Sonnenapotheke Alfter

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Häufige Fehler vermeiden7 Tipps zum Inhalieren von AsthmasprayDamit ein Asthmaspray gut wirken kann, muss es bis tief in...
22/06/2026

Häufige Fehler vermeiden

7 Tipps zum Inhalieren von Asthmaspray

Damit ein Asthmaspray gut wirken kann, muss es bis tief in die Lunge vordringen. Doch das ist gar nicht so einfach. Vor allem ältere Patient*innen machen beim Inhalieren einiges falsch.

Falsche Technik gefährdet die Wirkung
Die inhalative Therapie ist das A und O bei Asthma oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen. Denn erst wenn die Medikamente in die mittleren und tieferen Atemwege gelangen, können sie ihre Wirkung voll entfalten. Bleiben sie aufgrund einer falschen Technik im Rachen hängen oder werden sie wieder ausgeatmet, bleibt die atemerleichternde Wirkung aus. Auf folgende Dinge muss deshalb geachtet werden:

1. Ausatmen nicht vergessen. Damit die Wirkstoffe in die Lunge hineinkommen, muss vorher ausgeatmet werden. Doch viele Patient*innen vergessen das vorherige Ausatmen. Andere atmen zwar aus, aber in das Gerät hinein. Das ist vor allem bei Pulverinhalatoren schlecht, denn dann verklebt das Pulver.

2. Hub richtig auslösen. Vor allem bei Dosieraerosolen, also den Sprays, muss der Hub (also der Sprühstoß) zu Beginn des Einatmen ausgelöst werden. Das klappt bei Patient*innen mit Koordinationsstörungen oft nicht. In diesem Fall ist evtl. ein anderes Gerät besser, z. B. ein Spacer.

3. Atemfluss anpassen. Je nach Gerät muss man den Atemzug anpassen. Bei einem Spray gilt es, langsam (nicht hörbar und tief) einzuatmen. Benutzt man einen Pulverinhalator, sollte dies schnell und kräftig geschehen.

4. Atem anhalten. Nach der Inhalation sollte der Atem angehalten werden, damit sich die Wirkstoffpartikel in der Lunge „festsetzen“ können. Unabhängig von der Art des Gerätes sollten dies etwa 10 Sekunden sein.

5. Richtige Dosis wählen. Zwei Hub sind zwei Hub – das bedeutet, dass tatsächlich zweimal gesprüht und jedes Mal inhaliert wird. Viele Patient*innen lösen zwar zwei Sprühstöße aus, inhalieren aber erst nach dem zweiten Auslösen. Damit verlieren sie etwa die Hälfte der verordneten Wirkstoffmenge.

6. Kapseln richtig anwenden. Pulverinhalatoren werden mit einer Kapsel befüllt. Nicht wenige Patient*innen schlucken die Kapsel oder wenden sie anders falsch an. Manchmal ist auch die Koordination oder die Kraft der Hände nicht ausreichend, einen Pulverinhalator selbst zu befüllen. In diesen Fällen sollte die Ärzt*in ein anderes Gerät verschreiben.

7. Mund spülen. Nach der Anwendung von einem Kortisonspray muss der Mund gründlich ausgespült werden. Unterbleibt dies, können sich dort Pilze festsetzen. Wenn das Mundspülen nicht gewährleistet ist, kann die Ärzt*in ein Kortison verordnen, dass als inaktive Vorstufe inhaliert wird und erst in der Lunge zur aktiven Form umgewandelt wird.

Expert*innen empfehlen generell, dass betroffene Patient*innen gründlich geschult werden – eventuell auch mehrere Male. Denn bei guter Technik reduzieren sich die Anwendungsfehler um 70%. Hilfreich sind auch Videos der Atemwegsliga , die man im Internet sogar in verschiedenen Sprachen findet.

Quelle: Ärztezeitung

Autor*innen
17.06.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski

Gesundes BergwandernVorsicht in der Höhe mit KindernWandern in den Bergen ist bei vielen Familien beliebt. Doch ab 2500 ...
15/06/2026

Gesundes Bergwandern
Vorsicht in der Höhe mit Kindern

Wandern in den Bergen ist bei vielen Familien beliebt. Doch ab 2500 m warten neben der intensiven Sonneneinstrahlung auch andere Herausforderungen auf den Körper. Vor allem vor der Höhenkrankheit muss man Kinder schützen.

