LassWandern

LassWandern Wir wandern gemeinsam statt einsam durch die beruhigende Natur und Kulturlandschaft südwestlich von Berlin; um Seen, durch den Fläming bis Wittenberg.

Vorfrühlingshafte Runde um Stangenhagen bei BeelitzDer wärmenden Sonne am vergangenen Sonntag konnten wir nicht widerste...
16/03/2022

Vorfrühlingshafte Runde um Stangenhagen bei Beelitz

Der wärmenden Sonne am vergangenen Sonntag konnten wir nicht widerstehen. Es zog uns raus in die Natur und so entschieden wir uns für eine kurze 10-km-Runde um Stangenhagen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Anderen ging es wohl ähnlich, denn der Parkplatz zum Dr. Lothar Kalbe Beobachtungsturm erwies sich als gut gefüllt.

Am Pfefferfließ entlang schlenderten wir durch dieses sehr schöne Feuchtgebiet bis zum Beobachtungsturm. Dort hinaufgestiegen, konnten wir auf Wasserflächen und umliegendem Land diesmal leider kaum Vögel beobachten. Eine anwesende Ornithologin aus der Region bestätigte unsere Beobachtung. Sehr außergewöhnlich und nicht zu erklären, so ihre Worte.

Wir zogen gemächlich weiter durch Flur und Wald und genossen diesen sonnigen und warmen Vorfrühlingstag. Die Wege zeigten sich gesäumt von flauschigen Kätzchen der Salweide, umschwärmt von den ersten Schmetterlingen wie "Großer Fuchs" (Schmetterling des Jahres 2018) und anderen Insekten. Auch Schneeglöckchen und Krokus, die ersten Boten des nahenden Frühlings, schmückten den Wegesrand.

Ganz offensichtlich, kleine wie große Pflanzen lösen sich aus der langen Umklammerung des dunklen Winters. Der unbändige und kraftvolle Drang der Vegetation nach einem freien Leben beeindruckt immer wieder, sprengte eine ältere Eiche sich doch sogar aus einem scheinbar unüberwindbaren Betonring frei. Mit dieser zeitgemäßen Botschaft der Natur und dem Mond am Himmel beendeten wir unsere Runde und kehrten gut erholt in unser Heim zurück.

+ Aus Spargelland zum Ostseestrand - Radtour von Beelitz nach Warnemünde +Freitag geht's los, so war unser Plan. Doch Pe...
26/08/2021

+ Aus Spargelland zum Ostseestrand - Radtour von Beelitz nach Warnemünde +

Freitag geht's los, so war unser Plan. Doch Petrus hatte andere Pläne für den 09.07.2021. Regen und Wind peitschten den ganzen Tag. Aber die Vorhersage versprach baldige "Besserung" und hatte recht. Am nächsten Morgen des Samstag kehrten blauer Himmel und Sonnenschein zurück und dabei eine angenehme Kühle. Kleines Frühstück, Taschen ans Rad, Mobiltelefon aus, GPS an, Karten griffbereit, Startfoto und los ging's frohgemut in Richtung Norden, immer der Ostsee entgegen. Auf sandigen Wald- und Feldwegen, vom Regen fest, rollten wir entspannt über Klaistow und Bliesendorf und weiter auf meist ausgebauten Radwegen nach Brandenburg an der Havel. Dort gab es eine kurze Rast mit leckerem Eis für meine Gattin und nettem Plausch mit einer ortskundigen und rüstigen Oma auf Rad. Und weiter trugen uns die Räder, vorbei an Kleingärten und stillgelegten Industriebrachen, auf die kleine Fähre über die Havel und durch stillen Wald entlang des Breitlingsee in Richtung Kirchmöser. Die Radwege füllten sich mit hungrigen Badegästen, ebenso die Strandkneipen und so suchten und fanden auch wir unseren Rast- und Schlafplatz für die erste Nacht auf Tour. Kurz vor Kirchmöser, direkt zwischen Ufer und Radweg im Schatten hoher Bäume schlugen wir nach 49,8 km und reichlich sechs Stunden Fahrt unser MSR-Zweipersonenzelt auf. Gekocht wurde erstaunlich schmackhaftes aus der Tüte (Davert, Bio-Cup-Gerichte) mit eigenhändig gefiltertem Seewasser auf unserem bewährten Jetboil-Kocher. Ein wunderschöner Sonnenuntergang über dem See beendete unseren ersten Tag auf der Strecke.

