18/12/2025
Stellungnahme von Türkiyemspor Neh.-Hüsten zur Beitragserhöhung des FLVW
Mit großer Sorge und wachsendem Unverständnis nehmen wir als Türkiyemspor Neh.-Hüsten die angekündigten Beitragserhöhungen des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen zur Kenntnis. Für viele Vereine stellen diese Erhöhungen bereits eine enorme Herausforderung dar. Für kleine, strukturell benachteiligte Vereine wie unseren bedeuten sie jedoch eine ernsthafte Existenzfrage.
Wir sind ein Verein, der mit sehr begrenzten finanziellen Mitteln arbeitet. Unsere Einnahmen stammen fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und wenigen Sponsoren, die uns trotz großer Bemühungen nur in begrenztem Umfang unterstützen können. Große Rücklagen oder finanzielle Spielräume gibt es bei uns nicht. Jede zusätzliche Belastung trifft uns unmittelbar und mit voller Wucht.
Hinzu kommt, dass wir seit Jahren unter klaren Standortnachteilen leiden. Türkiyemspor ist aktuell der einzige Verein in der Stadt, der weiterhin auf einem Ascheplatz trainieren und spielen muss. Während andernorts moderne Kunstrasenplätze entstehen, kämpfen wir mit Bedingungen, die weder zeitgemäß noch attraktiv für Spieler, Jugend oder Zuschauer sind. Erschwerend kommt hinzu, dass uns vor Kurzem auch noch unser Vereinsheim genommen wurde. Damit ist ein zentraler sozialer Treffpunkt des Vereinslebens weggefallen, der weit über den Sport hinaus von Bedeutung war.
Vor diesem Hintergrund fällt es uns schwer nachzuvollziehen, wie eine derart massive Beitragserhöhung als gerecht und verhältnismäßig angesehen werden kann. Die vom Verband genannten Investitionen, insbesondere in die Sportschule Kaiserau, mögen für bestimmte Bereiche sinnvoll sein. Für viele kleinere Vereine an der Basis, die täglich mit maroder Infrastruktur, fehlender Unterstützung und sinkenden Ressourcen kämpfen, entsteht daraus jedoch kein spürbarer Mehrwert.
Wenn diese Entwicklung so weitergeht, bleibt Vereinen wie unserem langfristig kaum eine andere Perspektive als die Schließung. Das ist ein Schritt, den wir auf keinen Fall gehen möchten. Wir sehen es als unsere Aufgabe, jungen Menschen weiterhin eine sportliche Heimat zu bieten, sie von der Straße zu holen, Gemeinschaft zu vermitteln und ihnen durch den Sport Werte wie Respekt, Disziplin und Zusammenhalt mitzugeben. Doch unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird uns diese Wahl zunehmend genommen.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir Verständnis für notwendige Anpassungen und finanzielle Verantwortung haben. Eine Verdopplung der Beiträge innerhalb weniger Jahre, ohne ausreichende Rücksicht auf die Realität kleiner Vereine, halten wir jedoch für den falschen Weg. Sie verstärkt bestehende Ungleichheiten und droht genau jene Vereine zu schwächen, die den Fußball an der Basis lebendig halten.
Wir fordern den FLVW daher eindringlich auf, die geplanten Beitragserhöhungen zu überdenken, soziale und strukturelle Unterschiede zwischen den Vereinen stärker zu berücksichtigen und gemeinsam mit den Vereinen Lösungen zu erarbeiten, die den Breitensport nicht weiter unter Druck setzen.
Der Fußball lebt von Vielfalt, Engagement und Ehrenamt. Damit das so bleibt, braucht es Entscheidungen, die die Basis mitnehmen und nicht überfordern.
Türkiyemspor Neh. - Hüsten
Der Vorstand