Langsam aufsteigen

Wer mit Kindern in die Berge reist, muss Höhenrisiken beachten. Damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann, muss der Aufstieg beim Bergwandern langsam und spielerisch erfolgen. Ab etwa 2000 m sollte die Höhe schrittweise (bis zu 300 m/Tag) erreicht werden, da der Körper Zeit braucht, sich an den Sauerstoffmangel zu gewöhnen. Entscheidend ist, nicht zu schnell aufzusteigen und genügend Ruhe einzuplanen.

Die erste Schlafhöhe sollte generell unter 2500 m liegen. Danach gilt für Erwachsene ein Anstieg der Schlafhöhe von maximal 300–600 m pro Nacht. Zusätzlich wird nach jeweils ca. 1000 Höhenmetern ein Ruhetag empfohlen. Tagsüber können höhere Gipfel möglich sein, aber die Nacht sollte tiefer verbracht werden. Kritisch sind vor allem die ersten zwei Tage in großer Höhe.

Bei Kindern aus dem Flachland gelten strengere Regeln: Vorschulkinder sollten sich in Höhen über 3000–4000m nicht aufhalten. Bis zu dieser Höhe sollte ab 2000 m täglich nicht mehr als 300 Höhenmetern erklommen werden. Säuglinge schlafen möglichst unter 1600 m. Generell gilt: je jünger das Kind, desto vorsichtiger die Höhenexposition.

Bei geringstem Verdacht absteigen

Wichtig ist auch die Beobachtung, da Symptome der Höhenkrankheit oft verzögert auftreten. Für Erwachsene sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel typisch. Kinder können ihre Beschwerden nicht immer gut äußern, weshalb Eltern ihre Kinder regelmäßig befragen und genau beobachten sollten. Hinweise sind Unruhe, Quengeln, ungewöhnliche Müdigkeit oder auffällige Teilnahmslosigkeit.

Bei Verdacht auf eine akute Höhenkrankheit gilt der sofortige Abstieg alsdie wichtigste Maßnahme. Zusätzlich kann man den Oberkörper hoch lagern und, falls vorhanden, Sauerstoff geben. Schwere Verläufe wie das Höhenlungenödem oder das Höhenhirnödem sind lebensbedrohlich und erfordern schnelle ärztliche Hilfe.

Es sollte vorher geprüft werden, ob eine Notfallversorgung, z. B. eine Überdruckkammer, erreichbar ist. Medikamente zur Vorbeugung (z. B. Acetazolamid, Dexamethason oder Nifedipin) sind für Kinder nicht zugelassen und nur in Ausnahmefällen ärztlich zu erwägen. Von Reisen in abgelegene, medizinisch schlecht versorgte Regionen wird mit Kindern gänzlich abgeraten.

Nur gesund in die Berge!

Wichtig: Kinder sollten nur gesund in die Höhe gebracht werden. Selbst einfache Infekte wie Schnupfen können sich als problematisch erweisen. Bei kranken Kindern ist auch der Auf- oder Abstieg mit der Seilbahn oder dem Auto verboten, da die schnellen Druckveränderungen Risiken erhöhen. Besondere Vorsicht gilt bei chronischen Erkrankungen wie Herzfehlern, Lungenhochdruck, Mukoviszidose, Sichelzellanämie oder Down-Syndrom, da hier die Belastung in der Höhe deutlich erhöht sein kann.

Quelle: Ärztezeitung

10.06.2026 | Dr. Sonja Kempinski ; Bildrechte: mauritius images / Westend61 / hsimages

Hilft nicht immerStärker mit Kreatin?Die Rolle von Kreatin im KörperKreatin ist keine künstliche Substanz: Es wird vom K...
08/06/2026

Hilft nicht immer
Stärker mit Kreatin?

Die Rolle von Kreatin im Körper

Kreatin ist keine künstliche Substanz: Es wird vom Körper selbst produziert oder über Fleisch und Fisch mit der Nahrung aufgenommen. Es ist gerade dann wichtig, wenn der Körper kurze, intensive Leistungen erbringen soll: Als Kreatinphosphat ist es in den Muskeln eingelagert und dient dort als ein lokaler Speicher, aus dem Phosphat zur Energieversorgung schnell freigesetzt werden kann. Daher liegt die Vermutung nahe, dass eine zusätzliche Kreatinzufuhr die Muskeln stärken könnte, und damit auch sportliche Leistungen. Forschende haben dazu Studien an fast 2000 Personen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Kreatin-Einnahme kann sportliche Leistungen steigern, aber nur ganz bestimmte und nicht bei jedem Trainierenden.