Am nächsten Morgen, nach leichtem und leckerem Porridge-Imbiss sowie mit frisch gebrühtem Kaffee und Tee, sattelten wir unsere frisch geölten Räder und rollten unter praller Sonne am wolkenlosen Himmel auf dem längsten Fernradweg Deutschlands ("Tour Brandenburg") durch Kirchmöser und den Schlosspark Plaue. Hier verließen wir den Fernradweg und fuhren eine selbst ausgewählte, ruhigere und kürzere Strecke auf Wald- und ausgebauten Radwegen nach Millow. Dort gönnten wir uns eine kurze Pause an der wunderschönen Feldkirche und füllten im Pfarrhaus unsere vier 1-Liter-Wasserflaschen auf. Weiter auf dem sehr gut ausgebauten und ausgeschilderten Havelradweg, durch viele kleine Dörfer mit Störchen, immer entlang der Havel erreichten wir mit leichtem Rückenwind und bester Laune gegen 18 Uhr den kleinen Ort Schollene an der Havel. Die gemütliche Gaststätte "Zur Linde" im Ort geöffnet und gut besucht, ergatterten wir den letzten Tisch auf der Terrasse. Kaltes Bier, leckeres Essen und nette Tischgesellschaft machten den Besuch zu einem angenehmen Erlebnis. Einige Kilometer weiter bauten wir nach heute 74,2 km und knapp zehn Stunden auf dem Rad unser Zelt am Rande einer großen Wiese im Schutze einer Hecke aus Bäumen und Sträuchern auf. Meinen Plan außerhalb vom Zelt zu schlafen, durchkreuzten oder besser durchstachen allerdings die Scharen hungriger Mücken. Auch die wollen leben, klar, aber ich wollte schlafen. So blieb nur die Flucht ins schützende Zelt.

Nach einer angenehm kühlen und stillen Nacht unter sternenklarem Himmel trockneten wir Zelt und Schlafsäcke in der wärmenden Morgensonne. Leichtes Frühstück und schon folgten wir bei sommerlichem Bilderbuchwetter weiter dem Havelradweg durch beschauliche kleine Dörfer und entlang der weiten Havelwiesen in die Hansestadt Havelberg. Dort gönnten wir uns beim Bäcker am Markt ein kleines Frühstück am Tisch im Schatten der Bäume. Mit reichlich Sonne und Rückenwind rollten wir zufrieden weiter und hoch oben auf dem Damm zwischen Havel und Elbe in Richtung Wittenberge. Tolle Strecke mit herrlichem Ausblick und weniger Radverkehr als erwartet auf dem beliebten Elberadweg! Bei sommerlicher Hitze genehmigten wir uns eine kurze Ruhepause an und ich ein erfrischendes Bad in der Elbe; mein erstes in diesem Fluss und noch immer am Leben. Am frühen Abend erreichten wir nach 61 km und knapp acht Stunden den wunderschönen "Deichhof Garsedow" mit liebevoll eingerichteten Unterkünften im Landhausstil, herzlichen Gastgebern und einem süßen Hund vor den Toren von Wittenberge an der Elbe. Das frisch gezapfte Bier unter uralten Walnussbäumen und ein spontan freies Doppelzimmer in dieser Idylle fühlte sich an wie die Ankunft im Paradies. Ohne Gepäck radelten wir noch zum edlen Speisen im Freien ins beliebte Brauhaus auf dem Gelände der ehemaligen Ölmühle in Wittenberge. Müde und glücklich schliefen wir ein, mal wieder im Bett.

Gegen 8 Uhr lockten uns Sonne, Hahnenrufe und das Zwitschern der Vögel aus den Federn. Geplant war Weiterfahrt, doch spätestens das paradiesische Frühstück im Garten wie Eden zwang uns zu einem willkommenen Ruhetag. Den nutzten wir, um Wittenberge und Umgebung zu erkunden sowie zum Mittagsschlaf auf der Wiese. Dazu kamen Abendbrot im wildbelassenen Künstlergarten und ein spätes Bier, selbst gezapft im Deichhof unter Walnussbaum und sommerlichem Sternenhimmel.

