Je länger man mit Secondhand zu tun hat, umso mehr Gründe fallen ein warum Secondhand immer mehr in Mode kommen sollte!
*Schadstoffbelastung / Giftstoffe*
Kleidung wird imprägniert, Farben mit Chemie fixiert sogar der Geruch von Kleidung wird chemisch verändert damit sie sich besser verkaufen lässt. Aber immer mehr Menschen reagieren auf die chemisch behandelte Kleidung mit Allergien, müssen neue
Kleidung öfters waschen damit sie diese überhaupt tragen können. Bei Secondhand hat man dieses Problem nicht, denn hier ist die Kleidung schon öfters gewaschen worden und Allergieauslöser findet man so gut wie gar nicht mehr und ist somit ideal für Menschen mit Hautproblemen, Atemwegserkrankungen oder sonstige Allergien (die wegen chemischer Reize auftreten)
Besonders Säuglinge und Kleinkinder profitieren von Secondhandbekleidung, denn die Haut ist in jungen Jahren noch sehr empfindlich und gefährdet was Reize angeht. Auch wenn Ihr Kind unauffällig ist so kann es im Alter Allergien entwickeln die auf Schadstoffe in Bekleidung aus der Säuglings/Kleinkinderzeit zurückzuführen sind. Wir muten unseren Körpern schon genug Gift zu, warum nicht beim Einkaufen schon darauf achten?
*Umweltschonend*
Es wird produziert, produziert, produziert... Am laufenden Band! Oftmals wird aber Kleidung nur 1-2x getragen, vor allem Babys haben ihre Sachen nicht oft an, denn wir wissen alle wie schnell Kinder aus der eben gekauften Kleidung raus gewachsen sind. Weggeworfen, bestenfalls in den Altkleidercontainer wo dann Strampler und Co. als Putzlappen für z.B. Industriebetriebe enden. Also wird nur für den Mülleimer produziert? Es ist eine Schande, was alles an Kleidung weggeworfen wird wo weder Fleck noch Loch einen Mangel zeigen. Noch ein Thema, dass Kleidung in Ländern hergestellt wird denen Arbeitsbedingungen und Umweltschutz oft *piep*egal ist!
*Ärger mit der Kleidung*
Wer kennt es nicht?! Wir fahren in ein Modehaus um uns ein stylische neue Hose oder den absoluten Trendpullover zu kaufen. Im Geschäft sieht alles noch super aus und es passt wie angegossen. Zu Hause die guten Stücke erst einmal in die Waschmaschine (da war doch was mit Chemie?), Trockner, Bügeln und ab in den Schrank. Gute Stücke zieht man ja erst mal nur zu besonderen Anlässen an :)
Der besondere Anlass ist da und die neue Kleidung wird aus dem Schrank gelassen, angezogen...
doch was ist DAS?!?!? Hose zu kurz? Pullover zwickt? Vor allem Frauen schieben es jetzt sofort auf ihre Figur. Oberschenkel zu dick, Schultern zu breit. Aber im Geschäft passte es doch noch, aber seit dem sind ja auch schon wieder ein paar Tage/Wochen vergangen. Niemandem würde es im Traum einfallen, dass die Stoffe beim Waschen "versagt" haben. Denn die Kleidung ist teuer gewesen und teuer ist immer = gut! Je teurer desto besser! Doch je öfters man die Sachen wäscht, um so enger werden sie. Oder Ärmel werden auf einmal lang und länger. Lag es doch an der Kleidung und nicht am Essen??? Bei Secondhand kann man sich sicher sein, dass sich hier nichts mehr durch waschen/trocknen/bügeln verformt. Da sieht man sofort die Qualität der Kleidung und man kann ruhigen Gewissen einkaufen ohne Angst haben zu müssen, dass es zu Hause plötzlich nicht mehr passt. Noch ein Grund für Secondhand ist die Farbtreue und Haltbarkeit der Drucke. Ein wunderschönes Kindershirt mit modischem Motiv... Die Farben leuchten und springen einem ins Auge. Das absolute MUST-HAVE Shirt...
Doch beim ersten Waschen verblassen die Farben, beim zweiten Waschen löst sich der Druck. Der absolute Reinfall und die Enttäuschung ist groß!
*Von der Stange? Individuell? Die große Auswahl*
Verschiedene Modelle... Verschiedene Marken... NoName Produkte die eigentlich keine sind...
Nur weil man von dieser Firma noch nichts gehört hat, heißt es ja noch lange nicht dass die Produkte nichts taugen! Direkte Informationen zu verschiedenen Modellen und Marken, Firmenlable,... gibt es nur in Secondhandläden! Denn nur hier findet man eine große Auswahl von bekannten aber auch unbekannten Herstellern. Und man kann von den Erfahrungen der Verkäufer profitieren, denn sie sind es die tagtäglich mit der Qualität von Kleidung im Einsatz zu tun haben. Vielleicht sind die Verkäufer in Secondhandläden nicht geschult was Style angeht, aber sie können mitreden was wirklich gut ist auch nach 100 Waschungen. Und wir alle wollen Qualität und keine Produkte die nicht halten was sie angeblich versprechen!
