13/12/2022
Befürwortende eines / führen immer wieder eine Belastung der Notaufnahmen durch Feuerwerksverletzungen als Argument an. Eine dabei gern bemühte Zahl ist „8.000 Gehörverletzungen pro Jahreswechsel“, so auch am vergangenen Sonntag bei .
Die Zahl stammt aus einer 20 Jahre alten postalischen Befragung von HNO-Einrichtungen, ist erstaunlich gut gealtert und wird kaum hinterfragt. Wir haben genau hingeschaut und finden in der Studie lediglich 614 in Krankenhäusern behandelte Gehörverletzungen mit Silvesterfeuerwerk – alles Weitere ist das Ergebnis einer äußerst fragwürdigen Schätzung. Da bei Einhaltung der vorgeschriebenen Mindestabstände Gehörverletzungen nicht möglich sind, muss außerdem von unsachgemäßer Verwendung oder illegaler Pyrotechnik ausgegangen werden.
Wir stellen einmal mehr fest: Die Notaufnahmen sind an nicht wegen voll, sondern wegen Drogenmissbrauch, Streit und Alltagsverletzungen. Wer das immer noch nicht verstanden hat, sollte dringend auf die Stimmen aus dem Gesundheitswesen zu hören. Zum Beispiel auf die von Alexander Eichholtz, Klinikpersonalrat der Charité Berlin.
Das ganze Zitat: „Feuerwerk stellt keine signifikante Belastung einer Rettungsstelle dar. [...] Ich bestreite nicht, dass es Verletzungen gibt. Aber hier gilt zu schauen, ob es sich um Verletzungen durch illegales Zeug handelt. Und man muss die geringe Zahl ins Verhältnis setzen, denn: Wer so argumentiert, muss Alkohol verbieten und eine Ausgangssperre verhängen.“
https://twitter.com/eichholtzalex/status/1476544945309822978
https://media.bvpk.org/gesundheit/2021_bvpk_kurzinfo_verletzungen.pdf
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12107527