07/08/2026
Nach meinem Beitrag von gestern haben mich viele Nachrichten und Fragen erreicht. Deshalb möchte ich einiges einordnen.
Ich bin seit über 30 Jahren selbstständig als Trainer, war früher im Leistungssport und habe durch Sport und Beruf viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kennengelernt. Meine Erfahrung ist: Vorurteile, Ausgrenzung und Gewalt gibt es leider überall auf der Welt. Sie sind kein Problem einer einzelnen Religion, Nationalität oder eines bestimmten Landes.
Oft entstehen Vorurteile aus Angst. Deshalb halte ich den offenen Austausch für so wichtig. Das bedeutet aber nicht, Probleme zu ignorieren. Natürlich gibt es Herausforderungen – auch beim Thema Migration. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu finden, die sowohl Sicherheit für die Bevölkerung als auch Menschlichkeit und Hilfe für Menschen in echter Not gewährleisten. Pauschale Urteile helfen niemandem.
Viele haben mich gefragt, ob ich auch Menschen trainiere, die die AfD wählen. Meine Antwort ist einfach: Ich habe noch nie einen Kunden gefragt, welche Partei er wählt. Das Wahlgeheimnis ist ein Grundrecht, und für meine Arbeit zählt etwas anderes: Begegnet mir ein Mensch respektvoll und wertschätzend, dann behandle ich ihn genauso.
Ich selbst habe als Kind mit Migrationshintergrund Rassismus erlebt. Deshalb weiß ich, wie verletzend Ausgrenzung sein kann. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass sich Deutschland in den letzten Jahrzehnten positiv entwickelt hat. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es heute für viele Menschen mit Migrationshintergrund deutlich einfacher und selbstverständlicher, hier anzukommen und Teil der Gesellschaft zu sein, als noch in den 80er- und 90er-Jahren. Das bedeutet nicht, dass es keinen Rassismus mehr gibt – aber positive Entwicklungen sollten wir ebenfalls anerkennen.
Wer auf meine Seite kommt, weiß, wer ich bin: Ich heiße Murat, habe einen Migrationshintergrund und bin Muslim. Für mich zählen weder Herkunft, Religion noch politische Einstellung – sondern der Mensch.
Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr miteinander reden statt übereinander. Denn Respekt, Offenheit und ehrlicher Austausch bauen Vorurteile ab und schaffen Verständnis.