Bei den Mannheimer Billardfreunden findest du Billardsport für Amateure und Profis auf 4 Karambol Billard-Tischen (großes Brett) und 5 Pool Billard-Tischen (9 Fuß) V.
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Chronik 1947 bis 2010 der Mannheimer Billardfreunde von 1947 e.V. Das trifft für einen Verein natürlich nicht zu. Erst in 12 Jahren wird er sein nächst
es nennenswertes Jubiläum feiern, das 75jährige Bestehen. Danach ist nach den Richtlinien der öffentlichen Verwaltung erst wieder das 100jährige wichtig genug, um einen finanziellen Beitrag an den Verein zu leisten, falls es so etwas dann noch geben sollte. Bis dahin wird es aber aller Voraussicht nach den Chronisten nicht mehr geben. Das zeigt, dass Menschen und Vereine einen unterschiedlichen Alterungsprozess durchlaufen. Mit Kurt Warnecke ist 2005 das letzte Gründungsmitglied im gesegneten Alter von 90 Jahren verstorben. Seine Aufzeichnungen und mündlichen Überlieferungen sind neben den persönlichen Erinnerungen des derzeit dienstältesten Mitglieds, Hans Staudt und denen des Verfassers, der erst seit 40 Jahren Mitglied des Vereins ist, Grundlage dieser Chronik. Dazu kommen Begebenheiten und Geschichten aus der alten Zeit. Meinen herzlichen Dank möchte ich besonders Kurt Warnecke aussprechen, der selbst jahrelang Vorsitzender und nach seinem Rückzug aus der aktiven Vereinspolitik Ehrenvorsitzender der Mannheimer Billardfreunde war. Zunächst möchte ich die Situation zur Zeit der Gründung und in den ersten Jahren beleuchten. Als zweites wollen wir uns einen Überblick über die Vorstände, Mitglieder und Ehrungen verschaffen.Danach werde ich versuchen, den zeitlichen Ablauf bis zum heutigen Tag kurz, aber möglichst genau zu beschreiben und das Ganze mit einer Darstellung der aktuellen Lage des Vereins enden zu lassen. Am Anfang waren nach dem Krieg kaum Spielmöglichkeiten vorhanden. Vereinzelt gab es Billardtische (ausschließlich Karambolagetische - Pooltische kamen erst ab 1970 langsam in Mode) in Gaststätten oder in Privaträumen, die allerdings in einem sehr fraglichen Zustand waren. Es war fast unmöglich, geeignetes Tuch zu kaufen, selbst wenn das Geld verfügbar gewesen wäre. So waren die Bezüge teilweise recht alt und abgeschabt, mit Löchern reichlich verziert. Das konnte echten Billardenthusiasten nicht zufrieden stellen. In Mannheim fanden sich daher 1947 eine Handvoll Männer zusammen, die nicht mehr in Kneipen auf schlechtem Material spielen wollten, sondern auf möglichst gutem Material in einem eigenen Verein. Sie beschlossen die Gründung und nannten ihren Verein die "Mannheimer Billardfreude von 1947 e.V." Gründungsmitglieder waren:
• Dr. Sturm,
• Theo und Erik Kiesewetter.,
• Kurt Warnecke, Werner Gerlach,
• Werner Schott, Karl Rimmler,
• Werner Safranek,
• Karl Häberle
• und die Herren Landau und Casse
• Den Gründungsvorsitz übernahm Dr. Sturm. Am besten kann diese Zeit durch einen Rückblick von Kurt Warnecke aus dem Jahr 1987 anlässlich des 40jährigen Vereinsjubiläums aufgezeigt werden:
Erinnerungen des Ehrenvorsitzenden Kurt Warnecke 1987
Im Krieg nach Mannheim verschlagen und dort sesshaft geworden, hatte ich nach 1945 Gelegenheiten in den Lokalen " Zwölf Apostel " bei Herrn Zipperle oder im "Kinzinger Hof" in N, 7, wo man mit Mühe das teilzerstörte Gebäude im Erdgeschoss einigermaßen restauriert hatte, Billard zu spielen. Hier waren 2 kleine und 2 große Billards aufgestellt. Partner in diesen Lokalen waren die Herren Otto Thiele, Gebr. Landau, Karl Rimmler, Häberle, Safranek und die Gebr. Hier kostete die Tasse Kaffee 5.- RM und eine Tasse Bohnenkaffe, geliefert aus Schwarzmarktkreisen, 10.- RM. Die Seele des Lokals war die Maria, eine Angestellte des in russischer Gefangenschaft befindlichen Pächters Werner Gerlach. Die alles beherrschende Figur aber war der Kellner Karl (Häberle), bekannt 12 Jahre später als erster Wirt des Clubs in M.7. Der Karl konnte blitzschnell rechnen und somit zahlte der Gast meistens etwas mehr als er eigentlich verzehrt hatte. Das spielte aber damals, wo eine Packung Zi******en RM 100.- kostete, keine Rolle. Das Lokal war jeden Tag bis in die Nacht hinein rappelvoll. Das Publikum war schillernd, denn niemand ging in Wirklichkeit einer geregelten Arbeit nach; natürlich gab es auch einige Ausnahmen. Man nahm teil am "Schwarzen Markt" oder brachte sich sonst wie über die Runden. Vom Gesichtspunkt des Amüsements war es sicherlich eine Zeit wie sie wahrscheinlich so bald nicht wieder kommt. In diesem " Kinzinger Hof " wurden dann so etwa ab 1947 die ersten DREIBAND-Partien von den Herren Dr. Sturm, Theo Kiesewetter und Kurt Warnecke sowie dem späteren Wirt Karl Häberle gespielt. Ansonsten und normalerweise kannte man zu jener Zeit nur das normale Karambolspiel (Freie Partie) auf dem kleinen und evtl. bereits das Cadre-Spiel auf dem großen Brett. In diesen turbulenten Zeiten der Nachkriegszeit wurde dann von einigen wenigen Billardbegeisterten wie Dr,. Sturm, Theo und Erik Kiesewetter, Kurt Warnecke, W. Gerlach W, Schott, Karl Rimmler, W. Safranek und den Herren Landau, Häberle und Casse der Entschluss gefasst, einen richtigen Billard-Verein zu gründen. Dieser Verein konstituierte sich 1947 und wegen der annormalen und schweren Zeiten nannte man den Verein " Mannheimer Billardfreunde von 1947 e.V. Vorsitzender wurde Dr. Sturm. Inzwischen war auch der Pächter des "Kinzinger Hof", Werner Gerlach, aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, Ein kleines Billard sollte nun für Turnierzwecke neu bezogen werden; Billardtuch von SIMONIS in Belgien gab es nur im Schwarzhandel: Preis 20000,- RM. Die Gründerversammlung sammelte und erhielt Stiftungen von 500.- bis 2000.