06/05/2026
So eine Scheiße.....
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Vor Rangiroa in Französisch-Polynesien wurden eine Schweizer Taucherin und ihre Buddies von einem führerlosen Boot attackiert. Nach einem ansonsten normalen Tauchgang mit Tigerhai- und Delfinbegegnung warteten vier Taucher an der Oberfläche auf ihr Boot – Jackets aufgeblasen, Regler und Masken bereits abgenommen. Beim Aufnehmen der Gruppe wurde der Skipper von einer Welle über Bord geschleudert, das Sicherheits‑/Notstopp‑System des Außenborders griff nicht, und das Boot lief weiter mit voller Fahrt in engen Kreisen um die Taucher.
Für die Leute im Wasser begann ein Albtraum. Sie versuchten immer wieder abzutauchen, wurden aber durch den starken Auftrieb ihrer Westen und den Sog der Schraube nach oben gezogen. Das führerlose Boot kam im Abstand von wenigen Sekunden erneut auf die Gruppe zu. Ein 24‑jähriger deutscher Taucher wurde von der Schiffsschraube so schwer getroffen, dass ihm ein Bein abgerissen wurde, der Tauchlehrer erlitt mehrere offene Beinbrüche. Nur durch die schnelle Hilfe mehrerer zufällig anwesender Ärzte auf einem zweiten Boot – Abbinden der Verletzung, Stabilisierung, Bluttransfusion – überlebte der schwer Verletzte zunächst und konnte in ein kleines Inselspital gebracht werden, in dem am Feiertag keine Ärzte im Dienst waren.
Ein Kill‑Switch oder eine Notstopp‑Leine am Steuerstand ist kein optionales Extra, sondern muss funktionieren – und auch konsequent getragen beziehungsweise eingesetzt werden, damit ein Boot nach einem Mann‑über‑Bord‑Vorfall nicht unkontrolliert weiterfährt. Ebenso zeigt der Fall, wie verwundbar Taucher an der Oberfläche sind, wenn sie sich „entkoppeln“, bevor sie überhaupt an Bord sind: Voll aufgeblasene Jackets, abgelegte Atemregler und Masken können in einer unerwarteten Stresssituation den Unterschied machen zwischen kontrolliertem Abtauchen und hilflosem Ausgeliefert‑sein.
Während der verletzte Taucher sich in Berlin weiteren Operationen und einer langen Reha unterziehen muss und eine Spendenaktion seine zusätzlichen Kosten für Prothesen und eine barrierefreie Wohnung abfedern soll, lohnt sich für alle anderen ein ehrlicher Blick auf die eigenen Abläufe: Wie wird an Bord gebrieft, wer trägt die Verantwortung am Steuer, wie sieht das Verfahren beim Abholen der Gruppe aus – und wie schnell ließe sich die Schraube im Ernstfall wirklich stoppen?
Wenn ihr Brian helfen wollt: https://www.gofundme.com/f/helft-brian-nach-einer-amputation-zuruck-ins-leben-dews2