10/07/2024
Harmonie und Verbindung entstehen, wenn man sich einig ist, wenn man das Gleiche will. Wenn man nebeneinander steht und in die gleiche Richtung blickt. Oder?
Dann ist man im Fluss mit dem Universum. Auf dem richtigen Weg. Oder?
Jedenfalls sagte mir das irgendein verinnerlichter Glaube von Verbindung und Harmonie.
Doch jetzt standen wir hier und waren uns nicht einig, sondern wollten andere Dinge und blickten in verschiedene Richtungen. Und ich war verloren mit meinem irren Glauben darüber, was Harmonie und Verbindung braucht, um zu leben.
Und ich durfte lernen.
Lernen, dass es manchmal ein bisschen mehr Raum braucht.
Lernen, dass es manchmal einen Schritt von dem andern weg benötigt, um sich selbst zu spüren und den andern zu sehen.
Ich durfte lernen, dass wenn ich dir gegenüberstehe, ich zwar nicht in die gleiche Richtung schaue wie du, aber dass ich dafür in deine Augen schauen kann, dass ich dafür dich sehen kann.
Ich konnte lernen, dass sich mit jedem Wort über unsere ungleichen Ansichten dünnen Fäden beginnen zwischen uns zu spannen. Dass sich ein Raum ergibt, indem wir uns treffen. Ein Raum, wo du mich siehst, wo ich stehe und ich dich sehe, wo du stehst.
Ich durfte lernen, dass in diesem Raum mehr Verbindung entsteht und Nähe erwächst, als aus jeder Übereinstimmigkeit.
Ich durfte lernen, dass Verbindung ein Faden ist, der sich spannt. Dass ein aufrichtiger Blick Nähe schenkt, die um Längen wichtiger ist als Harmonie und dass meine Hand dann automatisch die deine hält.
Magisches Bild: .storytellers.lens