- RM. Das Geld kam zusammen, das Billard wurde bezogen und die ersten Kleinbrett-Turniere begannen. Dann kam im Juni 1948 die Währungsreform und der Pächter W. Gerlach wandelte den "Kinzinger Hof" in eine Tanz-Bar (Casino-Bar) und im 1. Stock in einen Glücksspiel-Club um, sodass der Club vor seiner Existenzfrage stand. Glücklicherweise hatte zwischenzeitlich der bekannte Mannheimer Gastwirt Hans Brück! Er baute damals auf dem Friedrichsring - gegenüber dem heutigen Theater - in T, 6 das METROPOL-Haus mit Hotel, Weinwirtschaft, Kabarett und Orient-Bar auf. Er stellte dem Verein das 2. Obergeschoss zur Verfügung, so dass der Verein hier einen wirklich feudalen Billard-Saal beziehen konnte, wo dann auch guter Sport veranstaltet wurde. So übernahm der Verein in diesem Sinne im Januar 1953 die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Cadre 71/2. Teilnehmer u. Lütgehetmann, Aug. Tiedtke, Ernst Rudolph, Siegfried Spielmann und einige andere mehr. Es waren spannende und hochqualifizierte Kämpfe, aus den Walter Lütgehetmann als Deutscher Meister hervorging und außerdem mit einer Höchstserie von 247 den deutschen Rekord überbot. Nach diesem großen Ereignis war jedoch das Dreiband-Spiel nicht mehr aufzuhalten. Maßgebend hierfür waren die Mitglieder Dr. Sturm, Theo Kiesewetter, Peter Schneiders und Kurt Warnecke. Es war dies auch die Zeit, in welcher es Theo Kiesewetter - damals Vizepräsident des Deutschen Billard Bundes – gelang, den zigfachen Deutschen Meister August Tiedtke für einige Wochen nach Mannheim zu holen. Hierdurch erhielt das Dreiband-Spiel einen riesigen Auftrieb. Die Begeisterung für die Spielart war so groß, dass auch Spieler, die kaum das Queue richtig halten konnten versuchten, darin etwas zu werden. Diese Begeisterung veranlasste dann die Brüder Kiesewetter, zusammen mit dem Deutschen Billard Bund, in der Zeit vom 1. bis 4. Juli 1954 im Rosengarten eine Dreiband-Europameisterschaft aufzuziehen. Obwohl fantastische Kämpfe geboten wurden, ließ hier der Besuch, bedingt durch die gleichzeitig laufende Weltmeisterschaft in Bern, sehr zu wünschen übrig, so dass hohe ungedeckte Kosten entstanden, welche von den Brüdern Kiesewetter aus der Privattasche ausgeglichen werden mussten. Europameister 1954 wurde damals der Belgier René Vingerhoedt vor dem Deutschen Walter Lütgehetmann in einer spannenden Schlusspartie. Schiedrichter dieser Partie war im Übrigen der Chronist, welcher dann auch kurz danach von der CEB in Paris den internationalen Schiedsrichter-Ausweis erhielt. Ende 1954 verkaufte das Mitglied Hans Brück! sein Metropol-Haus an einen Herrn Rimile, Dieser wollte sein Haus anderweitig verwenden, sodass der Club gezwungen war, sich um ein neues Vereinsheim zu bemühen. Dies gelang wiederum den Brüdern Kiesewetter, indem sie im neu aufgebauten Hauses eines Architekten in M. 7. 11 die hinteren Hofräume mieteten. Der 1. Wirt wurde das Altmitglied Karl Häberle. Der Architekt hatte sich jedoch finanziell verspekuliert und konnte die Baulasten nicht mehr verkraften. Das Haus ging dann in den Besitz der Deutschen Krankenversicherung (DKV) über. Während sich in der Folge die Kleinbrett-Spieler recht schwer taten, gewann das Dreiband-Spiel immer mehr Freunde. Durchschnitte zwischen 12 und 20 wie sie von Erik Kiesewetter, Schnarchendorff, Prust und später Jürgen Ritter in der Freien Partie gespielt wurden, galten schon als besonders gute Leistung. Erst mit den späteren Partien zwischen Erik Kiesewetter und Horst Papenberg mit Durchschnitten zwischen 30 bis über 100 gab es hier für kurze Zeit einen Aufschwung. Aber das Dreibandspiel war nicht aufzuhalten. Es spielten selbst die Schwächsten und Ältesten mit Vorgabe um einen Kaffee. Hier sei an die Partien zwischen Licht/Günther - Nerz/Licht - Bärtisch/Warnecke und Warnecke/ Göttisch erinnert. Der Laden war ab mittags rappelvoll und alle Bretter liefen. Jedoch wurde Dreiband auch todernst und zielstrebig als Turnier gespielt zwischen den älteren Herren Theo Kiesewetter, Kurt Warnecke, Peter Schneiders wie aber auch von der nachdrängenden Jugend mit Werner Hilbert, Rolf Göring, Jürgen Ritter, Ernst Ries und anderen. Es wurden viele Club-, Landes- und Südwest-Meisterschaften ausgetragen, von denen dem Chronisten heute nur noch folgende erinnerlich sind:
● Vereinsmeisterschaft Mannheim 1955 - Vereinsmeister K. Warnecke
● Landesmeisterschaft Stuttgart 1955 - Landesmeister K. Warnecke
● Bundesmeisterschaft Remscheid 1955 - Bundesmeister K. Warnecke
● Landesmeisterschaft Mannheim 1956 - Landessmeister Theo Kiesewetter
● Landesmeisterschaft Stuttgart 1957 - Landessmeister Werner Hilbert
● Südwest-Meisterschaft Stuttgart 1958 Landessmeister K. Warnecke
● Südwest-Mannschaftsmeisterschaft 1960 - Sieger Mannheim
● Südwest-Mannschaftsmeisterschaft 1961 Sieger Frankfurt
● Südwest-Mannschaftsmeisterschaft 1962 Sieger Mannheim
● Landesmeisterschaft Stuttgart 1963 Werner Hilbert
● Bundesmeisterschaft 3-Band in Mannheim 1963: Bundesmeister K. Warnecke
Mitte der fünfziger Jahre wurde Kurt Warnecke zuerst 2. Vorsitzender und später 1. Vorsitzender wie auch Landesverbandsvorsitzender SÜDWEST. Diese Ämter hatte er mehrere Jahre inne; 1966 legte er dieselben sämtlich nieder. Hiernach übernahmen, ohne Anspruch auf richtige Reihenfolge, die Herren Hilbert, Schott, Behrend, Gassert und Ritter in fröhlicher Reihenfolge das Amt des Vorsitzenden.
1972 feierte der Club sein 25-jähriges Bestehen. 1973 wurde dem Chronisten der Ehrenvorsitz verliehen. 1977 fasste dann die Vorstandschaft den bis heute als unvernünftig einzustufenden Beschluss, das Clubheim in M. 7 aufzugeben und in die - zugegeben attraktiveren Räume - am Kaiserring 34 zu ziehen. Doch die Vorstandschaft (Jürgen Ritter und Ernst Ries) hatte falsch kalkuliert. Die DKV erlangte wegen unterlassener rechtzeitiger und fristgerechter Kündigung der Räume in M, 7 noch für weitere 13 Monate Miete. Außerdem war die Einrichtung des neuen Clubheims ohne Berücksichtigung des wirklich greifbaren Vermögens erfolgt. So musste bereits die Eröffnungsfeier mit kostspieligem kaltem Büffet mit geliehenem Geld vorgenommen werden. Die Konten mit dem ohnehin wenigen Geld waren von der DKV mit Pfändung und Arrest belegt worden. Der Verein hatte in die Zigtausende gehende Schulden; man wusste nicht, wie dieselben zu bezahlen sein sollten. Mit einem Wort: der Verein war bankrott. Es wurde eine Notversammlung einberufen, auf der 2 Mitglieder (Eugen Gutmann und Kurt Warnecke) leihweise beträchtliche Geldbeträge zur Verfügung stellten, um aus der ersten Not herauszukommen. Die Bedingung war natürlich, dass ein Vorstand den Verein führen musste, der eine Rückzahlung zumindest wahrscheinlich erscheinen ließ. Andere Mitglieder, vor allem Karl Roßrucker, Fritz Mezger um nur die wichtigsten zu nennen, gaben durch Übernahme von Bürgschaften dem Verein eine Chance. Ersterer fertigte eine Bürgschaftsliste, in der nahezu alle Mitglieder nach ihren Möglichkeiten bürgten – manche auch darüber hinaus. Karl Roßrucker verpflichtete sich, auch in eigenem Interesse, in die Vereinsführung zu gehen und die Schulden sowie die Bürgschaften zu erwirtschaften. In langen Wehen und über mehrere Jahre hinaus gelang es dann unter den Vorsitzenden Ries 1978 bis 1982 und Roßrucker ab 1982 (ab 1978 2. Vorsitzender) den Verein wieder einigermaßen flottzumachen, so dass der Verein in 1987 wohlgemut sein 40-jähriges Bestehen feiern kann. Dies ist nicht zuletzt den sehr wertvollen Bemühungen des derzeitigen Vorsitzenden Karl Roßrucker zu verdanken. Die Schulden in Höhe von etwa 70.000 DM waren nicht nur