13/04/2026
Hier nun noch der ausführliche Spielbericht zum gestrigen Finale der Rote Teufel Bad Nauheim Eishockey Nachwuchs e.V. gegen die Ej Kassel 89ers sowie die dazugehörigen Fotos (vielen Dank an Lena Ante hierfür). Es folgen die Tage noch weitere Impressionen vom gesamten Wochenende, also immer wieder mal reinschauen.
Großer Jubel am frühen Sonntagabend im Colonel-Knight-Stadion: nach einem hart umkämpften und bis zur Schluss-Sekunde spannenden 5:3 (2:1, 1:1, 2:1)-Erfolg gegen Titelverteidiger EJ Kassel 89ers holten sich die Roten Teufel Bad Nauheim zum zweiten Mal nach 2024 den Hessenmeister-Titel im Rahmen des “Final Four”-Turniers. “Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und dass wir die Revanche vor heimischen Publikum geschafft haben”, sagte ein sichtlich bewegter RT-Coach Martin Flemming nach dem prestigeträchtigen Sieg gegen den Dauer-Rivalen aus Nordhessen - es war das dritte Endspiel in Folge gegen die zweite Mannschaft der Kassel Huskies.
Die Gastgeber, die als Hauptrunden-Meister in das Wochenende gingen, lösten tags zuvor bereits ihre Halbfinal-Aufgabe gegen die Löwen Frankfurt mit 8:3 souverän, Kassel machte es gegen Eintracht Frankfurt nach einem 3:1-Erfolg ein wenig spannender. Unter den Augen von rund 500 Fans im CKS konnte somit am Sonntagnachmittag das Traumfinale starten - und war von der ersten Sekunde an ein zum Teil hart geführtes Match, das alles anbot, was man von dieser Partie erwarten konnte: Tore, Zweikämpfe, umstrittene Torszenen und natürlich auch zahlreiche Strafzeiten (es hagelte insgesamt 63 Strafminuten).
Den Torreigen eröffneten die Hausherren nach einer anfänglichen Abtastphase durch Marcel Rost, nur 78 Sekunden später glichen die Gäste durch Schöngart aus. Bei diesem Treffer setzte es die erste strittige Schiedsrichterentscheidung, denn Hauptreferee Lenhart gab das Tor trotz massiver Proteste der Roten Teufel ob einer Behinderung ihres Torwarts Nils Flemming. Und es blieb nicht die letzte zumindest diskussionswürdige Entscheidung: auch vermeintliche Treffer von Max Stark und Felix Schröer nach einem Breakaway fanden keine Anerkennung, da der Puck wohl nicht vollständig die Torlinie überquert habe.
Die Roten Teufel, die immer besser ins Spiel kamen, ließen sich davon aber nicht beirren und gingen nach Toren von Ex-DEL2-Profi Daniel Ketter (14.) sowie U20-Rookie Sam Boege (25.) auf 3:1 in Front. Nachdem sich Kassel anschließend zu viele Undiszipliniertheiten erlaubte, hatten die Kurstädter gleich mit zwei Mal doppelter Überzahl die große Chance, die Weichen frühzeitig auf Sieg zu stellen. Man ließ diese Möglichkeiten aber liegen, was die Nordhessen mit dem Anschlusstreffer durch Löwing bestraften (31.).
Es wurde gegen Ende des Spiels dann ein echter Krimi: direkt nach Wiederanpfiff zum letzten Drittel markierte erneut Rost das für die Roten Teufel Anhänger etwas beruhigende 4:2, dem Ex-Oberliga-Spieler Patrick Schädel aber den wiederholten Kasseler Anschluss folgen ließ (51.). Als kurz vor Schluss Bad Nauheim seinerseits zwei Mal in die Kühlbox musste, bekam die EJK die Riesen-Gelegenheit auf den Ausgleich. In dieser Phase wurde Nils Flemming im Kasten der Wetterauer der große Rückhalt und hielt alles, was auf seinen Kasten kam. Nicht umsonst wurde er hinterher zum “Man of the Match” gewählt. Er vereitelte das ein um das andere Mal den vierten Kasseler Treffer, stattdessen machte sein Bruder und Kapitän Florian in der 57. Minute unter dem lautstarken Jubel der mitfiebernden RT-Fans mit dem 5:3 den Deckel auf dieses Spiel - und damit auf die Meisterschaft drauf. Dieses Tor war übrigens trotz der vielen Strafen der einzige Überzahltreffer der Partie und kam somit zum besten Zeitpunkt aus Sicht der Kurstädter.
Nach dem Titel 2024 kann man somit das zweite Mal den Cup nach Bad Nauheim holen, was natürlich Fragen aufwirft, ob man nicht in die nächsthöhere Regionalliga aufsteigen wolle. “Das wird bei uns leider nicht funktionieren. Zum einen kollidieren die geforderten Spieltermine mit denen der DEL2-Mannschaft, zum anderen müssten wir uns als Amateure im semi-professionellen Bereich behaupten, was sportlich nur schwer zu stemmen ist”, so RT-Coach Martin Flemming, der mit seinem Team in der nächsten Saison somit die Titelverteidigung in der Hessenliga anstrebt. Ob dies dann zum dritten Mal in Folge im heimischen Colonel-Knight-Stadion der Fall sein wird, ist zwar noch offen, aber ist durchaus denkbar: “Vielleicht wird Bad Nauheim für uns das, was Berlin für die Fußballer ist”, sagte HEV-Sportobmann Jobst Braun nach der Siegerehrung abschließend mit einem Augenzwinkern.
Das “kleine Finale” (Spiel um Platz drei) gewannen am Sonntagmittag übrigens die Löwen Frankfurt nach einem 8:4-Sieg gegen Eintracht Frankfurt (trainiert von Ex-EC-Profi Roger Nicholas), das in der Hauptrunden-Tabelle als Dritter noch vor der zweiten Garnitur des DEL-Teams stand.
RT Bad Nauheim - EJ Kassel 89ers 5:3 (2:1, 1:1, 2:1)
Tore:
1:0 (10:02) Marcel Rost (Florian Flemming)
1:1 (11:20) Nick Schöngart (Dmytro Vihuro)
2:1 (13:05) Daniel Ketter (Sam Boege, Florian Flemming)
3:1 (24:17) Sam Boege (Daniel Ketter, Markus Rost)
3:2 (30:13) Roman Löwing (Yanik Belen, Paul Freund)
4:2 (40:29) Marcel Rost (Markus Rost)
4:3 (50:48) Patrick Schädel (Dennis Grün, Maik Werner)
5:3 (56:12) Florian Flemming (Sam Boege, Daniel Ketter) PP1
Strafminuten: RTBN 21 + SD (Danil Voskresenskij) / EJK 22
Zuschauer: 500
RTBN: Flemming, Goldbrunner - Lindemann, Hampl, Schäfer, Hirsch, Schuh, Ketter, Rost - Schröer, Voskresenskij, Stupa, Sasek, Stark, Krau, Flemming, Boege, Rost
EJK: Möller, Stieglitz - Löwing, Schöngart, Jorch, Freund, Werner, Krech, Pyszynski, Grün - Sticklies, Schädel, Bödefeld, Ast, Vihuro, Langnese, Belen