*Was nicht jeder hat*
In Secondhand ist das möglich! Denn hier finden sich öfters mal Stücke die nicht im eigenen Land gekauft wurden. Andere Länder, andere Kleidung?!? Oder es werden Produkte angeboten die schon älter sind und vielleicht zum neuen Trend werden. Vergessene Marken tauchen wieder auf, Retro wird Modern.. Da kann kein Modehaus mithalten!
*Der Preis*
Billig ist = Ramsch
Teuer ist = gut
Übertriebene Ausgaben ist = das absolute Highlight im Schrank
Total veraltet dieses Denken, denn Fakt ist (und auch das sieht man nur bei Secondhand) das teuer eben nicht immer auch gut ist! Wie oft bekommt man Markenprodukte in den Secondhandladen die absolut nicht mehr der aufgedruckten Größe entsprechen...
Markenprodukte die teuer gekauft wurden entpuppen sich als farblos und von Naht auf Naht hat der Hersteller scheinbar auch noch nix gehört. Und vielleicht sollte man öfters mal auf die Etiketten schauen, dann stellt man schnell fest dass auch bekannte Marken in Billiglohnländern herstellen lassen. Und da fragt man sich doch gleich, warum bezahle ich dann soviel für das Produkt? Zu mal es sich von der Qualität nicht wirklich von NoName Produkten unterscheidet! Auch eine Frage die man sich stellen sollte, wie kann es sein dass Trendmarken extreme Preisnachlässe gewähren können? Vielleicht, weil die Preise von vorne herein schon überteuert waren?
*Genieren! Oder, wie kann man nur getragene Kleidung kaufen?*
Als Secondhand-Verkäufer und auch Käufer werde ich oft gefragt wie man so was machen kann. Kleidung kaufen die doch schon mal jemand getragen hat. Das ist doch peinlich...
Kann man sich keine eigene Kleidung mehr leisten...
Wie tief ist man gesunken, wenn man von fremden Leuten die Sachen tragen muss...
??? Dies musste ich mir schon anhören und es gibt bestimmt viele denen es genau so geht. Ich kann über solch engstirniges Denken nur noch müde Lächeln. Bei solchen Kommentaren muss man seinem Gegenüber mal eine Frage stellen:
Bist du schon einmal im Urlaub gewesen? Ferienwohnung? Wohnmobil ausgeliehen? Was ist denn schlimmer? Secondhandbekleidung die gewaschen wurde oder Matratzen wo jeder drauf schlafen darf und nur das Bettzeug erneuert wird??? Da sollte sich jeder mal Gedanken zu machen, bevor er mit irgendwelchen Kommentaren ankommt! Denn im Grunde nutzen wir alle gebrauchte Gegenstände oder haben es schon getan. Im Kindergarten, wo nicht jeder sein Eigenes Spielzeug benutzt...
Im Urlaub, wo man in fremden !gebrauchten! Betten schläft...
Im Restaurant, wo Besteck, Teller, Gläser nicht nach jedem Gast weggeworfen werden...
Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen und dann erkennt man, dass es Schlimmeres gibt als Kleidung zu kaufen und zu tragen die schon mal jemand genutzt hat! Und ist Geiz nicht bekanntlich was tolles? :)
Kauft man nicht lieber 10 Artikel für den Preis was Neu sonst nur 1 Artikel kosten würde?
*Ausnahmen*
Dieses sind meine Ausnahmen und werden bei iPPeDIppE nicht angeboten. Unterwäsche, Socken, Strumpfhosen, etc
Solche Kleidung wird im Normalfall täglich gewechselt und schaut dann nicht mehr so schön aus wenn sie dann aussortiert wird. Es gibt auch Kleidung die wirklich in den Altkleidercontainer gehören. Wie auch Sachen mit Löchern oder Flecken die auch nach mehreren Waschgängen nicht mehr raus gehen!
*Nur noch 2te Hand?*
Nein, natürlich nicht. Denn wer kauft nicht mal gerne für sich selbst ein neues Stück oder bringt seinem Kind was tolles, neues vom Einkaufen mit.. Und ohne Neueinkäufe würde es auch keine Secondhandläden geben. Aber eine gesunde Mischung aus Beiden ist wünschenswert! Denn dann kann man mit stolz von sich behaupten, dass man gesund und umweltbewusst Kleidung einkauft, die vielleicht noch nicht jeder hat und man spart auch noch eine Menge Geld dabei...
© Carina Helmert (Oktober 2013)