25/08/2026
Es ist ganz leicht, alles negativ zu sehen, die Welt und Menschen als Trümmerhaufen und sich in vertraute innere Habitate 😉 zurückzuziehen.
Aus der Sicht von Yoga ist das ganz schön vermessen.
Das Wort „vermessen“ trifft es hier sehr gut, da es im Yoga stark um das Maß der Dinge und das Überwinden bzw. Loslösen von Illusionen geht.
Zu glauben, man stehe über den Naturgesetzen oder könne das Leben komplett nach den eigenen Wünschen erzwingen, gilt als klassische Täuschung - māyā - und eben als vermessen.
Yoga lehrt Īśvara praṇidhāna – das Vertrauen in eine höhere Ordnung oder den Fluss des Lebens. Yoga lehrt nicht blind, einfältig oder naiv zu sein.
Sich einzubilden, man wisse es besser als das Universum, oder stur gegen Gegebenheiten anzukämpfen, anstatt loszulassen, gilt als unweise und anmaßend.
Es ist um einiges intensiver, interessanter und auch anstrengender, wenn man es nicht gewohnt ist, sich selbst, den Anderen und der Welt mit heiterer Grundstimmung und Gelassenheit zu begegnen.
Das ist zum Beispiel eine Übung im Yoga. Man kann sagen eine Anleitung, jenseits von āsana Praxis.
Eine Führung des eigenen Geistes.
दृग्दर्शनशक्त्योरेकात्मतेवास्मिता ॥ ६ ॥
dṛgdarśanaśaktyorekātmatevāsmita || 6 ||
YS, 2.6
Patañjali definiert hier präzise:
„āsmita ist die fälschliche Annahme, dass das Sehende (das wahre unsterbliche Selbst) und das Instrument des Sehens (der Körper, der Verstand, das Ego) ein und dasselbe sind.“
Ist es schwierig für dich, das zu verstehen?
Es umzusetzen ist eine tägliche ernste Übung und kann mit viel Frohsinn ausgeführt werden. 🤓