Nur in bestimmten Fällen hilfreich

Die Studien zur Kreatin-Einnahme sind überwiegend von geringer Qualität. Denn beim Großteil der Studien wussten die Teilnehmenden, ob sie Kreatin oder ein kreatinfreies Pulver einnahmen. Ihre Erwartungen könnten die Ergebnisse also verzerrt haben (Placebo-Effekt). Fest steht aber: Am ehesten hilft Kreatin, wenn kurzfristige, intensive Kraftleistungen gefragt sind, etwa im Kraftsport. So konnten Kraftsportler*innen, die regelmäßig Kreatin einnahmen, bei bestimmten Übungen schwerere Gewichte bewegen oder sie schafften mehr Wiederholungen. Auch beim Springen waren geringfügig bessere Leistungen möglich. Bei anderen Übungen war jedoch kein Zuwachs feststellbar, ebenso bei wenig Trainierten. Auf Ausdauerleistungen kann sich die Kreatin-Einnahme sogar negativ auswirken, da es durch Wassereinlagerungen in den Muskeln das Körpergewicht erhöht. Bei 2-3 von 10 Teilnehmenden hatte die Kreatin-Einnahme unabhängig vom Trainingszustand gar keinen Effekt.

Vorsicht beim Kauf

Wer den Effekt von Kreatin selbst ausprobieren will, kann bis zu 3 mg Kreatin am Tag einnehmen. Treten Magen-Darm-Beschwerden auf, kann die Menge auch auf mehrere Portionen am Tag verteilt werden. Menschen mit chronischen Erkrankungen, Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten vor der Einnahme ihre Ärzt*in befragen.

Im Internet findet sich eine riesige Auswahl von Produkten. Beim Kauf ist jedoch Vorsicht geboten. Die Verbraucherzentrale rät dazu, sorgfältig auszuwählen. Wichtige Kriterien sine eine nachvollziehbare Herkunft und unabhängige Produktanalysen. Analysen zeigten, dass in manchen Produkten weniger Kreatin ist als angegeben war oder sie konnten Verunreinigungen mit z. B. Schwermetallen nachweisen.

Quellen:

Medizin transparent
Verbraucherzentrale
IOC-Stellungnahme zu Nahrungsergänzungsmitteln
05.06.2026 | Christine Sladky ; Bildrechte: mauritius images / Wavebreakmedia

Wenn Atemnot in der Luft liegtIm Sommer droht GewitterasthmaGewitter und eine hohe Pollenbelastung sind eine gefährliche...
01/06/2026

Wenn Atemnot in der Luft liegt
Im Sommer droht Gewitterasthma

Gewitter und eine hohe Pollenbelastung sind eine gefährliche Kombination für Menschen mit Asthma oder andere allergischen Erkrankungen. Denn während des Unwetters und kurz danach droht ihnen ein Gewitterasthma.

Gewitterwinde als Pollenbläser

Plötzliche Atemnot, starker Husten, Engegefühl in der Brust und keuchende Atmung: die Symptome des Gewitterasthmas ähneln denen eines schweren akuten Asthmaanfalls. Sie treten während eines Gewitters und in den 20 bis 30 Minuten danach auf. Besonders gefährdet sind Personen, die ohnehin unter Asthma oder allergischen Beschwerden wie z. B. Heuschnupfen leiden. Das Gewitterasthma kann aber auch bei Menschen auftreten, die noch nie von Atemwegsproblemen betroffen waren.

Gewitterasthma droht typischerweise bei starkem Pollenflug in der warmen Jahreszeit. Zu Beginn eines Gewitters können starke Winde Pollen und andere Aeroallergene wie ein Staubsauger aufsaugen und durch die Luft wirbeln. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und elektrostatische Effekte quellen die Pollen auf, platzen und setzen kleinere, lungengängige Allergenpartikel frei. Diese werden durch die gewittertypischen Fallwinde in Bodennähe transportiert. Bei sensibilisierten Personen können die Allergene in die Atemwege gelangen und Asthmasymptome auslösen

Klimawandel fördert Gewitterasthma

Bekannt wurde das Gewitterasthma vor zehn Jahren, als in Australien nach einem schweren Gewittersturm tausende Menschen wegen Atembeschwerden in der Klinik behandelt werden mussten. Acht von ihnen verstarben sogar daran. In Deutschland ist das Phänomen noch selten. Dennoch gibt es Hinweise, dass es auch hier häufiger dazu kommen könnte. Gründe dafür sind z. B. die durch den Klimawandel verlängerte Pollensaison und die Zunahme von Sommergewittern.

