29/03/2026
𝐙𝐮𝐦 𝐄𝐧𝐝𝐞 𝐠𝐚𝐛’𝐬 𝐞𝐢𝐧 𝐅𝐢𝐧𝐚𝐥𝐞 𝐟𝐮𝐫𝐢𝐨𝐬𝐨 𝐮𝐧𝐝 𝐳𝐰𝐞𝐢 𝐀𝐛𝐬𝐜𝐡𝐢𝐞𝐝𝐞 – 𝐤𝐧𝐚𝐩𝐩𝐞 𝐇𝐞𝐢𝐦𝐧𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫𝐥𝐚𝐠𝐞 𝐠𝐞𝐠𝐞𝐧 𝐑𝐨𝐬𝐬𝐭𝐚𝐥
Letztes Heim- und gleichzeitig letztes Saisonspiel für die Herren vom TSV 1860 Weißenburg am vergangenen Sonntag in der Seeweiherhalle. Für die Sechziger ging es lediglich um die Frage, ob man Tabellenplatz drei oder fünf in der Endabrechnung erreichen würde. Nach einem sehr schlechten Saisonstart hätte man sich sicherlich gefreut, wenn es am Ende Platz 5 werden sollte. Dagegen stand für den Gegner vom TSV Roßtal einiges mehr auf dem Spiel. Dieser musste gewinnen, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksoberliga zu sichern. Dabei hatten die Weißenburger Handballer das Hinspiel in Roßtal überraschend gewonnen und dabei einen Lauf von sieben Siegen in acht Spielen gestartet. Der Gast unterschätzte die Mannschaft von Sigrid Rudat daher auf keinen Fall. Dies wurde von Beginn an klar, denn die Zweitvertretung vom TSV Roßtal begann in Bestbesetzung und mit allerhöchster Konzentration. Die ersten Minuten gingen klar an die Gäste, die äußerst druckvoll und mit hohem Tempo agierten. Bezeichnend, dass die erste Chance des Spiels ein Siebenmeter war, der jedoch vom sonst sicheren Sebastian Rudat gegen den starken Gästekeeper vergeben wurde. Generell führte zunächst jeder verlorene Ball zu einem Gegenstoß, und die Weißenburger hatten dem in der Startphase wenig entgegenzusetzen. Angefeuert von gut 150 Zuschauern fanden die Sechziger dann jedoch zurück ins Spiel und konnten nach drei Toren in Folge zum 5:5 (10. Minute) ausgleichen. Die Gäste unterstrichen jedoch weiter ihre Aufstiegsambitionen und legten nochmals an Intensität zu. Mit präzisem Tempospiel und einem guten Keeper konnten sie den Vorsprung erneut herauswerfen – 6:11 lautete zwischendurch der deutliche Weißenburger Rückstand. Dieser konnte zwar etwas aufgeholt werden, doch drei Toren liefen die Weißenburger kontinuierlich hinterher. Quasi mit der Pausensirene stellte Markus Hellmich per Strafwurf zum 11:14 Halbzeitstand. Dies klingt zwar nach klarer Überlegenheit der Roßtaler Gäste doch war diese nicht einer Weißenburger Schwäche geschuldet; viel mehr spielten die Sechziger auf hohem Niveau gut mit und waren von zwei sehr guten Mannschaften die etwas weniger konstante.
Das bereits in den ersten dreißig Minuten sehr intensive Spiel gewann nach Wiederanpfiff nochmals an Klasse. Der Aufstiegsaspirant spielte weiter seine Vorteile an individueller Stärke und Schnelligkeit aus, die Sechziger hielten mit Kampf und Geschlossenheit dagegen. Man meinte, jeden Moment müsste der Knoten platzen und der gastgebende TSV könnte für den Umschwung sorgen. Doch Rosstal machte es clever und konterte jedes Mal kurz vor Wechsel des Momentums. Zwei Tore Rückstand sind beim Handball nicht viel, doch der Anschlusstreffer sollte einfach nicht fallen. Zumindest nicht in den Minuten, bevor es in die finale Phase ging. Die Zuschauer – auch Anhänger Rosstals waren angereist – waren fasziniert und gebannt, denn es entwickelte sich ein höchst spannendes Finale. Viele Zeitstrafen und Siebenmeter erwecken den Eindruck eines unfairen Spiels, doch das war es mitnichten. Schnell, hochklassig und hart – aber niemals unfair wurde die Partie geführt. Fünf Minuten vor Schluss gelang dann endlich der ersehnte Anschluss, 23:24 nach Treffer von Sebastian Rudat. Nun war es ein offener Schlagabtausch, der beim 27:27 seinen Höhepunkt fand. Dreißig Sekunden waren noch zu spielen, als Capitano Daniel Wokon in seinem letzten Spiel nach erobertem Ball selbst für den umjubelten Ausgleich sorgte. Dieser hätte gleichzeitig den Verlust von Platz zwei für Rosstal bedeutet – der Aufstieg wäre weg gewesen. In einem letzten verzweifelten Angriff setzte der Gast dann doch noch den Ball ins Weißenburger Tor und sicherte mit dem Schlusspfiff den Sieg. Die Sechziger hatten einen großartigen Kampf in einem begeisternden Spiel geliefert und leider keinen Teilerfolg einfahren können. Gleichzeitig geht jedoch ein herzlicher Glückwunsch nach Rosstal, ein sympathischer Gegner, der nächstes Jahr eine Klasse höher antreten darf. Nicht nur heute begeisterten die Sechziger mit leidenschaftlichem Handball und bedankten sich nach der Partie bei den treuen Zuschauern. Verabschiedet wurden dann noch Markus Hellmich und Daniel Wokon, die viele Jahre alles für den TSV 1860 Weißenburg gegeben hatten und mit sentimentalen Worten in den Handballruhestand entlassen wurden.
Spielverlauf: 0:2, 2:5, 5:5, 7:11, 9:11, 11:14 Halbzeit – 11:16, 13:17, 16:18, 17:20, 20:23, 24:25, 25:27, 27:27, 27:28 Ende
Strafwürfe: TSV Weißenburg 11/8; TSV Rosstal II 2/2
Strafzeiten: TSV Weißenburg 12 Minuten; TSV Rosstal II 8 Minuten
Für den TSV 1860 Weißenburg spielten:
Alexander Symader, Tobias Meierhuber (beide Tor); Sebastian Rudat 4, Markus Hellmich 6/6, Aaron Gooßen, Simon Brunnenmeier 1, Daniel Wokon 3, Moritz Ortner 2, Moritz Meyer 7, Mario Rausch, Tim Lukas 2, Johannes Baur und Florian Beierlein 2.