Nach einer weiteren Nacht im gemütlichen Bett und am Gartentisch mit liebevoll bereitetem Frühstück sattelten wir unsere Räder und folgten der Karte auf Radwegen, ruhigen Straßen und stillen Waldwegen in Richtung Parchim. Etwas bewölkt blieb es beim Rückenwind aus Südwest. Dann endlich, in Berge in der Prignitz, kurz vor "Meck-Pomm" fanden wir ihn doch noch, den scheinbar einzigen noch handwerkenden Landbäcker auf der gesamten Strecke, die "Bäckerei Schumacher". Leckerer Kuchen für unter 1€ das selbst gewählte Riesenstück, Brot und Brötchen für unterwegs sowie ein längerer Plausch mit der netten Verkäuferin bleiben in angenehmer Erinnerung. Vorbei mit locker ging es kurz vor Parchim in die Ruhner Berge, mit der nach den Helpter Bergen zweithöchsten Erhebung in Mecklenburg-Vorpommern. Die über 170 m Gipfelhöhe mit kleinem Aussichtsturm und überdachter Picknickbank hatten wir hier nicht erwartet. Doch nach Rauf geht's immer wieder runter und nach einigen weiteren Kilometern durch Feldflur mit angebautem Hanf und durch stillem Wald stiegen wir nach heute 73,5 km und reichlich acht Stunden kurz vor 19 Uhr am Café & Pension "Am Brunnen" direkt am kleinen Flüsschen Elde (längster Fluss Mecklenburgs) von den Rädern. Auch hier gab's von den netten Gastgebern noch das letzte freie Zimmer für uns. Dazu kam ein willkommener und gut besuchter Hausgrillabend mit Bratwurst vom zertifizierten Thüringer Grillmeister und ein kühles Lübzer vom Fass.

Am nächsten Morgen, ausgeschlafen und gut gefrühstückt, schlängelten wir uns bei wieder reichlich Sonnenschein durch das schöne Parchim. Nach kurzem Stopp für eine aktuelle Ausgabe der bewährten Fahrradkarte von Kompass (1:70.000) bei der örtlichen Tourist-Info ging es weiter auf zumeist stillen Wegen und kaum befahrenen Straßen bei hochsommerlichen Temperaturen nach Sternberg. Dort am Brunnen auf dem sehenswerten Markt erfrischt, gab's ein fruchtiges Eis für meine Frau und ein eiskaltes Lübzer für mich. Weiter bergauf und bergab durch die verträumte Landschaft aus Wäldern, Feldern, Wiesen und Wässern erreichten wir kurz vor 20 Uhr, nach 75,5 km und knapp 10 Stunden den Campingplatz in Neukloster. Unweit vom See gelegen, platzierten wir unser Zelt auf einer großen, ruhigen Wiese. Warmes Essen gab es wieder aus der Tüte und dazu zwei kühle Büchsenbier von Lidl. So endetet die vorletzte Etappe unserer Tour, müde, entspannt und rundum glücklich.

Gut geschlafen, sprang ich am frühen Morgen in den noch stillen Neuklostersee. Kein Kaffee der Welt belebt die Sinne und Lebensgeister mehr als ein morgendlicher Sprung ins kühle Nass. Nach kleinem Frühstück mit Tee und Kaffee erfolgte die alltägliche Wegeplanung althergebracht "offline" auf gedruckter Fahrradkarte. Der auserwählte Weg führte uns bei hochsommerlichen Temperaturen auf unserer letzten Etappe weiter unter schattigen Alleen auf kaum befahrenen Straßen, Rad- und Feldwegen durch die malerische Mecklenburger Hügellandschaft über Kröpelin bis Vorder Bollhagen. Auf dem dort traumhaft gelegenen BIOLAND-Gut nach heute 41 km und fünfeinhalb Stunden angekommen, erwarteten uns unsere Kinder und Hunde. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendbrot und dem Einzug in unsere vorbereiteten Betten bei einer lieben Bekannten im Dorf.

Nach drei gemütlichen Tagen am und im Meer, einschließlich Familiengeburtstag auf dem Lande, sattelten wir am Montag den 19.07.2021 wieder unsere Räder. Diese trugen uns auf dem Ostseeradweg, immer am Meer entlang, über 20,9 km durch den malerischen Gespensterwald Nienhagen nach Warnemünde. Hier erwarteten uns mittlerweile ungewohnte Menschenmassen und das Endziel unserer Tour. Zurück nachhause brachten uns in wenigen Stunden die Rostocker S-Bahn und Regionalbahn. Mit einem kühlen Bier auf der heimischen Terrasse gedachten und feierten wir schließlich unsere insgesamt 395,9 km lange Radtour von Spargelland zum Ostseestrand.