zurückgezahlt, sondern es war ein Guthaben in etwa gleicher Höhe vorhanden, so dass der Verein die Räume renovieren und zunächst 2 neue große Turnierbillards von Wilhelmina anschaffen konnte. Die Mitgliederzahl hatte zeitweise die Hundertergrenze überschritten. Somit wäre der Chronist am Ende seiner Erinnerung zur Vereinsgeschichte angekommen. Zum sportlichen Erfolg ist zu sagen, das Aushängeschild des Vereins ist und bleibt auch bestimmt auf längere Sicht die Dreibandmannschaft. Mehrere Südwestmeisterschaften, sowie die Stellung einiger Spieler für den Dreiländercup sind nur einige Punkte. Garant für diese Erfolge sind Rolf Göring, Ernst Ries, Fritz Hogen, Karl Roßrucker, Karl-Josef Franken, Rainer Neff, Jürgen Zemke. Man kann diese Liste weiterführen, denn es mangelt nicht an Dreibandnachwuchs. Als Beispiele sollen Markus Möker, Wieland Hoprich, Fritz Ziegler, Roman Hauck usw. dienen. Man kann sie fast nicht alle erwähnen und es wird an anderer Stelle bestimmt von Ihnen noch zu hören sein. Doch nicht nur Großbrett, sondern auch das Kleinbrett sei hier erwähnt. Ein Mann, der sich schon Jahre hier unermüdlich bemüht und verdient macht, ist Dieter Bierhals. Bei den Mannheimer Billardfreunden gibt es schon eh und je ein bunt gemischtes Publikum, hier gibt es keinen Unterschied in der Nationalität oder dem gesellschaftlichen Stand, es geht uns im wahrsten Sinne des Wortes um die "Freundschaft", nicht nur am grünen Tisch auch darüber hinaus. Ein Club in dieser Art und Weise kann nur leben, wenn einer für den anderen da ist, nicht nur im Guten, sondern auch dann wenn es mal nicht so läuft. In diesem Sinne auf weitere Jahrzehnte alles Gute und viel Freude an unserem Billardsport. Kurt Warnecke
Als nächstes folgt die Auflistung der Ehrenmitglieder der Mannheimer Billardfreunde. Mit der Ehrenmitgliedschaft sind nicht nur Rechte wie Beitragsfreiheit und Rederecht bei Versammlungen, sondern auch Pflichten verbunden, insbesondere Zusammenarbeit mir dem Vorstand zum Wohle des Vereins. Ehrenmitglieder der Mannheimer Billardfreunde
1973 Kurt Warnecke † Ehrenvorsitzender
1978 Eugen Gutmann † Ehrenmitglied
1979 Erik Kiesewetter † Ehrenmitglied
1994 Fritz Mezger † Ehrenmitglied
2003 Prof. Dr. Karl Roßrucker Ehrenvorsitzender
Ehrungen Prof. Dr. Karl Roßrucker (jeweils die höchste Auszeichnung)
1987 Billard-Landesverband Süd-West Goldene Ehrennadel
1995 Mannheimer Billardfreunde Ehrennadel
1997 Deutsche Billardunion Goldene Ehrennadel
2003 Mannheimer Billardfreunde Ehrenvorsitz
2004 Stadt Mannheim Sportmedaille
2010 Badischer Sportbund Goldene Ehrennadel
Bei den Vorstandsmitgliedern sind aus den frühen Jahren nur die Vorsitzenden bekannt, soweit dazu überhaupt Informationen vorliegen. Vorsitzende der Mannheimer Billardfreunde:
Herr Dr. Sturm (und eventuell andere) 1947 - 1958
Kurt Warnecke 1958 -1966
Eine genauere Tabelle mit Funktionsträgern gibt es seit 1964 nach dem Vereinsregister Nr.156 von Mannheim (engerer Vorstand) und den verfügbaren Protokollen:
von bis Vorsitzender Stellvertreter Kassier Schriftführer Sportwart/e
1964 1966 Kurt Warnecke Ludwig Günther Jürgen Ritter
1966 1968 Werner Hilbert Karl Zahnleitner Josef Kunzfeld
1968 1969 Werner Schott Kurt Warnecke Robert Gänsmantel
1969 1970 Werner Schott Herbert Gassert Robert Gänsmantel
1970 1971 Dieter Behrendt Jürgen Ritter Walter Stiller
1971 1972 Herbert Gassert Jürgen Ritter Alfred Bollinger
1972 1973 Herbert Gassert Kurt Warnecke Friedrich Hogen
1973 1977 Jürgen Ritter Kurt Warnecke Jürgen Ritter
1977 1978 Jürgen Ritter Ernst Ries Gerd Seitz Heinz-Walter Kohlmeier
1978 1979 Ernst Ries Karl Roßrucker Frank Günther Peter Quack Heinz-Walter Kohlmeier
1979 1982 Ernst Ries Karl Roßrucker Peter Quack Heinz-Walter Kohlmeier
1982 1985 Karl Roßrucker Rolf Göring Rainer Neff Alex Neubauer Jürgen Zemke
1985 1987 Karl Roßrucker Rolf Göring Alexander Ackermann Alex Neubauer Jürgen Zemke
1987 1989 Karl Roßrucker Klaus Stahl Jürgen Schmohl Alex Neubauer Jürgen Zemke
1989 1992 Karl Roßrucker Markus Philipp Olaf Koshors Alex Neubauer Wieland Hoprich
1992 1993 Karl Roßrucker Ernst Ries Olaf Koshors Klaus Stahl Roman Hauck
1993 1994 Karl Roßrucker Klaus Keßler Olaf Koshors Klaus Stahl Thomas Heinzelbecker/Volker Stritzinger
1994 1996 Karl Roßrucker Heinz-Walter Kohlmeier Harald Fischer Alex Neubauer Markus Pfeffer/Thomas Detmer
1996 1999 Karl Roßrucker Karl-Josef Franken Olaf Koshors Ercan Sentürk Klaus Keßler
1999 2001 Karl Roßrucker Manfred Bunzel Olaf Koshors Olaf Koshors Erdogan Can
2001 2003 Karl Roßrucker Markus Pfeffer Olaf Koshors Karl Roßrucker Karl Roßrucker
2003 2005 Dieter Bierhals Klaus Stahl Heinz-Walter Kohlmeier Alex Neubauer
2005 2007 Dieter Bierhals Klaus Stahl Heinz-Walter Kohlmeier Alex Neubauer Dieter Bierhals
2007 2010 Heinz-Walter Kohlmeier Matthias Aichele Friedrich Ziegler Klaus Keßler Matthias Aichele
Ehrennadel der Mannheimer Billardfreunde
Die Ehrennadel der Mannheimer Billardfreunde wird an verdiente Mitglieder vergeben. Sie wird verliehen, wenn ein Mitglied mindestens zehn Jahre ununterbrochen Mitglied unseres Vereins war oder bei mehrjähriger Mitarbeit im engeren Vorstand oder bei mindestens fünfjähriger Mitarbeit im erweiterten Vorstand oder in einem Beirat. Die Verleihung erfolgt jeweils im Rahmen einer Mitgliederversammlung. In Ausnahmefällen können auf einstimmigen Beschluss des Vorstands auch verdienstvolle Nichtmitglieder mit der Nadel geehrt werden, sofern sie dem Billardsport nahe stehen und unseren Verein in bedeutender Weise unterstützen. Die Verleihung erfolgt bei einem angemessenen aktuellen Anlass. Bis zum Juni 1999 haben folgende Personen die Ehrennadel erhalten:
Nr. Name Eintritt Mitgliedszeit 99 Vorstandsarbeit
1 Kurt Warnecke 1947 52 Jahre ja
2 Fritz Mezger 1956 43 Jahre nein
3 Hans Staudt 1958 41 Jahre nein
4 Franz Mazura 1964 35 Jahre nein
5 Rolf Göring 1964 35 Jahre ja
6 Prof. Dr. Karl Roßrucker 1970 29 Jahre ja
7 Heinz-Walter Kohlmeier 1974 25 Jahre ja
8 Alex Neubauer 1975 24 Jahre ja
9 Rainer Neff 1976 23 Jahre ja
10 Claus-Peter Ge**er 1976 23 Jahre nein
11 Ali Ersoy 1983 16 Jahre ja
12 Karl-Josef Franken 1984 15 Jahre ja
13 Horst Papenberg 1984 15 Jahre ja
14 Klaus Stahl 1984 15 Jahre ja
15 Fritz Ziegler 1984 15 Jahre ja
16 Wieland Hoprich 1985 14 Jahre ja
17 Harald Fischer 1985 14 Jahre ja
18 Olaf Koshors 1987 12 Jahre ja
19 Uta Stahl 1987 12 Jahre nein
20 Wolfgang Braun 1988 11 Jahre nein
21 Manfred Bunzel 1988 11 Jahre nein
Die Ehrennadel wurde bisher an folgende Nichtmitglieder verliehen, nämlich Herrn Dr. Karl, ehemaliger Leiter des Sport- und Bäderamtes der Stadt Mannheim, jetziger Oberbürgermeister der Stadt Calw.
