Mit Saunalandschaft, Solarium und Gastronomie? Wenn ihr vor 2000 geboren seid, könnt ihr euch wahrscheinlich auch noch erinnern: an Wellen so hoch wie die, der Ostsee, an das etwas kühlere Außenbecken mit Rutsche, an den bangen Blick vom 3-Meter-Sprungbrett und an die fettigen Pommes, wenn man ganz ausgehungert war vom Badetag. In der Landsberger Allee 77 (ehemals Leninallee) in Friedrichshain tra
fen wir uns nach der Schule (oder auch mal währenddessen) im 1981 eröffneten Sport- und Erholungszentrum. Alle danach Geborenen kennen den Besuch eines Spaßbades nur als Ausflug ins benachbarte Bundesland – wie das Schwapp Fürstenwald oder Tropical Islands. Seit 2002 sind das Plantschen, Springen und Rutschen im SEZ nicht mehr möglich. Mit der Schließung verlor Berlin aber nicht nur ein großes Schwimmbad. Viele Kids haben im SEZ Rollschuh- und Schlittschuhlaufen gelernt. In unseren Jugendjahren sind wir dort Händchenhaltend mit unserem Schwarm rumgefahren. Beim Sprung über die Rampe gab es auch mal aufgeschlagene Knie oder Steißbeinprellungen. Daneben beherbergte das Gelände mehrere Sporthallen für Tennis, Tischtennis & Co., Fitnessstudios, eine moderne Bowlinganlage mit 16 Bahnen, Gymnastik- und Ballettsäle. Da kam wohl jede:r sportlich auf seine Kosten. Wenig überraschend, hat der neue Investor das 2003 übernommene Areal, nicht wie gefordert wieder in Betrieb genommen, sondern verfallen lassen. Zwei Jahrzehnte später ist vom alten Glanz vergangener Tage nicht mehr viel übrig. Lediglich ein paar Veranstaltungen finden in entsprechend umgebauten Teilen des Gebäudes statt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit muss der Eigentümer das SEZ nun wieder an das Land Berlin zurückgeben. Und jetzt? „Jetzt geht es darum, aus dieser Fläche gemeinsam das Beste für Berlin zu machen.“, heißt es in einer Pressemitteilung des Berliner Finanzsenators Stefan Evers (CDU). Mit „gemeinsam“ sind allerdings nicht die Berliner:innen gemeint. Was „das Beste für Berlin“ ist, wurde übrigens auch schon entschieden: das SEZ soll abgerissen und das Grundstück neu bebaut werden. "Das SEZ geht zurück an das Land Berlin und kommt damit endlich wieder den Berlinerinnen und Berlinern zu Gute", erklärt der Finanzsenator. Wäre das nicht der Erhalt des Sport- und Erholungszentrums? Der Linken-Abgeordnete Damiano Valgolio sagt dazu „Sobald der Senat die Schlüsselgewalt hat, muss er prüfen, in welchem Zustand die Gebäude sind. Wenn sie intakt sind, wäre es völlig absurd abzureißen.“ – Das sehen wir genauso!