15/04/2024
Saison 2024, Rennwochenende 1, Mülsen. Nachdem wir letzte Wochenende einen mehr oder weniger entspannten Saisonstart beim Familientreffen (Trainingswochenende) in Lohsa hatten, ging es für 3 holde Recken zum 1 Rennen in die Arena E nach Mülsen. Alles war vorbereitet, alle lief, alles war gepackt, alle hatten Bock. Doch das sollte sich bald ändern. Nachdem wir schon vor der Anreise von den katastrophalen Platzverhältnissen im Fahrerlager hörten, kam die Vorhut gegen 16 Uhr in Mülsen an und fand nur noch einen Platz am A***h der Welt, 200m weg vom Fahrerlager, eine gepflegte Sonntagswanderung weg vom Vorstartbereich. Nur um euch mal abzuholen, eigentlich stehen jedem Fahrer 25m² im Fahrerlager zu, wir brauchen sogar nur knapp 30m² für 3 Fahrer. Ist ja nicht so, dass wir kein Startgeld wie alle anderen auch zahlen würden. Aber zum Thema Geld kommen wir dann gleich noch. Dank der wunderbaren Zuammenarbeit mit der Streckencrew (es war übrigens toll euch alle endlich wiederzusehen), stellten wir unser Schrauberzelt mit in den Wohnwagenbereich und waren damit ja auch nicht allein. Praktisch das halbe historische Starterfeld musste vor jedem Lauf das Kart durch halb Mülsen schieben, aber so war wenigstens für Chancengleichheit gesorgt. Der Freitag Abend war ein gelungener Saisonstart, ausgelassene Stimmung bis weit nach Mitternacht mit vielen Freunden und lieb gewonnenen Menschen. Der Plan war Samstag ab Mittag zu trainieren. Tobi #69 und Marco #67 setzten also den ersten von 5 Läufen aus und feuerten nur Lea #40 in ihrem 50er an. Dann stellte sich heraus, dass es doch keine Halbtagestickets gibt, zack Chance zum trainieren verpasst und trotzdem volles Geld bezahlt. Naja was solls. Wäre da nicht der fade Beigeschmack, dass keine Stunde später auf einmal doch Halbtagestickets verkauft wurden... Man muss hierbei betonen, dass der Samstag organisatorisch immer in Hand des Bahnbetreibers und nicht der OAKC/KCT liegt. Naja so nahm das Unglück aber irgendwie Fahrt auf, den Rest gibt es wie gewohnt in einer Einzelbetrachtung:
Lea #40: nach Vergaserproblemen wurde in den Trainingsläufen doch eine funktionierende Abstimmung gefunden, so dass zuversichtlich auf die Rennen am Sonntag geschaut werden konnte. Gestartet wurde das Rennen mit den 150ern und Hochrädern zuammen. 3 Starter waren in der 50er Klasse angemeldet, die restliche Konkurrenz mit teils Jahrzehntelang mehr Erfahrung. Dennoch schlug sie sich sehr gut und so mancher 150er stand ihr in der Kurve sogar mal im Weg. Hut ab. Es wurde auf jeden Fall mit jeder Minute auf der Strecke mehr Erfahrung gesammelt, so dass in der Wertungsläufen Platz 3 und Platz 2 am Ende Platz 3 der Tageswertung bedeuteten. Hoch aufs Treppchen mit dir, Pokal mit heim genommen und das Grinsen von ihr samt Vater Raupi #79 (dieses Wochenende als Mechaniker A dabei) nicht mehr ausm Gesicht bekommen. Wir sind stolz auf dich!
