23/06/2026
**Von dem Lachs, so im Scaldseat bereitet wird, nach Art der alten Küche beschrieben**
So man guten Lachs aus kalten Wassern empfänget, der sei frisch, fest im Fleische und von hellem Glanze. Man nehme dessen zwei oder drei Stücke und lege sie beiseit, bis der Sud bereitet ist.
Alsdann setze man einen Kessel mit Wasser auf das Feuer und lasse es warm werden, bis es nahe dem Sieden ist. Darin tue man Salz, ein Lorbeerblatt, etliche Körner des schwarzen Pfeffers und ein kleines Bund von Dill oder Petersil, auf dass der Sud Wohlgeschmack und Kraft gewinne.
Wenn das Wasser also gewürzt und heiß geworden ist, doch nicht gar wild siedet, so lege man den Lachs behutsam hinein. Man lasse ihn sachte ziehen im warmen Wasser, bis das Fleisch sich löset in zarten Stücken und nicht mehr roh in seinem Innern ist, was etwa eines Viertels einer Stunde bedarf.
Danach h**e man den Fisch mit Sorgfalt heraus und lasse ihn ein wenig ruhen, dass das Wasser von ihm weiche.
Indes bereite man eine Butter in der Pfanne, lasse sie schmelzen und leicht bräunen, bis sie nussig duftet. Wer will, der füge ein Tröpflein Essig oder Wein-Zitronensaft hinzu und ein wenig Knoblauch, fein zerschnitten, auf dass die Sauce kräftig werde.
Diese warme Butter gieße man über den Lachs, und bestreue ihn mit frischen Kräutern, so er noch warm sei.
Also wird der Lachs zu Scaldseat bereitet, schlicht doch wohlgeschmack, und wird gereicht mit Brot aus Roggen oder Dinkel, oder mit Gemüse aus dem Garten, je nach dem Vermögen des Hauses.
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