertrense, WENN man das täglich übt.
Und dann geht es damit weiter, dass man dem Pferd die Wirkung des Trensengebisses „erklärt“.
Dazu gern ein andermal mehr.

Herzliche Grüße
Dagmar Ciolek

08/08/2026

Wir Menschen müssen aufhören,
Pferde für Dinge zu bestrafen,
die sie nicht verstehen.

Vielleicht haben wir sie nicht verstanden, oder haben es ihnen nicht richtig gezeigt.

Wir müssen lernen uns selbst zu spiegeln und beim abfragen der Fehler, bei uns anfangen…

Zu diesem Thema gibt es ein Taschenbuch und E-Book von mir.

Das Pferd als Spiegel des Menschen

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04/08/2026
21/07/2026

Bedingungsloses Vertrauen – Die Psychologie der Pferde wirklich verstehen Dieses Buch ist keine Trainingsanleitung. Es ist ein Schlüssel.Ein Schlüssel zu jener tiefen Verbindung, die entsteht, wenn wir aufhören zu kontrollieren – und anfangen zu verstehen. „Bedingungsloses Vertrauen“ füh...

02/06/2026

„Glaube nicht, dass es die Aufgabe des Pferdes ist, Dich zu begreifen. ​Es ist vielmehr Deine Aufgabe, Dich dem Pferd verständlich zu machen."

Helmut Piller

(Foto: Kate/Pexels)

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