Mit vier Tipps vorbeugen

Für gefährdete Personen gibt es vier Tipps, dem Gewitterasthma zu entgehen:

Bei Gewitter drinbleiben, Fenster und Türen schließen, damit Pollen und Allergene nicht hereinkommen kommen.
In Innenräumen Luftfilter mit Luftreinigern benutzen.
Im Freien bei Gewitter und danach FFP2-Schutzmasken tragen.
Wer Asthma hat, sollte immer ein Notfallspray dabeihaben.

Quelle: Springer Medizin
27.05.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski ; Bildrechte: mauritius images / Westend61 / Mischa Keijser

Damit der Druck nicht steigtNur ein Kopfkissen beim Glaukom?Nur ein Kopfkissen beim Glaukom?Beim grünen Star ist es wich...
26/05/2026

Damit der Druck nicht steigt
Nur ein Kopfkissen beim Glaukom?
Nur ein Kopfkissen beim Glaukom?
Beim grünen Star ist es wichtig, den Augeninnendruck zu senken. Dazu gehört nicht nur die regelmäßige Verwendung der verordneten Augentropfen. Offenbar ist es auch besser, beim Schlafen auf ein zweites Kopfkissen zu verzichten.

Sehnerv in Gefahr

Der grüne Star (Glaukom) ist eine Augenerkrankung, bei der der Sehnerv langsam geschädigt wird. Dadurch kommt es zu blinden Flecken im Gesichtsfeld, die oft lange unbemerkt bleiben. Ursache für die Sehnervenschädigung ist in vielen Fällen ein zu hoher Druck im Auge. Beim sogenannten Offenwinkelglaukom kommt es u.a. dazu, weil das Wasser im Augapfel (das Kammerwasser) nicht richtig abfließen kann.

Mit Augentropfen lässt sich der Augeninnendruck senken. Es ist wichtig, sie regelmäßig anzuwenden – auch wenn man noch keine Gesichtsfeldausfälle bemerkt. Außerdem sollten die Augen alle drei Monate kontrolliert werden.

Kraftsport und Kopfstand meiden

Menschen mit Glaukom müssen aber im Alltag auf noch mehr Dinge achten. Denn alles, was den Druck im Kopf erhöht, kann den Augeninnendruck steigern. Dazu gehört z. B. intensiver Kraftsport, starkes Pressen beim Stuhlgang oder lange Kopfstände beim Yoga. Und auch die Schlafgewohnheiten gehören überdacht, wie eine aktuelle chinesische Studie zeigt.

Darin wurde herausgefunden, dass bei Menschen mit Glaukom die Hochlagerung des Kopfes um 20-35° den Augeninnendruck im Vergleich zur flachen Lagerung deutlich steigert. 144 Glaukom-Patient*innen hatten an der Untersuchung teilgenommen. Ihr Augeninnendruck wurde tagsüber im Sitzen und nachts in Rückenlage sowie nach zehnminütiger Hochlagerung des Kopfes auf zwei regulären Kissen gemessen.

Augeninnendruck durch zwei Kissen erhöht

Die zwei Kissen erhöhten den Augeninnendruck spürbar. Dabei waren die Änderungen bei jüngeren Patient*innen stärker ausgeprägt. Ursache für die Erhöhung des Augeninnendrucks ist vermutlich der lagerungsbedingte Druck auf die Halsvenen. Dadurch fließt das Blut langsamer aus dem Kopf zum Herzen ab. Als Folge steigt auch der Druck im Auge.

Nun sollen weitere Studien mit mehr Betroffenen folgen, um die Ergebnisse zu erhärten. Nichtsdestotrotz raten die Forschenden Glaukompatient*innen schon jetzt dazu, beim Schlafen auf ein zweites Kopfkissen zu verzichten.

