14/06/2026
Selbstverteidigungstraining in Bebra: Sicherheit durch Wissen und richtiges Handeln
Wie verhält man sich richtig, wenn man plötzlich mit einer gefährlichen Situation konfrontiert wird? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer eines Selbstverteidigungsseminars des Karate-Vereins Bebra. Unter dem Titel „Einstieg in die Waffenabwehr“ erhielten die Teilnehmer einen praxisnahen Einblick in den Umgang mit Bedrohungen durch Schlag- und Stichwaffen.
Geleitet wurde das Seminar von den erfahrenen Selbstverteidigungstrainern Jürgen Dach und Jürgen Wacker. Beide sind Träger des 4. DAN im Karate und verfügen über die höchste DOSB-Trainerlizenz im Bereich Selbstverteidigung.
Von Beginn an machten die Trainer deutlich, dass die beste Selbstverteidigung immer darin besteht, eine gefährliche Situation frühzeitig zu erkennen und ihr möglichst aus dem Weg zu gehen. „Wer die Möglichkeit hat, sich einer Auseinandersetzung zu entziehen, sollte diese immer nutzen“, lautete die zentrale Botschaft des Lehrgangs.
Im Mittelpunkt des Seminars stand deshalb nicht die spektakuläre Abwehr von Angriffen, sondern das Erkennen von Gefahren und das richtige Verhalten unter Stress. Die Teilnehmer lernten, auf Warnsignale zu achten und ihre Aufmerksamkeit gezielt auf mögliche Gefahrenquellen zu richten. Dabei wurde insbesondere geschult, verdächtige Verhaltensweisen frühzeitig wahrzunehmen und Situationen richtig einzuschätzen.
Ein wichtiger Bestandteil des Lehrgangs war das sogenannte Aliveness-Training. Dabei lernten die Teilnehmer, dass ein Angreifer in einer realen Auseinandersetzung nicht wie im klassischen Übungsbetrieb stehen bleibt oder eine festgelegte Reaktion zeigt. Stattdessen wird er unmittelbar auf jede Abwehrhandlung reagieren, seinen Angriff anpassen oder versuchen, die Kontrolle zurückzugewinnen. Aus diesem Grund trainierten die Teilnehmer unter möglichst realistischen Bedingungen mit einem aktiv handelnden Gegenüber.
Ziel war es, Entscheidungen unter Stress zu treffen und flexibel auf sich ständig verändernde Situationen zu reagieren. Die Trainer betonten, dass ein echter Kampf nicht nach einem vorher festgelegten Dojo-Drill abläuft, sondern von Dynamik, Widerstand und unvorhersehbaren Reaktionen geprägt ist; Ziel muss es sein nicht den Angreifer unbedingt zu besiegen, sondern die Situation zu überstehen und möglichst unverletzt nach Hause zu kommen.
„Selbst die beste Technik kann nicht garantieren, unverletzt aus einer solchen Situation herauszukommen. Gerade bei Angriffen mit Messern muss man realistisch davon ausgehen, dass es immer zu Schnitt- oder Stichverletzungen kommen kann. Deshalb stehen Aufmerksamkeit, Deeskalation und die Vermeidung von Konflikten immer an erster Stelle“, erklärten die Referenten. „Sollte es dennoch zu einem Angriff kommen, ist es wichtig, nicht sofort aufzugeben, wenn man verletzt wird. Ziel muss es sein, die unmittelbare Gefahr zu überstehen, sich in Sicherheit zu bringen und anschließend so schnell wie möglich medizinische Hilfe zu holen.“
Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Praxisnähe des Seminars und den vielen hilfreichen Hinweisen für den Alltag. Der Lehrgang machte deutlich, dass Selbstverteidigung weit mehr ist als körperliche Techniken – nämlich vor allem die Fähigkeit, Gefahren frühzeitig zu erkennen, besonnen zu handeln und kluge Entscheidungen zu treffen.
Aufgrund des großen Interesses plant der Karate-Verein Bebra weitere Seminare zu diesem Themenbereich. Bereits am 15. August findet die nächste Veranstaltung statt. Dann geht es um den „Einstieg in den unbewaffneten Kampf“ und grundlegende Selbstverteidigungsfähigkeiten für den Alltag.
Feedback einer Lehrgangsteilnehmerin: „Es hat mega viel Spaß gemacht und regt auch noch im Nachhinein zum Nachdenken an. Fühlt man sich danach wie von einem LKW überrollt? Ja! Ist man danach blau und violett an den Armen? Ja! Aber jede Minute und jeder blaue Fleck war/ ist es wert.“
Weitere Informationen zum Karate- und Selbstverteidigungsangebot des Vereins gibt es unter: www.karate-verein-bebra.de