Tobi #69: nach langem Hin und Her mit Ansaugtrichtern und Vergaserdüsen wurde eine passende Abstimmung gefunden, so dass der Trainingssamstag zufrieden abgeschlossen wurde. Sonntag ging es dann in das Qualifying, wo es immerhin für Platz 9 gereicht hat. Man muss festhalten, dass die Übermacht der deutlich überlegenen ETZer dieses Jahr noch stärker zu spüren ist. Aber davon lassen wir 4Gang TS-ler uns natürlich nicht aufhalten. Der Start beider Rennen war durch Frühstart und Stehenbleiber geprägt, so dass es nicht ganz optimal in die erste Kurve ging. Danach ging es aber souverän um jede Kurve, so dass im ersten Wertungslauf der Saison Platz 1 auf dem Tableau stand. Wahnsinn! Rennen 2 war dann auch sehr souverän mit Platz 5, so dass es letztendlich Punktgleich mit Platz 2 #46 (aber durch des schlechtere auschlaggebende 2. Rennen) letztendlich auf Platz 3 der Gesamtwertung ging. Wichtige Punkte für die Meisterschaft wurden somit gesichert und 1 weiterer Pokal mit heim genommen.
Marco #67: das ganze Wochenende eine einzige Vollkatastrophe. Nachdem in Lohsa eigentlich alles gepasst hat, ging es voller Zuversicht nach Mülsen. Und dann begab man sich in eine Abwärtsspirale: erst permament trennende Kupplung, Fehler behoben. Dann Kette gerissen. Dann Düsenstock locker vibriert. Dann Vergaser obenrum falsch abgestimmt. Dann gebastelt und gebastelt. Im letzten Trainingslauf zu 80% zufrieden, aber für Sonntag lieber nichts mehr verschlimmbessern.
Sonntag dann Qualifying: Kette runter, nur 3 Runden Zeit für ne Bestzeit... kannste natürlich abhaken, Platz 11. Kette überprüft, kein Fehler gefunden.
1.Rennen: guter Start, Plätze gut gemacht. Dann Runde 4: Start/Ziel Gerade Kette runter. Fluchen unterm Helm. Alles auseinader, fluchten, spannen, alles passt. Verzweiflung.
2.Rennen: 10 min ohne Probleme, und dann... ihr ahnt es: Kette runter. So viel Scheiße kann man garnicht brüllen. Der Fehler wird die Tage analysiert und hoffentlich gefunden, erstmal will man das Ding nicht mehr sehen. So viel ist in der kompletten Saison 2023 nicht schief gegangen. Es gibt übrigens leichte Verzweiflung bei der Vergaserabstimmung, wenn einer also in Lohsa mit hohem Fachwissen unterstützen möchte, wir sind mit dem Latein fast am Ende. Bier steht als Dank parat, meldet euch einfach.
Unterm Strich war es aber für die K-Wagen Schmiede ein erfolgreiches Wochenende, 3 Starter, 2x Platz 3, was will man denn mehr. Und seid euch sicher, wir sind nur umso ehrgeiziger geworden.
Eins muss ich allerdings noch loswerden: Wir als KCT sind inzwischen eine Gemeinschaft geworden, auf die man wirklich stolz sein kann. Jeder hilft jedem, auch wenn man nachts unter einer Laterne gemeinsam Motoren rettet, um nächsten Tag antreten zu können. Einer bringt Werkzeug, der andere Ersatzteile, 5 geben hilfreiche Kommentare, 4 quatschen blöde dazwischen und noch einer bringt Bier. Weltklasse! So erleben wir das auch auf allen anderen Strecken mit den modernen Klassen der OAKC. Respektvolles miteinander, auch wenn von uns Freunden des historischen Motorsports keiner mehr Weltmeister wird.
Die Überheblichkeit, bis hin zum lustig machen, mit der uns in Mülsen von vielen, vor allem jüngeren Fahrern, der modernen Klassen begegnet wird, ist allerdings beschämend. Wenn das Kart von bezahlten Mechanikern gewartet und Mutti einen nach dem Training mit dem Cayenne ins Hotel fährt, lernt man eben auch nicht, was so eine Gemeinschaft ausmacht und wie man respektvoll miteinander umgeht. Wer es noch nicht mal fertig bekommt, sich nach dem Lauf bei den Streckenposten zu bedanken, bei dem ist sowieso alles verloren und dem wünsche ich einen fetten Dreckklumpen vor der Hauptdüse.
In diesem Sinne: wir freuen uns umso mehr auf ein familiäres Rennen in Lohsa, Templin und Belleben