2003 wurde die Nadel an Dr. Werner Baier und Sire Raymond Ceulemans vom Billard Club Elversberg für besondere Verdienste und langjährige Freundschaft zu unserem Verein vergeben. Danach wurden keine weiteren Ehrennadeln vergeben. Die Ehrenordnung soll neu gefasst werden. Zugehörigkeitszeiten der aktuellen Altmitglieder (20 Jahre)
Nr. Name Eintritt Mitgliedszeit
1 Hans Staudt 1958 52 Jahre
2 Rolf Göring 1964 46 Jahre
3 Prof. Dr. Karl Roßrucker 1970 40 Jahre
4 Heinz-Walter Kohlmeier 1974 36 Jahre
5 Klaus Stahl 1984 27 Jahre
6 Friedrich Ziegler 1984 26 Jahre
7 Alex Neubauer 1984 26 Jahre
8 Ali Ersoy 1985 25 Jahre
9 Wieland Hoprich 1985 26 Jahre
10 Harald Fischer 1985 25 Jahre
11 Dr. Uta Stahl 1987 23 Jahre
12 Manfred Bunzel 1988 22 Jahre
13 Klaus Keßler 1990 20 Jahre
Anmerkung: Nach einem Austritt und späterem Wiedereintritt zählt nur die Zeit ab Wiedereintritt. Frühere Zeiten werden nicht gerechnet. Liste der aktuellen Mitglieder
Nr. Name Vorname Eintritt Geburtstag
1 Aichele Matthias 01.01.2005 19. September
2 Aichele Moritz 01.04.2007 11. Dezember
3 Aichele Maya 01.04.2007 30. April
4 Bierhals Dieter 01.09.2002 23. April
5 Bunzel Manfred 01.01.1988 08. Januar
6 Burger Florian 01.04.2010 01. Mai
7 Ersoy Ali 01.01.1985 12. Mai
8 Fischer Emanuel 28.01.2000 27. Oktober
9 Fischer Harald 01.01.1982 23. Juli
10 Göring Rolf 01.03.1964 30. März
11 Grajek Bartosz 01.06.2008 13. Juli
12 Hoprich Dr. Wieland 01.01.1985 04. September
13 Kang Inwon 01.06.2010 03. Mai
14 Keßler Kevin 14.11.1990 14. November
15 Keßler Klaus 01.01.1990 10. Juli
16 Kohlmeier Heinz-Walter 01.01.1974 19. Februar
17 Kohlmeier Ramona 01.01.1996 21. November
18 Lutterbach Ingo 01.12.2008 10. Juni
19 Möker Markus 01.03.2004 02. Juli
20 Neubauer Alex 01.04.1984 21. Mai
21 Neubauer Peter 01.01.1998 26. November
22 Park WooJin 01.06.2010 28. Januar
23 Roßrucker Prof. Dr. 01.01.1970 09. Juli
24 Stahl Klaus 01.01.1984 29. Januar
25 Stahl Mats 01.01.1993 21. April
26 Stahl Dr. Uta 01.01.1987 20. Januar
27 Staudt Hans 01.07.1958 13. September
28 Van der Pluym Frithjof 01.01.1999 27. Juni
29 Ziegler Friedrich 01.01.1984 15. Dezember
30 Weber Jürgen 01.01.2005 08. November
31 Weich Alexander 01.05.2004 06. November
Bericht von Karl Roßrucker über die wirtschaftliche Entwicklung der Mannheimer Billardfreunde e.V. von 1978 bis 2010
Im Anschluss an die Chronik von Kurt Warnecke kann die Entwicklung bis 1987 in den Grundzügen übernommen werden. Es sind lediglich einige Besonderheiten zu erwähnen:
Vor dem Umzug in den Kaiserring 34 in den siebziger Jahren waren verschiedene Wirtsleute im Club tätig - darunter auch unser langjähriger Billardfreund Hans Staudt und der später erwähnte Schurek, bzw. Osserianski. Hans Staudt, der heute das dienstälteste Mitglied der Mannheimer Billardfreunde ist, hatte etwa in der Zeit von 1973 bis 1975 die Bewirtschaftung übernommen. Neben seiner freundlichen, von trockenem Humor geprägten Art sind besondern seine Frikadellen im Gedächtnis geblieben. Sie waren stets frisch, wohlschmeckend und sehr fest (der Bäcker hatte nicht gewonnen). Sie erhielten den liebevollen Spitznamen „Bremsklötze“ und waren meist schon nach wenigen Stunden ausverkauft. Nach dem Umzug in den Kaiserring 34 hatte Jürgen Ritter die Schuld der nicht fristgerechten Kündigung der Räume in M 7 allein auf sich genommen und war ausgetreten, was ich sehr bedauert habe. Er war auch nicht in der Lage, den Schaden zu ersetzen. Nun gab es nur wenige Mitglieder, die bereit oder mutig genug und in der Lage waren, den finanziell maroden Verein zu führen. Vor allem die alten langjährigen Mitglieder wie Eugen Gutmann, Fritz Mezger, Karl Bartuschek, Erik Kiesewetter, Kurt Warnecke, Hans Staudt, Rolf Göring, Franz Mazura, Walter Buchal usw. und die zahlreichen Sinti-Billardfreunde um die Familien Kreutz, Lagraine, Steinbach, Blum, usw. befürchteten die Schließung ihres Clubs. Das wäre für manche eine Katastrophe gewesen. Wo sollte sie ihre Nachmittage und Abende verbringen, wo ihrem Hobby nachgehen und wo ihre Freunde treffen? In dieser Situation mussten alle Kräfte gebündelt werden. Nach diversen Gesprächen fand sich der vorstandserfahrene Ernst Ries bereit, den Vorsitz zu übernehmen, wenn ich mit in den Vorstand ginge. Meine Aufgabe sollte es sein, die Bankkontakte zu pflegen, Bürgschaften einzuholen und zu sichern. Insgesamt ging es dabei um Vertrauensbildung bei Mitgliedern, Vermieter und Gläubigern sowie eine zuverlässige Abwicklung der Zahlungen. In der entscheidenden Sitzung wurde der Verein gerettet nachdem Eugen Gutmann 30.000 DM und Kurt Warnecke 7.000 DM als günstige Darlehen zugesagt hatten und alle Mitglieder je nach ihren Möglichkeiten Bürgschaften in eine Gesamthöhe von über 40.000 DM unterschrieben hatten. Damit wurde ein Kredit über 25.000 DM bei der Volksbank aufgenommen und alle Verbindlichkeiten bezahlt. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Vorsitzender Ernst Ries, Stellvertretender Vorsitzender Karl Roßrucker, Kassenwart Frank Günther (eine junger Student), Schriftführer Peter Quack und Sportwart der junge Heinz-Walter Kohlmeier, der bereits im Artistikbillard für Aufsehen gesorgt hatte. Die wichtigste Aufgabe war allerdings, für entsprechende Einkünfte zu sorgen. Das musste einerseits über Mitgliedsbeiträge, über geringe Spenden und Zuschüsse, aber vor allem über Spielgeld- und Pachteinnahmen aus der Gastronomie geschehen. Der Verein war Hauptmieter und die Bedingungen der Weiterverpachtung waren zu Gunsten des Vereins ausgelegt, so dass wir ein sicheres Einkommen hatten. Die Pächter mussten allerdings mit kleinen Überschüssen zufrieden sein oder richtig gut arbeiten. Das war nicht einfach. Familie Seitz, die den Umzug mitgemacht hatte, strich bereits nach kurzer Zeit die Segel, Aber es gelang, neue Pächter zu finden. Ein italienischer Wirt namens Mingado mit seiner deutschen Frau übernahmen das Lokal. Es lief nicht gut und die Stimmung im Club wurde durch die häufigen lautstarken Streitereien zwischen den beiden gestört. Dann gelang es uns, einen früheren russischen Wirt zu reaktivieren, Herr Osserianski, genannt Schurek. Der brachte Schwung in die Sache. An der Theke und an jedem Tisch wurde Würfel oder Karten gespielt und Unmengen von Jägermeister und Hütchen konsumiert, die Billards liefen profitabel. Als die Arbeit für Schurek zu viel wurde, stellte er einen jungen arabischen Kellner ein, Chaled Aboud, ein Glücksgriff. Die Stimmung im Lokal war hervorragend, die Umsätze ebenso. Alle waren zufrieden. Es gab auch neue Mitglieder, so dass die Billards ständig liefen und oft Wartezeiten in Kauf genommen werden mussten. Wir schrieben schwarze Zahlen. Da aber alles vergänglich ist, blieb es nicht so. Schurek wollte etwas anderes unternehmen und Chaled übernahm das Lokal in eigene Regie, stellte aber seinerseits den irakischen Kellner Nabil ein. Wiederum eine gute