Längst zurück im Alltag, schwärmen wir noch immer von dieser wundervollen Reise auf zwei Rädern. Nur mit Muskelkraft und ganz bewusst ohne "E" schlängelten wir uns das zweite Mal in Folge durch ein traumhaftes Nordostdeutschland, mit reichlich Sonne von oben und den Wind immer von hinten. Und ja, nicht vergessen werden wir die vielen zufälligen Begegnungen mit wundervollen Menschen, Tieren und Pflanzen am Wegesrand. Ein Privileg des langsamen Reisens auf Fahrrad oder Sohlen! Auf das Wesentliche reduziert - Bewegen, Essen, Schlafen - erlebten und genossen wir Erholung pur für Körper und Geist und ein Feuerwerk für alle Sinne. Sehen, Hören, Riechen, Spüren der gemächlich vorbeiziehenden Welt wie es beim Reisen mit Auto, Bahn oder Flugzeug einfach nicht möglich ist. "More in touch with the world, with life", so beschrieb ein passionierter Radler aus den USA in wenigen Worten treffend das Reisen mit Fahrrad. Unbedingt wieder und so planen wir auch im kommenden Jahr durch Land und Urlaub zu radeln.

Von Fichtenwalde auf den Europäischen Fernwanderweg E11 in Richtung Hoher FlämingDie erste Langstreckenwanderung in 2021...
19/05/2021

Von Fichtenwalde auf den Europäischen Fernwanderweg E11 in Richtung Hoher Fläming

Die erste Langstreckenwanderung in 2021 war fest für Mai geplant. Mit unserem ältesten Sohn sollte es über mehrere Tage "Backpacking" auf den Brocken im Nationalpark Harz gehen. Dieses hehre Ziel steht noch immer, aber das besch...(eidene) Wetter der ersten Mai-Woche rief nach Planänderung. Ein Gipfel als Höhepunkt sollte es dennoch werden. So entschlossen wir uns für eine Zwei-Tages-Tour auf dem Fernwanderweg E11 zum Hagelberg (201 m ü.NN) im Fläming und weiter nach Wiesenburg.

Los ging's am Mittwoch den 05.05.2021 kurz nach 8 Uhr mit Rucksäcken und Minimalgepäck für eine Übernachtung im Zelt. Ab Fichtenwalde wanderten wir bei wechselhaftem und kühlem Wetter mit Sonne und Schauern im Wechsel über den Rummelsborner Weg nach Kanin. Von dort führte uns der Weg vorbei an folienbedeckten Spargelfeldern zum Einstieg auf den Fernwanderweg E11. Dem sehr gut ausgeschilderten Europaweg E11 (weiß-blau-weiße Markierung) folgten wir auf stillen Waldwegen zum Kolpinsee. Hier gönnten wir uns neben dem ersten Pausensnack auch den ersten Regenschauer auf einer hölzernen Bank am Ufer. Weiter führte uns der E11 mitten durch ein blühendes Lehnin bei Sonnenschein und danach weiter nach Westen über eine offene und ziemlich windige Agrarwüstenlandschaft. Immer wieder sorgten Sturmböen für riesige Staubwolken, die rasend über die vegetationsfreien Ackerflächen zogen. So verschwindet noch das letzte bisschen einigermaßen fruchtbarer Krume von diesen ohnehin kargen Sandflächen. Von Boden durch Sturm und Wind befreit, hat eine solche Landwirtschaft keine Zukunft.

Irgendwann gelangten wir zurück in den Wald und gönnten uns am Waldesrand eine kurze Rast. Raus aus den Schuhen und rein in ein kurzes Schläfchen im Windschatten der Bäume; die einfachsten Dinge mutieren so zurück zu gefühltem Luxus. Ausgeruht schlenderten wir nun wieder überwiegend durch Kiefernwald, auf unbefestigten und menschenleeren Wegen und durch das idyllisch gelegene kleine Waldörtchen Oberjünne nach Golzow. Hier brauchte es eine Pause mit bescheidenem Einkauf im kleinen Dorfkonsum. Eine beinahe ganze Packung erworbenen Pflasters verteilte sich über die Blasen unter beiden Füßen unseres Sohnes. Seine Schuhe wollte er nach der Wanderung nicht mehr sehen. Für Füße und Geist geradezu heilsam, ja schon fast unheimlich, erschien ihm dagegen die Freundlichkeit der Menschen in dieser ländlichen Umgebung. Schön und für einen Berliner kaum zu glauben, dass es sowas noch gibt.

