31/08/2026
Es ist eure Entscheidung
Am Ende ist es eine krasse Entscheidung aus dir heraus, wie du in deiner Beziehung bist, wie du deine Liebe teilst, statt dich zu „schützen", und wie du in Kontakt gehst und dich hingibst.
Und wie ihr das zusammen macht. Zusammen.
Es gibt tolle Methoden, und grundsätzlich ist es eher schwierig, eine tiefe und liebevolle Beziehung zu führen, ohne eine Basis an Selbstregulation, gutem Selbstbezug, Körperbewusstsein und einer Ahnung von deinen stärksten dysfunktionalen Bindungsmustern. Dazu braucht es aus meiner Sicht auf jeden Fall auch therapeutische Begleitung, je nachdem wo du mit dir, deinem Bindungstrauma und deinem Nervensystem gerade stehst.
Und dann braucht es eine klare Entscheidung.
Ich bin in den letzten Jahren durch einige Hochs und Tiefs in Beziehungen gegangen, habe einiges selbst versucht und durchprobiert und bin an einigen Stellen sehr an die Wand gefahren – verfallen in tiefe alte Bindungsmuster und Trigger, erst mal ohne Ahnung, wie ich das anders machen kann.
Wenn ich heute schaue, wie ich Beziehung führe und was auf einmal möglich wird, jenseits von meinen und unseren tiefen Prägungen und Schutzfunktionen, bleibt für mich als Resümee:
DU MUSST DICH ENTSCHEIDEN.
IHR MÜSST EUCH ZUSAMMEN ENTSCHEIDEN.
Eine der wichtigsten Entscheidungen ist für mich, immer wieder raus aus meinen üblichen Schutzreaktionen und Kontrollmustern zu kommen. Es braucht, dass du für dich prüfst, bevor du den Mund aufmachst, ob das, was du sagen willst, im Dienste der Beziehung ist oder im Dienste deines Egos und deiner alten Schutzstrategien.
Willst du gerade etwas sagen, um recht zu haben, dich zu verteidigen, anzugreifen, Dampf abzulassen, zu kontrollieren?
Oder geht es um die Klärung der Verbindung und Liebe – etwas Wichtiges mitteilen, deine Wünsche oder Grenzen, Angst, Trauer, Schmerz, Wut, Freude, Lust?
Wenn du aus deinen alten Schutzstrukturen handelst, wird es der Beziehung eher schaden. Reaktion wird mit Reaktion gekontert.
„Du bist ja immer so …" „Du bist ein …" „DU …" „Immer …" – das muss raus aus der Sprache.
Sprich über dich. Wie dich etwas bewegt. Was dich verletzt. Was dir fehlt. Was du dir wünschst.
Und das heißt nicht, deine Wut runterzuschlucken oder Konflikte zu vermeiden. Im Gegenteil. Sag, wenn du wütend bist. Sag Nein. Sag Ja. Setz Grenzen. Aber prüfe, wofür du es sagst.
Ich tue jetzt mehr Dinge, die ich früher schwierig fand: mich mehr entschuldigen, zugeben, dass meine Partnerin in einigen Dingen recht hat, noch besser zuhören, noch mehr meine Liebe bekunden.
Es geht so viel mehr Liebe. Einfach so. Den Hebel umlegen.
Und wenn du jetzt in dir merkst „JA, ABER …" – dann bist du vielleicht gerade wieder mitten in deiner Struktur. Und das ist auch ok. Es ist nicht so einfach. Es ist überhaupt nicht einfach.
PS:
Ich möchte mit diesem Post Trauma und Bindungstrauma und die damit kommenden Schwierigkeiten nicht abtun. Mir ist bewusst, und ich habe es an mir selbst erlebt, dass es sehr schwer sein kann, nicht aus der Schutzstruktur heraus zu reagieren. Mir persönlich hilft es sehr, wenn meine Ausrichtung klar ist und wir in unserer Beziehung klare Grenzen haben – was geht und was nicht geht.
Manche Muster löst man nicht allein am Küchentisch. Wenn ihr merkt, dass ihr genau an diesem Punkt feststeckt und jemanden braucht, der mit euch da reinschaut: Ich habe für September/Oktober zwei freie Plätze für einen Coaching-Prozess. Meldet euch, wenn ihr spürt, dass jetzt der Moment ist:.