Konstellation. Bei den Neuwahlen 1982 wurde ich zum Vorsitzenden gewählt, Rolf Göring wurde mein Stellvertreter, Rainer Neff wurde Kassenwart, Alex Neubauer Schriftführer und der junge Jürgen Zemke Sportwart. Rainer Neff war ein guter Rechner, dennoch waren die wöchentlichen Spielgeldabrechnungen mit dem Wirt ein enormer Aufwand. Wir beschlossen, die Pachtverträge zukünftig so anzulegen, dass der Wirt die Spielgelder nicht anteilig, sondern gänzlich erhalten sollte, dafür wollten wir die Grundpacht entsprechend erhöhen. Als nach weiteren zwei guten Jahren Chaled nicht mehr weitermachen wollte und Nabil aus anderen Gründen nicht konnte, suchten wir einen neuen Pächter und fanden zunächst einen iranischen, dann einen afghanischen Pächter, deren Namen mir entfallen sind. Es lief nicht mehr so gut wie zuvor, aber die Mitgliederzahl stieg stetig weiter und näherte sich der Zahl 100. Schließlich kaufte sich ein charismatischer Araber bei seinem Vorgänger ein. Es war Ali Chatib, der eine außergewöhnliche Historie zu bieten hatte. Es war in Jordanien bei Hussein Oberst gewesen und hatte Starfighter geflogen. Als er das Land wegen einer Meinungsverschiedenheit mit Arafat verlassen musste, ging er in den Irak, wo er es zum General brachte und russische Miks flog. Auch dort musste er gehen, so wurde er Heilpraktiker und kam nach Deutschland, wo er einen deutschen Pass erhielt. Er wollte mit seinen Söhnen das Lokal pachten und betreiben. Wir stimmten zu und hatten erlebnisreiche Jahre vor uns mit Hammelbraten, Raki-Exzessen und Bauchtanz. Mittlerweile waren viele türkische Billardspieler als Gäste im Club, einige wurden auch Mitglied wie Ali Ersoy. Aber die Mehrzahl kam in das Lokal mit dem orientalischen Flair. Sie saßen und erzählten, tranken ihren Tee und spielten Karten oder Würfel. Ali Chatib hatte das gut im Griff. Wenn er das Lokal betrat, standen die Türken auf und legten ihre rechte Hand aufs Herz. In dieser Zeit war die Stimmung wieder unbeschwert und die Geschäfte waren gut. Natürlich war es eines Tages vorbei. Ein Sohn von Ali hatte sich in ein tolles Lokal in den Planken eingekauft, der Vater brauchte Geld und verkaufte sein Geschäft an einen Türken namens Cubuk. Dieser bezahlte einen hohen Betrag und dachte, alles gehöre ihm. Es war schwierig, ihm klarzumachen, dass er mit uns einen Pachtvertrag abschließen und eine Konzession beantragen und erhalten musste. Nachdem er den Vertrag mit dem Club hatte bekam er die Konzession nicht. Sein Schwiegersohn sprang ein, vorübergehend habe ich selbst die Konzession übernommen. Es war eine schwierige, teilweise grenzwertige Zeit. Das Geld für den Verein kam zwar immer zusammen, aber die Geschäftsführung der Familie Cubuk war nicht sachgerecht. Wenn Cubuk abends in die Kasse griff, war er davon überzeugt, dass dies sein Geld wäre, aber er hatte noch nicht die eingekaufte Waren, die Stromkosten oder seine Steuern bezahlt. Da er das Geld leicht ausgab, musste er offenbar weitere Einnahmequellen erschließen. Da kam es zum illegalen Glücksspiel in unseren Räumen. Nachts wurde auf den Billards um hohe Beträge gewürfelt bis die Sache aufflog. Wegen Schlägereien, Messerstechereien und Ähnlichem holte man mich mindestens einmal in Woche nachts aus dem Bett, aber von dem Glücksspiel habe ich erst durch die Polizei erfahren. Schließlich wurde das Lokal geschlossen und Cubuk der Prozess gemacht. Per Rechtsanwalt haben wir das Mietverhältnis beendet und uns nach einem seriösen Pächter umgeschaut. Der war auch bald gefunden – unser Billardkamerad Karl-Josef Franken. Er übernahm 1986 zu seinen gastronomischen Betrieben in Speyer noch unser Vereinslokal. Ein erfahrener Wirt, der etwas von unserem Sport versteht, das war Balsam für den geschundenen Vorstand. Es gab eine tolle Eröffnungsfeier mit Dieter Müller und alle waren froh. Karl-Josef Franken brachte Krombacher Bier und eine tolle Speisekarte, leider waren seine Preise etwas hoch. Als nach weniger als zwei Jahren die Umsätze nachließen, kam er zum Vorstand, um über Preiserhöhungen zu verhandeln. Wir sagten ihm, dies sei keine gute Idee, aber er bestand darauf, weil er sonst seine Kosten nicht decken konnte. Es kam wie es kommen musste, nach der mäßigen Preiserhöhung zu den schon vorher hohen Preisen, brach der Konsum vollends ein. Franken stand 1989 vor dem Aus. Vorübergehend übernahm unser Mitglied Ömer Demir die Bewirtung, was nicht zur allgemeinen Zufriedenheit ausfiel. Außerdem waren die festen Kosten zu hoch. Also war ein Nachfolgepächter zu suchen. Er fand sich in unserem Mitglied Jürgen Zemke, der mit seiner Frau das Lokal übernahm. Wie bei Demir musste der Verein Zugeständnisse machen, damit es überhaupt gehen konnte. Aber Jürgen Zemke und Frau waren keine erfahrenen Wirtsleute. Trotz meist recht guter Stimmung wurde immer wieder Kritik an den Vorstand herangetragen und von dem damaliger Stellvertretenden Vorsitzenden, Ernst Ries, oft in scharfer Form rückgemeldet. Dadurch verschlechterte sich die Stimmung im Lokal. Der Vorstand suchte in dieser Zeit eine neue Bleibe für den Verein. Es sollte größer, schöner und billiger sein. Wir waren oft unterwegs und haben diverse Räume angeschaut, aber die ideale Lösung war nicht dabei. Dabei haben sich die Ideen auseinander entwickelt. Während es meine Vorstellung war, dass der Verein die Räume anmietet und zur Sicherheit des Vereins der Hausherr ist, dachte Ernst Ries daran, selbst eine professionelle Gastronomie aufzuziehen und den Verein als Untermieter aufzunehmen, also die bisherige Konstruktion auf den Kopf zu stellen. Eines Tages hatte er die gesuchten Räumlichkeiten gefunden und sich auch schon vertraglich gebunden. Die Gewährung einer Konzession war abhängig von der Existenz eines Sportvereins in diesen Räumen, also brauchte er unseren Verein. Gleichwohl stellte er Bedingungen, die der Verein nur schwer erfüllen konnte. Es wäre der völlige Verlust der Unabhängigkeit gewesen. Wir setzten einen Versammlungstermin an, an dem Ernst Ries und sein Sohn Sascha ihr Konzept den Mitgliedern vorstellten. Leider konnte ich wegen einer schweren Erkrankung damals nicht dabei sein, also leitete der neue stellvertretende Vorsitzende, Klaus Kessler, die Sitzung, bei der eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Nach einigen ungeschickten Äußerungen vor allem von Seiten Saschas wurde das Projekt von der Mehrheit der Mitglieder abgelehnt. Da spaltete sich der Verein, indem eine Gruppe von Mitgliedern für sich beschloss, dem alten Billardfreund Ries zu helfen und mit ihm einen neuen Verein zu gründen. In dieser Gruppe waren die besten Billardsportler des Vereins, denen Ernst Ries große Versprechungen gemacht hatte. Das war eine spürbare Einbuße für unseren Verein, vor allem aus sportlicher Sicht (vgl. Sportbericht). Nach der Gründung des Billard-Sport-Clubs (BSC) Mannheim1993 fand die Eröffnung des neuen Lokals in der