In Golzow einigten wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht außerhalb des Ortes. Einem Stückchen ruhiger Straße folgend, gelangten wir zurück auf einen breiten und sandigen Feldweg. Sturm und Regenschauer legten nun am Rande des bereits sichtbaren Hohen Fläming noch einmal mächtig zu und zwangen uns immer wieder hinter eine vor Wind schützende Feldhecke und unter die zu kleine Regenplane. Die ersten Rehe wagten sich bereits ausgeschlafen aus ihren Verstecken um Abend und Nacht zum Fressen zu nutzen. Nach (fr)essen war uns auch zumute, aber auch nach Schlaf und so erschien uns eine überdachte Picknickbank am Wegesrand genau zur rechten Zeit. Nach 38,7 km war es soweit. Rucksäcke runter, Schuhe aus und erst mal kurze Sitzpause. Doch die dunklen Wolken drohten erneut mit Regen und so bauten wir in nur wenigen Minuten unser textiles Zweipersonenhaus auf die Wiese. Fast fertig und gemütlich eingerichtet, kam der Anruf wegen eines Trauerfalles in der Großfamilie. Kurze Beratung und schon waren Zelt und Inneneinrichtung wieder sicher im Rucksack verstaut; gerade rechtzeitig vor einem erneuten Frontalangriff von Sturm und Regenschauern aus Nordwest. Doch ein wunderschöner Regenbogen versüßte uns die letzten Momente dieses in der Abenddämmerung versinkenden, stürmischen Wandertages. Zum Abschluss zähmte noch ein heißes und leckeres Instant-Bio-Süppchen aus der Tüte vom Gas-Kartuschen-Kocher unseren Hunger nach Speise und Wärme. Wenige Augenblicke später sammelte unser Jüngster uns in sein Auto ein und brachte uns in nur wenigen Minuten die in knapp 11 Stunden hart erlaufene Strecke zurück nach Hause. So zwang uns das Schicksal also zu einer weiteren Planänderung; aus ursprünglich fünf Wandertagen zum Brocken wurden nicht mal zwei Wandertage, sondern letztlich nur ein, aber dafür gemeinsamer und erlebnisreicher Vater-Sohn-Wandertag. Nun, das kühle Bier daheim kam uns dann letztlich auch nicht ungelegen. Doch wir sind uns einig, die Wandertour nach Wiesenburg wird noch vollendet und die zum Brocken nachgeholt. Wir freuen uns schon drauf, auch unser Sohn, denn die Blasen sind längst wieder abgeheilt.

Herbstliche Runde im Mai um den Kolpinsee bei LehninErster Sonntag im Mai 2021 und noch immer bläst ein gefühlt eisiger ...
03/05/2021

Herbstliche Runde im Mai um den Kolpinsee bei Lehnin

Erster Sonntag im Mai 2021 und noch immer bläst ein gefühlt eisiger Wind aus Norden, der einzelne dunkle Wolken vor sich her treibt, aus denen hin und wieder wenige Tropfen fallen. Aber das hält uns nicht davon ab, die gemütlich warme Blockhütte zu verlassen, um den idyllisch gelegenen Kolpinsee zu umrunden.

Das Auto trägt uns gegen Mittag ab Fichtenwalde in Richtung Lehnin und wird an der L-88 zwischen Busendorf und Emstal an einem Feldweg geparkt. Von dort schlendern wir gemächlich gen Norden. Es geht über sandige und begrünte aber meist menschenleere Wege durch Kiefernforsten und später durch Mischwald zum Südufer des Kolpinsees. Kurze Rast an einer Holzbank am Ufer, doch der hier gefühlt noch eisiger und stärker pfeifende Wind über den See verkürzt die Pause. Entgegen des Uhrzeigersinns umrunden wir den Kolpinsee auf schönen Wegen durch märchenhaften Auenwald aus Erlen, über (trockene) Feuchtwiesen und entlang uralter Eichenreihen. Das klare Wasser des Sees und sandige Einstiege verlocken zum Bad. Doch diesmal übe ich mich in Verzicht. Kein Handtuch dabei, so meine Ausrede.

Wieder am Südufer des Sees angelangt, wanderten wir zurück zum Auto. Wären da nicht das zarte Blattgrün an Bäumen und Sträuchern sowie die frühen Blüten an Blumen und Zweigen, könnte man angesichts der im Winde rauschenden Baumkronen und wild durch die Luft wirbelnder Altblätter meinen, es herrsche später Herbst und Winter sowie Weihnacht stehen vor der Tür. Wieder daheim, gab's allerdings keinen Glühwein sondern heißen Tee bei ... natürlich Kerzenlicht. Ein echter Genuss, nach knapp drei Stunden und 11 km wandern.

Über Brück(en) durch die Plane-NiederungSonne und Wolken im Wechsel, dazu eisiger Wind mit Regen und Schnee - zum Wander...
08/04/2021

Über Brück(en) durch die Plane-Niederung

Sonne und Wolken im Wechsel, dazu eisiger Wind mit Regen und Schnee - zum Wandern im April braucht's heißen Tee. Hatten wir allerdings nicht dabei auf unserer gestrigen 13,5-km-Wanderrunde ab Brück entlang der kleinen Plane bis Trebitz und weiter über Gömnigk zur "Wühlmühle" an der Plane und zurück nach Brück zum Auto am Naturbad.

