05/07/2017
DM-Norm für Bünder Zehnkampfteam
Am vergangenen Wochenende traten die Mehrkämpfer des LAV Bünde erneut an, um sich für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Kienbaum zu qualifizieren und ließen ihren Worten erfolgreiche Taten folgen.
Melissa Stanick erneut im Bereich ihrer persönlichen Bestleistung
Die Siebenkämpferin Melissa Stanick lieferte trotz widriger Bedingungen einen starken Siebenkampf ab und landetet am Ende mit 4397 Zählern genau einen Punkt hinter ihrer Bestleistung aus Bad Oeynhausen. Sie verpasste damit zwar erneut denkbar knapp die DM-Norm von 4500 Punkten, zeigte sich aber deutlich erleichtert, da sie im zweiten Siebenkampf ihrer Sportlerkarriere die Disziplinen verbessern konnte, welche ihrer DM-Qualifikation zuvor bei den NRW-Mehrkampfmeisterschaften den Weg versperrten. Mit neuen persönlichen Bestleistungen im Kugelstoßen (11,85m), Speerwurf (39,13m) und im 800-Meter-Lauf (2:38,67 min) sowie der Einstellung ihrer persönlichen Bestleistung im Hochsprung (1,40m) holte sie insgesamt 105 Punkte zu ihrem vorherigen Mehrkampf raus. Diese Punkte verlor die junge Siebenkämpferin jedoch zuvor im Hürdenlauf, über die 100 Meter und im Weitsprung, Disziplinen in denen sie zuletzt konstant Bestleistungen erzielen konnte. „Wenn Melissa einen Mehrkampf erwischt, bei dem alles zusammenläuft, übertrifft sie deutlich die Norm für die Einzelqualifikation“, so ihr Trainer René Johanning. Die junge Athletin hat nach diesem Erlebnis noch mehr Feuer gefangen und freut sich bereits auf die Vorbereitung für die nächste Saison, in welcher sie sich wieder den Herausforderungen des Siebenkampfes stellen will.
Im Team zur DM
Von den Einzelqualifikationen waren die Herren des LAV Bünde zwar etwas weiter entfernt als ihre Trainingskollegin, im Team hat es jedoch mit der DM-Norm geklappt. In einem aufgrund der Witterung etwas durchwachsenem Zehnkampf erzielten die Zehnkämpfer Niklas Klei (5808 Punkte, PB), Jonas Moritz (5449 Punkte) und Richard Kramer (5060 Punkte, PB) gemeinsam 16.317 Punkte und übertrafen damit die vom DLV geforderten 16.200 Punkte. Der erste Tag startete mit leichten Höhen und Tiefen. Während alle Athleten einen soliden 100-Meter-Sprint ablieferten, konnte nur Niklas Klei einen ordentlichen Weitsprung folgen lassen (6,12m, PB). Sichtlich frustriert standen Kramer und Moritz im Kugelstoßring und bekamen zu spüren, was es heißt, ein Zehnkämpfer zu sein. Da beide Athleten im Kopf noch beim Weitsprung waren, schafften sie es nicht ihrer gewohnten Leistungen abzurufen und sahen die DM-Qualifikation bereits in weite Ferne rücken. Durch die passenden Worte ihres Teamkollegen und der moralischen Unterstützung aus Familie und Freunden konnten die jungen Zehnkämpfer jedoch im Hochsprung ein Highlight folgen lassen. Während Kramer (1,68m) und Klei (1,72m) knapp an neuen Bestleistungen scheiterten konnte Moritz zeigen, was er sich hart erarbeitet hat. Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 1,88m steigerte er sich um satte 9cm und brachte das Team wieder voll auf Kurs. Auf diese Leistung ist auch Trainer Johanning äußerst stolz, da Moritz vor eineinhalb Jahren noch an 1,35m im Hochsprung scheiterte. Angestachelt von dieser Glanzleistung rundete das Team den ersten Tag mit drei Bestleistungen über die 400-Meter-Distanz ab (Klei: 52,37s, Kramer: 54,96s, Moritz: 55,57s).
Mit dicken Beinen vom Vortag und viel Nervosität startete der zweite Tag, welche vor allem für Richard Kramer sehr erfolgreich werden sollte. Nach dem schlechten Hürdenlauf bei den NRW-Mehrkampfmeisterschaften in Bad Oeynhausen, bei dem sie ihre vorzeitige Qualifikation verspielt hatten, mussten die Bünder Zehnkämpfer sich deutlich steigern, um im Rennen zur DM zu bleiben. Dies sollte allen Mehrkämpfern in neuer persönlicher Bestzeit gelingen und den Startschuss für einen erfolgreichen Tag bedeuten. Richard Kramer stellte in allen Disziplinen des zweiten Tages persönliche Bestleistungen auf, war jedoch besonders über eine Höhe von 3,10m im Stabhochsprung erfreut, da diese Disziplin im Training sehr problematisch war. Aufgrund des Regens wurde es in dieser Disziplin erneut unnötig spannend, da Jonas Moritz erst im dritten Versuch seine Einstiegshöhe von 3,50m übersprang und an weiteren Höhen scheiterte. Durch den Punkteverlust des eigentlich sicheren Stabhochspringers war das Team im Speerwurf sehr unter Druck und musste abliefern, was leider nicht ganz gelang. Trotz einer Bestleistung von Kramer (37,24m) verloren die Athleten einige Punkte auf ihre Marschroute und mussten im abschließenden 1500-Meter-Lauf zeigen aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Mit persönlichen Bestleistungen aller Athleten gelang es dem Team, die verlorenen Punkte wieder aufzuholen und Moritz (4:40,87 min) sowie Kramer (4:42,57 min) stießen dabei in einen beachtlichen Leistungsbereich vor. Lediglich Niklas Klei wirkte etwas verloren, da er als schwächster Läufer des Teams mit 20 Sekunden Abstand ins Ziel kam. Nichts desto trotz steigerte Klei seine Bestleistung um 10 Sekunden auf eine recht ordentliche Zeit von 5:02,82 Minuten.
Dank ihres Zusammenhaltes und monatelanger harte Arbeit und Entbehrungen gelang es den Bünder Mehrkämpfern eine Qualifikation für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften am 12.und 13.08.17 in Kienbaum zu erreichen. Dies bedeutet die zweite DM-Norm für Niklas Klei, welcher sich bereits über die 100-Meter-Distanz im Einzel qualifizieren konnte. Es gilt nun sich zu erholen und mit dem Beginn der Schulferien in NRW das Vorbereitungstraining wieder aufzunehmen.