Zielstraße statt. Wir gratulierten und schickten Blumen, stießen jedoch auf eine feindselige Haltung, was zu einem mittlerweile langjährigen Zerwürfnis geführt hat. Man begegnete sich fast nur noch auf sportlicher Ebene. Da auch der ehemalige Pächter Zemke zum BSC gewechselt, trotz der früheren Konflikte mit Ernst Ries, brauchten wir einen neuen Wirt. So schnell war ein Profi nicht zu finden, so übernahm die Frau des Stellvertretenden Vorsitzenden, Frau Kessler die Gaststätte. Finanziell standen wir gut da, wir hatten vier relativ neue Wilhelmina-Tische und noch zwei alte Kiesewetter-Tische sowie zwei kleine Billards. Das Lokal bestand aus zwei großen Räumen, der vordere für den öffentlichen Betrieb, der hintere für den Club. An diesem Konzept wurde viel herumdiskutiert und schließlich wurde gegen meinen Rat getauscht. Dabei floss der größere Teil unserer Ersparnisse in die aufwändige Renovierung der Räume. Nach weniger als zwei Jahren suchten wir wieder einen Pächter und fanden einen seriös wirkenden Türken namens Okan, der bereit war, selbst in das Lokal zu investieren. Allerdings wollte er Pooltische stellen und darüber sein Geld verdienen. Dazu war es nötig, die Räume wieder zu tauschen. Für den Karambolsport blieben drei große und zwei kleine Turnierbillards im hinteren Raum, während vorne außer einem Karamboltisch nur Pooltische standen. Diese hatte der Verein von einem Poolverein in Wiesloch gekauft. Es war allerdings vereinbart, dass der Pächter die Tische in seinen Besitz übernimmt und den Kaufpreis im Verlauf von drei Jahren bezahlt. Zunächst lief es sehr gut mit der Familie Okan. Die Gastronomie funktionierte, es gab gutes Essen und unser Verein begann Pool zu spielen. Selbst so alte Dreibandspieler wie ich konnten sich gut an die Zeiten bei den amerikanischen Nato-Partnern erinnern, wo wir fleißig Achtball gespielt hatten. So spielte ich auch Poolturniere mit und gewann sogar manches Match. Die wirtschaftliche Situation war allerdings angespannt. Bei den Umzügen und der Einrichtung des neuen Lokals hatte sowohl Okan als auch der Verein die letzten Reserven angegriffen und der Hausbesitzer wollte bei Verlängerung des Mietvertrags eine kräftige Erhöhung durchsetzten. Der Wirt stöhnte unter der Last der Pacht und ließ immer häufiger seine Gäste auch im Clubbereich spielen, wodurch das Material deutlich litt. Außerdem kam es vor, dass die Mitglieder auf freie Tische warten mussten oder gar nicht zum Spielen kamen. Die Unzufriedenheit wuchs, die Mitgliederzahl brach dramatisch ein. Mittlerweile waren viele der ganz alten verstorben, die Spaltung 1993 hatte den Verein geschwächt und jetzt traten noch etliche Mitglieder aus. Es gab viele Stimmen im Verein, die nach eigenen Räumen ohne Bewirtschaftung riefen. Die Vorstellung, in Ruhe ohne die unverschämten und lauten Gäste Billard zu spielen, noch dazu mit eigenem Schlüssel jederzeit Zugang zu haben, war für viele sehr verlockend. Gleichzeitig war die finanzielle Lage angespannt, da Okan seine Verpflichtungen bezüglich der Billards und der Nebenkosten nicht oder nur teilweise erfüllte. Dazu kann, dass der Hausbesitzer Herr Erwin Binzenhöfer recht betagt war und seinen Sohn in die Geschäfte einbezog. Da gab es auch neue Interessen. Eine von Okan vorgeschlagene Billardgastronomie anstelle eines Sportvereins schien attraktiver, bzw. gewinnversprechender. Binzenhöfer und Okan berieten sich und schlugen dem Vorstand vor, die oberen Räume direkt an Okan zu geben und boten dafür die Räume im Keller für eine sehr geringe Miete an. Es gab eine außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der sich eine große Mehrheit für den Umzug in den Keller aussprach. Die finanziellen Mittel waren dafür gerade noch ausreichend. Von Okan war nichts zu holen. Er habe kein Geld und stehe mit seinen neuen Verpflichtungen mit dem Rücken zur Wand. Ein Anwalt riet uns davon ab, die Sache weiter zu verfolgen und den noch offenen ca. 6.000 DM gutes Geld hinterher zu werfen. Also konzentrierten wir uns auf die neuen Räume. Viele Mitglieder brachten Zeit und Arbeitskraft auf. Dabei denke ich vor allem an Manfred Bunzel und Ali Ersoy, die einen großen Einsatz zeigten. Mit ihnen haben Uta Stahl und ich viele Stunden handwerklich gearbeitet und sogar etwa dabei gelernt. Besonders ist mir die Mitarbeit von Hans Staudt, Alex Neubauer, Friedrich Ziegler in Erinnerung geblieben, aber es waren fast alle Mitglieder aktiv. Zwischenwand zu den Toiletten, die Toiletten selbst, Fliesenarbeiten, Wandvertäfelung in der Küche, Teppichboden, Lüftung, Treppenanstrich, Ausmeißelung der Wand, damit der Platz für das Queue reicht, Anstrich der Wände, usw. Wir begannen, das neue Domizil zu lieben. Aber eines Tages, kurz nachdem Ernst Ries im Keller gesehen wurde, kam die Baupolizei und stoppte alles - vielleicht ein Zufall. Wir mussten einen Architekten beauftragen, ein Baugesuch einreichen und einen Notausgang schaffen. Es gab nur einen Weg, da mussten wir durch. Nach einer dreimonatigen Bauzeit konnten wir die Räume endlich beziehen und eröffnen. Damals fand meine engagierte Frau (Uta Stahl) auf den Planken bei einer Eisdiele von Fontanella gut erhaltene, unempfindliche, klappbare Stühle und Tische in dunkelgrüner Farbe, die dort wegen einer neuen Farbgebung ersetzt werden sollten und schenkte sie dem Club. Eine willkommene Spende, da erst mit dieser Möblierung die Räume angemessen benutzt werden konnten. Es waren nicht unsere Traumräumlichkeiten, aber es waren unsere und wir konnten uns als Billardfreunde dort zusammenfinden und schöne Partien spielen. Niemand störte uns – es war herrlich. Einige Mitglieder fanden den Keller jedoch nicht angemessen und kamen nicht mehr zum Spielen oder traten sogar aus. Wir waren nur noch ca. 30 Mitglieder und jedem war klar, dass es schwierig sein würde, neue Mitglieder für den aussterbenden Karambolsport in diesen Räumen zu gewinnen - also eine temporäre Lösung, aber zu dieser Zeit die einzig mögliche. Die Konsolidierung des Vereins und des Vereinslebens kam langsam, aber sicher voran. Das Ansehen des Vereins war gut, waren wir doch immer gute Gastgeber bei Turnieren und der Vorsitzende war gleichzeitig auch Präsident des Billard-Landesverbands Südwest, der 1999 mit dem Poolverband zum Billardverband Baden-Württemberg fusionierte. Auch dort war ich Präsident bis ich im Herbst 2002 nicht mehr antrat, nachdem ich im Juni 2002 zum Präsidenten der Deutschen Billard-Union gewählt worden war. Letzteres Amt übte ich für ein Jahr aus, wodurch das wichtigste Ziel erreicht war, nämlich den ämterüberhäuften Vorgänger abgelöst zu haben. Für die Mannheimer Billardfreunde war das eine interessante Zeit, die allerdings mit meinem Rückzug aus dem Funktionärsdasein beschaulicher wurde. Meine Aufgaben an der Hochschule und in den Instituten waren zu wichtig und 25 Jahre in der Vereinsführung waren genug.