Spät aufgestanden, saß uns die wohltuende und gesunde Faulheit der Osterurlaubstage noch in Körper und Geist. Entsprechend gemächlich schlenderten wir über knapp vier Stunden durch die so langsam aus dem Winterschlaf erwachende Natur südlich von Brück. Nun, wer langsam geht, hat ohnehin mehr vom Weg und sieht dazu nicht weniger. So trafen wir allerlei muntere Tiere und blühende Pflanzen wie Veilchen oder Taubnesseln am Wegesrand. Wildtieren wie Kohlmeise, Eichhörnchen und Milan begegneten wir ebenso wie Weidetieren, so auch einer kleinen Familie Schottischer Hochlandrinder in kuscheligem Winterfell.

Sehenswert auf dieser Runde ist aber auch das kleine Dorf Trebitz und dessen Kirche. Den dortigen großen Biergarten an der Plane konnten wir leider nicht besuchen und ausprobieren - geschlossen wie alle Gastronomie in diesem lahmgelegten Lande. Dafür hatten wir auf der Rückfahrt zwischen Linthe und Schlalach noch das Glück, dem ersten Storch des Jahres zu begegnen. Als wäre das nicht genug, gab sich auch noch ein wunderschöner Fasan im grünen Grase die Ehre. Daheim gab's dann endlich den vergessenen heißen Tee und zwar im Kerzenlicht.

Morgendliche Runde um und in die Lienewitz-Seen nahe Ferch.Der Frost steckte zwar heute früh noch im Boden, aber das Was...
15/03/2021

Morgendliche Runde um und in die Lienewitz-Seen nahe Ferch.

Der Frost steckte zwar heute früh noch im Boden, aber das Wasser zeigte sich eisfrei und klar. Und das erste zarte sowie essbare Grün wagt sich aus dem schützenden Erdreich. Darunter der in 2021 erste Bärlauch, frisch und besonders scharf - ganz nach meinem Geschmack. Umso leichter fiel mir der erste, durch das Bärlauch-Allicin (steckt auch im Knoblauch) angeheizte Sprung des Jahres ins 5°C warme Wasser. Fühlte mich wie neu geboren - den Kopf frei und den Körper wie verjüngt! Doch irgendwie und leider hat es in diesem Winter mit dem durchgängigen Baden nicht geklappt. Irre Zeiten eben! Nun, die Schneeglöckchen lassen sich ja auch nicht von all diesem menschlichen Irrsinn beeindrucken und so folgt das Erscheinen ihrer zarten und dicht aneinander gekuschelten Blüten, Frost und Kälte trotzend, nur dem Rhythmus und den universellen Gesetzen der Natur. Werde es ihnen ab jetzt wieder gleich tun!

Natur im Winter verzaubert bei Schnee und Tauwetter!Die ersten Wochen in 2021 brachten uns nach Jahren den von vielen la...
17/02/2021

Natur im Winter verzaubert bei Schnee und Tauwetter!

Die ersten Wochen in 2021 brachten uns nach Jahren den von vielen langersehnten Winter zurück ins Land. Wen hält es da noch in der Stube? Weder die Kinder ließen sich beim Rodeln bremsen noch ich beim Wandern auf tief und unberührt verschneiten Wegen durch die frostig verzauberten Wald- und Forstlandschaften um Beelitz und anderswo in PM.

Viele Kilometer und Stunden verbrachte ich solo oder in Begleitung meiner Frau und unserer treuen Hündin Tala im märkischen Winterwunderland. Doch selbst wenn ganz ohne familiäre Begleitung unterwegs, blieb ich doch auch diesmal in der Natur nie einsam und alleine. Damwild, Reh, Fuchs, Habicht, Rabe und andere wilde Gesellen oder aber deren Spuren im Schnee und Rufe begleiteten mich fast überall. Auch der bei uns endlich wieder heimisch gewordene Wolf hatte hier und da seine beeindruckenden Abdrücke im frostig glitzernden Schnee hinterlassen. Zu sehen bekam ich unseren scheuen und zu Unrecht noch immer verunglimpften Schützling nicht.

Aber dieses Winterwunderland bleibt uns leider in hiesigen Breiten meist nicht mehr lang erhalten. Doch auch das große Auftauen geizt nicht mit Reizen. So hüllen und verzaubern tiefe Nebel über noch immer kaltem Grund die Naturlandschaft in ein mystisch stilles, dunkles Geisterland. Die wilden Waldbewohner fürchten sich davor nicht. Auch wir sollten diese besondere Atmosphäre der Stille genießen. Es gibt also auch im Winter keinen Grund, sich in der Stube zu verstecken. Für draußen sind wir gebaut, ob's schneit oder taut. Und zurück am Kamin, erweisen sich wärmendes Feuer und würziger Glühwein als umso genüsslicher.