Quelle: Ärztezeitung

21.05.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski ; Bildrechte: mauritius images / Tetra Images

Gehen, Tanzen, Gewichte stemmenMit Bewegung gegen ParkinsonOhne Medikamente geht es nicht beim Morbus Parkinson. Die Erk...
18/05/2026

Gehen, Tanzen, Gewichte stemmen
Mit Bewegung gegen Parkinson

Ohne Medikamente geht es nicht beim Morbus Parkinson. Die Erkrankten profitieren aber auch von nicht-medikamentösen Maßnahmen. So können sportliche Aktivitäten, aber auch Verfahren zum Stressabbau die Beschwerden häufig lindern.

Dopaminmangel muss ausgeglichen werden

Beim Morbus Parkinson sterben im Gehirn die Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin bilden. Durch den Dopaminmangel kommt es zu Bewegungsstörungen, die im Verlauf der Krankheit schubweise zunehmen. Typisch sind das Zittern (Tremor), Gehstörungen und die Muskelsteife, das sogenannte Einfrieren. Basis der Therapie ist die Einnahme von Medikamenten, um den Dopaminhaushalt zu stabilisieren. Daneben gibt es aber noch einige Maßnahmen, die zusätzlich helfen.

Tanzen besonders effektiv

Körperliche Aktivität verbessert bei Menschen mit Parkinson nachgewiesenermaßen die Motorik. Einer aktuellen Analyse zufolge soll Tanzen besonders effektiv sein. Zwei- bis dreimal die Woche eineinhalb Stunden das Tanzbein zu schwingen bringt Koordination und Bewegung auf Vordermann. Auch flottes Gehen ist hilfreich, hierbei werden ebenfalls drei Einheiten pro Woche empfohlen.

Gut für die Muskeln ist Krafttraining. Studien zufolge reduziert es die Muskelsteife und hilft so gegen das Einfrieren. Tai-Chi und QiGong wiederum sind effektiv, wenn die Betroffenen unter Müdigkeit, Erschöpfung oder Stimmungstiefs leiden.

In der Gruppe oder zu Hause trainieren

Besonders von Vorteil ist es, wenn in Gruppen trainiert wird. Denn mit anderen zusammen ist man motivierter und schafft es eher, den inneren Schweinehund zu überwinden. Wer dazu keine Gelegenheit hat, kann aber auch zu Hause aktiv werden. Motivierend wirken dabei Telesport, Gaming, virtuelle Realität oder Bewegungsapps.

Eine besonders beliebte Variante des Gleichgewichtstrainings ist das Exergaming. Dabei handelt es sich um Spiele, die den Spieler aktiv dazu bringen, sich zu bewegen (z.B. tanzen, springen, boxen, laufen), um im Spiel weiterzukommen. Genutzt werden dabei Bewegungssensoren, Gamepads, VR Brillen oder andere spezielle Geräte wie Spinning Bikes oder Balance Boards.

Stressabbau nicht vergessen

Neben aktivierenden Maßnahmen ist aber auch Entspannung hilfreich. Denn Stress ist Gift für Parkinsonkranke: Er verstärkt vor allem die motorischen Beschwerden. Umgekehrt kann Stressabbau den bei der Erkrankung typischen Tremor bessern. Und nicht zuletzt mindern achtsamkeitsbasierte Übungen, Yoga und Meditation bei vielen Betroffenen die häufig vorhandenen Ängste und Depressionen.

Quelle: Ärztezeitung

15.05.2026 | Dr. med. Sonja kempinski ; Bildrechte: mauritius images / Westend61 / Angel Santana Garcia

Vorsicht mit DiuretikaBeim Entwässern auf Natrium achtenEntwässerungsmittel werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt. E...
11/05/2026

Vorsicht mit Diuretika
Beim Entwässern auf Natrium achten

Entwässerungsmittel werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Eine Wirkstoffgruppe, die Thiazide, führt häufig zu einem Natriummangel im Blut. Und das vor allem zu Beginn der Therapie.

Von Müdigkeit bis Koma
Ob Wasser in den Beinen (Ödeme), Bluthochdruck oder Herzschwäche: Bei all diesen Erkrankungen gehört es zur Therapie, Flüssigkeit über die Niere aus dem Körper auszuschwemmen. Neben anderen Entwässerungsmitteln (Diuretika) werden dafür häufig Thiazide eingesetzt. Sie führen dazu, dass die Niere vermehrt Natrium und dadurch auch vermehrt Wasser ausscheidet.

