06/12/2021
Der NFC Rot-Weiß trauert um Ralf Gehrke
Der langjährige Spieler und Trainer ist im Alter von 67 Jahren viel zu früh verstorben
Ralf Gehrke ist im Berliner Fußball ganz schön rumgekommen, doch im Herzen ist er immer ein Rot-Weißer geblieben. Ralle, wie ihn auf dem Maybachufer und auf seinen späteren Stationen alle nannten, spielte schon in der Jugend für den NFC – und das sehr erfolgreich. 1972 wurde er mit der A-Jugend Berliner Vizemeister. Auch im Männerbereich blieb er Rot-Weiß treu und trug dazu bei, dass unser Verein seine wohl erfolgreichsten Jahre erlebte. Dass wir mal in der zweithöchsten deutschen Spielklasse waren und dort vor großen Kulissen spielten, scheint heute unglaublich, doch Ralle war als Spieler dabei.
Später kehrte er als Trainer ans Maybachufer zurück, übernahm erst die A-Jugend und baute später eine 1. Männermannschaft auf, die fast nur aus Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bestand – und sehr erfolgreich spielte. Damals befand sich der Verein in einer ähnlichen Lage wie heute, war gerade in die Kreisliga B abgestiegen. Doch mit Ralle gelang der sofortige Wiederaufstieg und um ein Haar auch der Sprung in die Bezirksliga.
Manchmal waren seine Ansprüche für dieses Niveau vielleicht zu hoch, in der Vorbereitung wurde täglich trainiert, die Anzahl der Kanalrunden ließ sich kaum noch zählen und auch am Krafttraining sparte er nicht. Ließ man sich darauf ein, zahlte sich das auf dem Platz aus. Davon zeugen auch die weiteren Aufstiege, die er in späteren Jahren bei anderen Vereinen feiern durfte. Zogen Spieler oder Vereinsführung allerdings nicht mit, gab das Probleme. In diesem Punkt war Ralle ein Dickkopf und sehr konsequent. Leider endete daher auch seine Zeit als Trainer bei uns viel zu früh.
Doch viel mehr als der Trainer wird uns der Mensch Ralf Gehrke fehlen. Ralle hatte immer ein offenes Ohr für seine Spieler und Freunde. Egal ob es sportliche, familiäre, berufliche oder sonstige Probleme waren, man konnte sich an ihn wenden – und er tat alles, um zu helfen. Der menschliche Umgang stand bei Ralle immer im Mittelpunkt. Fußball war nicht nur ein Sport, sondern auch Familie.
Er war gesellig und legte auch bei seinen Teams wert auf Zusammenhalt. Nach den Spielen oder bei Mannschaftsabenden musste man nicht lange betteln und Ralle gab eine Cola, ein Bier oder einen Futschi aus. Auch wenn Ralle Rot-Weiß schon vor mehr als zehn Jahren verlassen hat, war er immer gerne auf dem Maybachufer – und hier stets ein gern gesehener Gast. Denn Ralle war ein echter Rot-Weißer und wird es auch immer bleiben.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Marion, seiner ganzen Familie und allen Freunden.
Ruhe in Frieden alter Freund, wir werden dich nie vergessen.