Winterwunderland um FichtenwaldeSchneeflöckchen, weiß Röckchen, heute kamst du nach Jahren endlich wieder geschneit. Die...
03/01/2021

Winterwunderland um Fichtenwalde

Schneeflöckchen, weiß Röckchen, heute kamst du nach Jahren endlich wieder geschneit. Die Weihnacht zwar gerade verpasst, aber dennoch nicht weniger schön und leise rieselten die Flocken am heutigen ersten Sonntag in 2021 vom Himmel und verhüllten Landschaft und die noch immer festlich strahlenden Lichter an Häusern und Bäumen unter schneeweißer Pracht. Wen hält es da schon noch drinnen? Uns jedenfalls nicht und so stapften wir für gut drei Stunden durch den in Weiß verzauberten Wald zwischen Fichtenwalde und Neuseddin. Kleine Runde, riesen Genuss, so auch der heiße Tee zurück unter dem heimischen Weihnachtsbaum. So einfach ist Freude im Leben.

Große Nieplitzrunde - zu Fuß zum Ende 2020Zwischen Weihnacht und Silvesterparty zog es mich raus vom wärmenden Kaminfeue...
01/01/2021

Große Nieplitzrunde - zu Fuß zum Ende 2020

Zwischen Weihnacht und Silvesterparty zog es mich raus vom wärmenden Kaminfeuer in die raue Stille der winterlichen Natur. Schon länger geplant, ging es noch einmal auf den Großen Nieplitzrundweg, diesmal aber auf Sohlen und nicht auf dem Fahrradsattel.

In Beelitz am Stadtpark stiegen unsere Hündin Tala und ich mit kleinem Gepäck - Rucksack, Futter, Karte, GPS, Stirnlampe, Fotoapparat, Fernglas - bei morgendlich frostigen Temperaturen und auf eisigen Wegen gegen neun Uhr morgens in die lange Wanderrunde ein. Entlang der Nieplitz wanderten wir vorerst nach Westen durch die meist offene Flussniederung in Richtung Beelitzer Sander. Ab dessen Rand führten uns schmale und ruhige Wege durch die stillen Kiefernforsten und Wälder des Beelitzer Stadtwaldes. Vorbei am idyllischen Waldspielplatz und auf dem empfehlenswerten Baumlehrpfad streifte der Weg noch einmal den nördlichen Rand des Beelitzer Stadtgebietes, bevor uns dieser unter Kiefern zum stillen und hauchdünn zugefrorenen Teufelssee bei Neuseddin führte. An einem sonnigen Uferplätzchen nach nunmehr gut zwei Stunden und 11 km gönnten wir uns eine erste Pause und Frühstück.

Ab hier wanderten wir weiter unter blauem Himmel und auf meist waldigen Wegen vorbei am weihnachtlich geschmückten aber geschlossenen Spargelhof Jacobs nach Schlunkendorf. Kurz vor dem kleinen Dorf in Spargelland verleitete uns eine knorrige Picknickbank auf einer wohltuend sonnigen Anhöhe zur kurzen Rast. Etwa die Hälfte der Strecke lag nun hinter uns. Für viel Ruhe war allerdings keine Zeit, denn die derzeit ohnehin niedrig laufende Sonne wanderte bereits wieder bergab. So begaben wir uns zurück auf den Weg und weiter nach Stücken. Dieses kleine gemütliche Dorf mit seiner wunderschönen neogotischen Feldsteinkirche gefällt immer wieder. Danach schlängelten wir uns auf Platten- und Feldwegen durch die meist offene Wiesenlandschaft im Naturpark Nuthe-Nieplitz in das beliebte Dörfchen Körzin. Hier trafen wir den wohl berühmtesten Einwohner des Ortes, den Storch „Paulchen“, der im Herbst schon lange nicht mehr gen Süden zieht.

Ab Körzin führte uns der Weg zurück zur Nieplitz und weiter immer neben diesem idyllischen Flüsschen auf einem gemähten Wiesenstreifen zurück nach Beelitz. Begleitet wurden wir von großen Schwärmen lärmender Wildgänse und anderer in diesem Feuchtgebiet rastender Vögel. Nach einem grandiosen Sonnenuntergang und den verbleibenden Kilometern in stiller Dunkelheit gelangten wir um 17:19 Uhr nach 8 h 18 min und gelaufenen 37,9 km zurück zum Ausgangspunkt am Stadtpark Beelitz. Zum feierlichen Abschluss dieser sehr schönen Tour gönnten wir uns noch einen kurzen Blick auf das weihnachtlich geschmückte Rathaus von Beelitz. Dann freute ich mich auf unseren Weihnachtsbaum im Lichterglanz, unseren wärmenden Kamin und selbstgemachten Glühwein daheim. Unsere Tala dagegen lauerte vor allem auf reichlich Futter und Schlaf im sicheren Heim. Beides hatte sie sich als meine wie immer treue Begleiterin wohl verdient.