2003 fand sich mit Dieter Bierhals ein Nachfolger, der bereit und in der Lage war, die Geschicke des Vereins in die Hände zu nehmen. Das Vereinsklima war gut und es war schön zu sehen, wie reibungslos es mit dem neuen Vorstand mit einigen neuen Ideen lief. Die Finanzlage wurde durch kleine Sparmaßnahmen und etliche Spenden (vor allem durch Heinz-Walter Kohlmeier) ständig verbessert. Selbst die Restzahlung von einigen Tausend Euro an den Wieslocher Poolverein mit dem schönen Namen Kurpfalz unter dem Vorsitz von Heinz Gold, die noch aus der Zeit von Okan unbeglichen waren, konnte jetzt getätigt werden. Kleinere Renovierungsarbeiten und Neubezug der Tische waren regelmäßig möglich. 2007 wurde Dieter Bierhals von Heinz-Walter Kohlmeier abgelöst. Der Geschäftsmann konnte das Amt übernehmen, weil ihm mit Matthias Aichele einen Stellvertreter und Sportwart zur Seite stand, der bereit war, Zeit und Arbeit einzubringen. Das neue Team sorgte für zahlreiche Neuerungen im Verein und betrieb eine aktive Außenarbeit. Dadurch fanden eine Reihe von neuen Mitgliedern zu unserem Verein, einige wie auch Matthias und sein Freund Jürgen Weber von dem MABSC kommend. Die Möblierung wurde verändert, der Hauptraum komplett renoviert, der Umbau der Küche geplant, ein Vereinsturnier durchgeführt und vieles andere mehr. Unter der Überschrift „Sport“ ist noch vieles gesondert zu erwähnen. Sport 1987 bis 2010
Generell ist eine Entwicklung im Billardsport (wie auch in anderen Sportarten) nicht zu verkennen: es geht immer mehr ums Geld. In früheren Jahren legten die Spieler großen Wert auf die Teilnahme am Sportbetrieb und waren gern bereit, die dabei entstehenden Kosten zu tragen. Im Lauf der Jahre hat sich ein Umdenken vom unbezahlten Amateursport hin zum bezahlten (semi)-professionellen Sport ergeben. Da sind selbst Fahr- und Materialkosten oft zuviel und ein Grund, nicht am Spielbetrieb teilzunehmen, falls diese nicht vom Verein erstattet werden. Diese Haltung soll hier nicht bewertet werden; es ist lediglich festzustellen, dass diese Anspruchshaltung der Sportler dazu geführt hat, dass nur Vereine, die über ein funktionierendes Sponsoring verfügen, in den oberen Ligen mitspielen können. Die Spieler werden bezahlt mit Pauschalen, mit Prämien, mit Übernahme aller entstehenden Kosten. Das kann unser Verein nicht leisten und ist dadurch trotz des Hervorbringens von Spielerpersönlichkeiten nicht in der Lage, am Spielbetrieb der Bundesliga teilzunehmen. Die eigenen guten Spieler treten für andere Vereine an oder wechseln die Vereinszugehörigkeit jeweils nach den Einsatz- und Zahlmöglichkeiten. Das ist nicht erfreulich, muss aber letztlich akzeptiert werden. Folgerichtig muss in unserem Verein die Bedeutung des Sports relativiert betrachtet werden. Es geht nicht nur um Meisterschaften und Titel, sondern auch ums spielerische und gesellige Miteinander in unseren Räumen. Die Tradition der alten Viererbande wird immer noch fortgeführt. Bereits vor mehr als 40 Jahren haben hier Fritz Mezger, Eugen Gutmann, Karl Bartoschek, Alex Neubauer und andere gespielt, dann kamen jüngere, auch Hans Staudt, Karl Roßrucker, Manfred Bunzel und Klaus Stahl dazu. Die letzten vier sind die heutige Stammbesetzung, die sich jeden Freitag um 19.30 Uhr für einige Partien um ein Getränk zusammenfindet. Wenn einer fehlt, springen gern andere Mitglieder ein, so dass die Liste noch deutlich erweitert werden könnte. Da möchte ich nur Werner Gamperling, Friedrich Ziegler oder in neuerer Zeit Ingo Lutterbach, Jürgen Weber und Matthias Aichele erwähnen. Diese Viererbande war und ist ein Kristallisationspunkt des Vereinslebens. Sie kann von ihrem Wert für unseren Verein nicht hoch genug eingeschätzt werden. Vor vielen Jahren waren sich Eugen Gutmann und Fritz Mezger einig, dass die Viererbande eine Garantie für das Überleben des Vereins sei. Das möchte ich auch aus heutiger Sicht bestätigen. Natürlich wird auch ernsthaft trainiert. Das trifft vor allem bei den Spielern zu, die in einer Bundesligamannschaft spielen. Vor allem sind hier unsere koreanischen Freunde zu erwähnen, die seit 2010 Mitglieder sind und fast täglich bei uns trainieren. Auch Markus Möker und Klaus Kessler (letzterer bietet auch ein kostenloses Training für Mitglieder an) nehmen sich regelmäßig Zeit für den Billardsport. Zur Historie
Ende der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre hatten wir mit Rainer Neff, Jürgen Zemke, Markus Möker, Wieland Hoprich, Karl-Josef Franken und einigen anderen eine wirklich starke Truppe. Die Mannschafts-Landesmeisterschaften wurden regelmäßig nach Mannheim geholt und der Aufstieg in die Bundesliga lag mehrfach im Bereich des Möglichen. Dies war zuletzt 1992 der Fall als es zu Relegationsspielen in Frankfurt kam - leider knapp verpasst. Andererseits war es gar nicht klar, wie die Teilnahme an der Bundesliga bezahlt werden sollte. Aber vielleicht hätten wir Sponsoren finden können. Dann kam 1993 der Weggang einiger Mitglieder wegen der Neugründung des BSC Mannheim. Mit Rainer Neff, Jürgen Zemke, Markus Möker und Ernst Ries verloren wir erfolgreiche Stammspieler, die in der Folge als Konkurrenten auftraten. Das war für unseren Verein ein herber Rückschlag, der bei allen Leistungen und Erfolgen lange Zeit nicht ausgeglichen werden konnte. Die Dreibandmannschaft hat seit damals keine Landesmeisterschaft mehr gewonnen. Aber in den letzten Jahren sind mehrere Spiele vom BSC zurückgekommen, darunter auch Markus Möker, Ingo Lutterbach und Hans Peter. Peter Neubauer kam vom Karlsruher BSC. Der Trend setzt sich anscheinend fort. Durch die Aufnahme von starken koreanischen Spielern hat sich der Verein weiter verstärkt. Natürlich spielen sie nicht in unserer Mannschaft, sondern in renommierten Bundesligavereinen, aber die Trainingsatmosphäre ist dadurch spürbar verbessert worden. Lange haben wir nicht mehr so viele Aktive gehabt. Es geht aufwärts. Aber neben dem Dreibandspiel gibt es noch andere Karambol-Disziplinen. Die technischen Disziplinen wir Freie Partie und Cadre werden bei uns wenig gespielt, aber mit Dieter Bierhals und Emmanuel Fischer waren zwei auch in diesem Bereich aktiv und erfolgreich. Emmanuel belegte mehrfach hervorragende Platzierungen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Eine weitere Karambol-Disziplin ist das Artistik-Billard, früher Kunststoß genannt. Dabei werden feste Figuren vorgegeben, die in höchstens drei Versuchen zu lösen sind. Die Aufgaben sind so schwierig, dass sie teilweise im Grenzbereich der physikalischen Möglichkeiten liegen. Es braucht viel Training, Ausdauer über Jahre und eine gute körperliche Konstitution, um diese Art von Billard erfolgreich betreiben zu können. Als 1974 Heinz-Walter Kohlmeier als junger Mann mit 20 Jahren in den Verein eintrat und sich bald durch ein kraft- und schwungvolles Spiel auszeichnete ahnte niemand, dass er in sehr kurzer Zeit zu den besten Artistikspielern in Deutschland gehören würde. Er war engagiert und wurde nach wenigen Jahren Vereinssportwart, traf sich aber auch mit anderen Interessierten zum Artistiktraining. Bei der ersten Teilnahme an einem Grand Prix besiegte er bereits renommierte Spieler und wurde 1976 Dritter der Deutschen Meisterschaft. Damals hatten Heinz-Walter und ich den berühmten belgischen Weltmeister René Vingerhoedt zum Training in einen Keller nach Lampertheim eingeladen und phantastische Stunden mit ihm erlebt. 