Diese stillen, friedlichen und wunderschönen Begegnungen mit einigen scheuen Mitbewohnern des Waldes machten unsere gest...
29/12/2020

Diese stillen, friedlichen und wunderschönen Begegnungen mit einigen scheuen Mitbewohnern des Waldes machten unsere gestrige Wanderung durch die Festtagsruhe der Brandenburger Natur zu einem ganz besonderen Höhepunkt des ausklingenden Jahres. Solch berührende Augenblicke in Momenten der Ruhe erinnern mich immer wieder daran: wir haben nur diesen einen wunderbaren Planeten und damit die Pflicht ihn mit Wolf, Reh und allen anderen Geschöpfen gleichberechtigt zu teilen und diese unsere gemeinsame Erde für uns Alle zu schützen und zu erhalten. In diesem Sinne wünsche ich uns Allen ein friedliches und gesundes Jahr 2021.

Freue mich auf eine rege Teilnahme. Angst basiert auf Unkenntnis und dem wollen wir durch möglichst qualifizierte Aufklä...
25/11/2020

Freue mich auf eine rege Teilnahme. Angst basiert auf Unkenntnis und dem wollen wir durch möglichst qualifizierte Aufklärung über diese faszinierenden, scheuen, beispielhaft sozialen und ökologisch unverzichtbaren Tiere entgegentreten. Gerne leiste ich im Auftrag des BUND mit dieser geführten Wanderung meinen bescheidenen Beitrag dazu. Danke! Der mit und für den Wolf wandert!

https://www.bund-brandenburg.de/service/termine/detail/event/verschoben-wolfsexkursion-ins-revier-des-lehniner-rudels/?fbclid=IwAR3MiQxIppD_SBbUcxphIH3X-113cDKBZTdfD334008ppY8zpg5wlwcwQQA

Des Nachts schreift er durch den Wald; ist wie ein Phantom. Er hinterlässt tiefe Spuren im Schnee. Seine Ankunft wird freudig erwartet, beschert zuvor jedoch vielen mit gemischten Gefühlen einen unruhigen Schlaf - Ist hier die Rede vom Wolf oder doch vom Nikolaus und seinem Gehilfen? Mit dem...

"Indian Summer" in Potsdam-MittelmarkWer kennt sie nicht, die explodierende Farbenpracht nordamerikanischer Laubwälder i...
26/10/2020

"Indian Summer" in Potsdam-Mittelmark

Wer kennt sie nicht, die explodierende Farbenpracht nordamerikanischer Laubwälder im Herbst. In unserer heute von Kiefernplantagen dominierten Region zwischen Beelitz und Potsdam trifft man diese Farbgemälde der Natur dagegen deutlich seltener. Aber es gibt sie noch und dank langsam zunehmendem Laubholzanteil werden unsere Wälder auch wieder artengemischter und damit bunter.

Doch die Farbenpracht der Blätter hat ihren Höhepunkt für dieses Jahr überschritten. Für letzte Impressionen schnappte ich mir daher am gestrigen, leider eher lichtschwachen Sonntag meine Kamera und radelte eine dreistündige, 36 km lange Fotorunde ab Fichtenwalde über Ferch nach Caputh bis kurz hinter die Braumanufaktur kurz vor den Toren Potsdams. Vor allem Buche, Ahorn, Eichen, Birke, Traubenkirsche und Gärten zierende Essigbäume boten reichlich Farbtupfer auf der von Radfahrern, Pilzsuchern, Spaziergängern und Motorisierten gut besuchten Strecke.

Der Rückweg führte mich vorbei am Kleinen Lienewitzsee, wo die langsam untergehende Sonne das passende Licht für schöne Aufnahmen der malerischen Uferlandschaft lieferte. Zurück auf dem eigenen Grundstück präsentierten sich im letzten Licht des Tages noch knallrote Äpfel und Blätter unserer Heidelbeersträucher von ihrer herbstlich farbenfrohen Seite.

Farbenvielfalt braucht Artenvielfalt. Natur und wir brauchen Beides.

PS: Die Fotos sind "naturbelassen" und nicht nachbearbeitet!

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