1978 richteten wir die DM in Mannheim aus. Heinz-Walter nahm einige Jahre an Meisterschaften teil und konzentrierte sich dann auf seinen Beruf. 1994 packte ihn erneut die Billardleidenschaft. Bald hatte er mit Jan Brunnegraef einen neuen Mentor und Freund gefunden. Seine Erfolge mehrten sich und er spielte ausgezeichnete Turniere oft mit weit über 300 Punkten. Sechsmal belegte er bei Deutschen Meisterschaften den 3. Rang und gewann mehrmals einen international besetzten Grand Prix. Seit mehr als 10 Jahren ist Heinz-Walter Präsident des Artistik Deutschland e.V. und ist seit 3 Jahren auch Vorsitzender unseres Vereins. Bei ihm möchte ich mich für die zurückliegenden, oft gemeinsamen Anstrengungen um den Billardsport herzlich bedanken. Für die kommenden Jahre wünsche ich, dass es ihm endlich gelingt, den 3. Platz zu übertreffen – verdient hätte er es schon lange. Vor allem wünsche ich ihm eine glückliche Hand bei der Vereinsführung in beiden genannten Vereinen. Schlussbemerkung
Die Geschichte unseres Vereins zeigt, dass eine Gemeinschaft nur lebensfähig ist, wenn einige Mitglieder sich besonders engagieren. Das darf nicht bedeuten, dass die anderen die Engagierten arbeiten lassen und deren Dienste genießen, ohne selbst einen Finger krumm zu machen. Es geht zwar einige Zeit so, aber irgendwann fragen sich die Engagierten, ob sie verrückt sind, einen solchen Aufwand zu betreiben, der als selbstverständlich angesehen wird und für den es wenig Dank gibt. Es ist also die Gemeinschaft der Billardfreunde gefragt, die mit gemeinsamem Engagement den Zusammenhalt sicherstellen muss. Funktionsträger sollten nicht stolz oder gar arrogant auftreten. Mit Annahme ihrer Wahl sind sie zu den ersten Dienern einer gemeinsamen Sache geworden. Das hat nichts mit Macht zu tun, und es verleiht auch keine besonderen Rechte, sondern vor allem Pflichten. Die wichtigste Pflicht, die mit einem Amt verbunden ist, wird stets die Vorbildfunktion sein. Ein Vorstandsmitglied, welches sich nicht bescheiden einordnen und vorbildlich verhalten will, sollte ein Amt besser nicht annehmen. Wichtig ist auch eine gute Informationsarbeit. Der Vorstand ist den Mitgliedern, deren Versammlung die höchste Instanz im Verein ist, Rechenschaft schuldig. Einsame Entscheidungen und Handlungen sind manchmal nötig, aber grundsätzlich gilt es, die Mehrzahl der Mitglieder ins Boot zu holen. Auch wenn sie nicht mitarbeiten, sollten sie doch gut informiert sein. Dann gibt es später weniger Fragen und Ärger. Allgemein im Sport, gerade auch im Vereinsleben gilt der Grundsatz der Fairness. Persönliche Beziehungen fallen oft unterschiedlich aus, aber das darf keinen Einfluss auf die Fairness im Umgang miteinander haben. Das sind nach vierzig Jahren Mitgliedschaft und einer Reihe von Tätigkeiten für unseren Verein meine Erkenntnisse für die Erfolgsfaktoren, die einen Verein am Leben erhalten können. Dadurch wird wiederum Lust auf Engagement unter den Mitgliedern erzeugt und damit die Chance, eines Tages das Staffelholz mit der Verantwortung weitergeben zu können. Erfolg, viel Freude und „gut Stoß“ wünscht den Mannheimer Billardfreunden
Karl Roßrucker Mannheim, 06.12.2010
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Die Chronik der Mannheimer Billardfreunde von 1947 e.V. ab 2010
Mit Matthias Aichele als 1. Vorsitzenden wurde in der zweiten Dekade des neuen Jahrtausends das Projekt 2. Bundesliga forciert und 2012 auch verwirklicht. Die Platzierungen, 2. BL, Gruppe B
Saison Platzierung
2012/13 4. Platz
2013/14 5. Platz
2014/15 2. Platz
2015/16 6. Platz
2016/17 4. Platz
2017/18 6. Platz
Vorstände der Mannheimer Billardfreunde seit 2010
von bis 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Kassenwart Schriftführer/in SportwartCarom SportwartPool Jugendwart/in
2010 2012 Matthias Aichele Jürgen Weber Marc Warin Klaus Keßler Matthias Aichele
2012 2017 Matthias Aichele Jürgen Weber Marc Warin Jürgen Weber Matthias Aichele
2017 2020 Matthias Aichele Jürgen Weber Marc Warin Daniela Behrend Matthias Aichele Uwe Bitsch Brigitte Uhrig
2020 2021 Jürgen Weber TBD Uwe Bitsch Brigitte Uhrig Klaus Keßler Hendrik Snijder
2021 2023 Jürgen Weber TBD Uwe Bitsch Brigitte Uhrig Klaus Keßler Hendrik Snijder Fabian Snijder
2023 2024 Hendrik Snijder Axel Schmucker Jörg Leiser Brigitte Uhrig Klaus Keßler Uwe Bitsch Fabian Snijder
2024 2025 Hendrik Snijder Axel Schmucker Andreas Hepp Brigitte Uhrig Klaus Keßler Uwe Bitsch Fabian Snijder
Umzug in die eigenen 4 Wände
Ab 2015 wurden Stimmen für einen Umzug in größere Räumlichkeiten laut. Befeuert durch Unstimmigkeiten mit dem Vermieter und der darauf folgenden Kündigung wurde der Plan 2016 in Angriff genommen. Ende Dezember 2017 zog der Verein endgültig aus den alten Räumlichkeiten "Kaiserring" in die Casterfeldstr. 74-76 in 68199 Mannheim um. Nachdem laut informationen vom Bauamt vom 20.6.2018 die Baugenehmigung auf dem Weg war, konnte endlich mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Während die Sanierung maßgeblich von Jürgen Weber vorangetrieben wurde, wurde parallel dazu von Uwe Bitsch die neu gegründete Poolabteilung aufgebaut.
3. German Grand Prix Artistique 2019
Von 18.10.2019 - 20.10.2019 fand in dem neuen Vereinsheim des Mannheimer Billardfreunde der 3. German Grand Prix Artistique 2019 statt. Dieses konnte Baris Cin vor David Keller für sich entscheiden, Heinz-Walter Kohlmeier vom MABF belegte einen respektablen fünften Platz
CEB Grand Prix Artistique Mannheim 2022
Anlässlich des 75-jährigen Gründungsjubiläums wurde vom 01.12. - 04.12.2022 der CEB Grand Prix Artistique Mannheim der Confédération Européenne de Billard beim MABF ausgetragen. Neben den früheren Welt- und Europameistern Thomas Ahrens (D), Jean Reverchon (F), Eric Daelman (B), Walter Bax (B) Erik Vijverberg (NL), Sander Jonen (NL), Serdar Gümüs (Tür), Haci Yaman (TÜR) und Xavier Fonellosa (SP) war auch Lokalmatador Heinz-Walter Kohlmeier mit am Start. Gewinner war der Spanier Hector Cuadrado vor Thomas Ahrens aus Deutschland, den dritten Platz teilten sich Haci Arap Yaman (TR) und Michael Hammen (F). Die Platzierungen seit dem Umzug in das neue Vereinsheim
Karambol Pool
Saison 1. Mannschaft 1. Mannschaft 2. Mannschaft 3. Mannschaft 4. Mannschaft 5. Mannschaft
2018/19 1. Platz VL 4. Platz KLA
2019/20 4. Platz OL 1. Platz BZL 3. Platz KLA 8. Platz KLA
2020/21 Corona Pause
2021/22 3. Platz OL 5. Platz LL 1. Platz KLA 7. Platz KLA
2022/23 2. Platz KLA
2023/24 4. Platz OL 2. Platz VL 2. Platz LL 5. Platz BZL 2. Platz KLA 6. Platz KLA