Wie alle Medikamente haben auch Thiazide Nebenwirkungen. Die häufigsten betreffen den Elektrolythaushalt. Durch die gesteigerte Ausscheidung von Natrium droht ein Natriummangel, der sich auf verschiedene Arten bemerkbar macht. So kommt es bei den Betroffenen zu Müdigkeit und Lethargie, die vor allem bei älteren Patient*innen häufig zu Stürzen führen. Ist der Mangel an Natrium sehr ausgeprägt, drohen Muskelkrämpfe und Krampfanfälle, im schlimmsten Fall sogar ein Koma.

Risiko fast verdreifacht
Wie oft es zu einem Natriummangel unter einer Thiazidtherapie kommt, hat eine dänische Arbeitsgruppe untersucht. Sie verglich in zwei Studien die Auswirkung einer Hochdrucktherapie auf den Natriumhaushalt. Die mehr als 170 000 Patient*innen bekamen entweder ein Hochdruckmedikament allein oder ein Hochdruckmedikament plus Thiazid.

Das Risiko für einen Natriummangel wurde durch eine Therapie mit einem Thiazid fast verdreifacht. Am höchsten war es in den ersten Monaten der Behandlung. Auch die Dosis des Diuretikums war entscheidend: Je höher die tägliche Einnahmemenge, desto häufiger war der Natriummangel. Einen weiteren Einfluss hatte das Alter der Patient*innen: Mit den Jahren stieg das Risiko kontinuierlich an.

Bei Warnzeichen zur Ärzt*in
Diese Studie zeigt, dass man vor allem zu Beginn einer Behandlung mit Thiaziddiuretika aufmerksam sein sollte. Ärzt*innen müssen regelmäßig den Natriumspiegel im Blut messen. Und für Patient*innen ist es wichtig zu wissen, welche Beschwerden auf einen Natriummangel hindeuten. Bei einer unerklärbaren Müdigkeit oder Muskelkrämpfen sollten sie unverzüglich die Hausärzt*in informieren bzw. aufsuchen.

Quelle: Annals of Internal Medicine

Autor*innen
04.05.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski

Achtung Armhaltung!Blutdruckmessen will gelernt seinFür eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerä...
04/05/2026

Achtung Armhaltung!
Blutdruckmessen will gelernt sein

Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.

Armposition muss stimmen
Menschen mit Bluthochdruck sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren. Das ist wichtig, um zu erkennen, ob der Blutdruck gut eingestellt ist. Liegen die Werte immer wieder unter oder über dem gewünschte Zielbereich, kann die Ärzt*in die Medikamente entsprechend anpassen.

Voraussetzung für eine korrekte Blutdruckmessung ist, dass der Arm mit der Blutdruckmanschette richtig positioniert wird. Wird am Oberarm gemessen, soll sich die Blutdruckmanschette auf Herzhöhe befinden. Der Unterarm muss locker auf einem Tisch aufliegen, damit sich keine Muskelspannung entwickelt.

Hängender Arm: Zu hohe Werte
Diese Regel wird allerdings häufig nicht befolgt. Oft legen die Patient*innen während der Messung die Hand in den Schoß oder auf den Oberschenkel, andere lassen den Arm einfach herabhängen. Das führt jedoch zu falschen Blutdruckwerten, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Darin wurden bei 133 Männern und Frauen jeweils drei Blutdruckmessungen in den drei genannten Armpositionen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass die Messungen mit falscher Armhaltung höhere systolische Werte ergaben als bei korrekter Position. Lag die Hand im Schoß, waren die Werte durchschnittlich 4 mmHg höher, bei herabhängendem Arm sogar bis zu 6 mmHg.

Bei Hochdruckkranken Effekt besonders stark

Ein Drittel der Studienteilnehmenden litt unter einem Bluthochdruck. Bei ihnen war der negative Effekt durch eine falsche Armhaltung noch ausgeprägter. Der systolische Messwert lag bei herabhängendem Arm um durchschnittlich 8,5 mmHg höher als bei korrekter Blutdruckmessung.

Vermeintlich zu hohe Blutdruckwerte haben zwei erhebliche Folgen. Zum einen droht eine Überdiagnostik, d.h. Menschen mit eigentlich normalem Blutdruck erhalten womöglich die Diagnose Bluthochdruck. Bei bereits hochdruckkranken Patient*innen besteht wiederum die Gefahr, dass durch die Falschmessung die Dosis ihrer Medikamente gesteigert wird und damit auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Quelle: Springer Medizin

Autor*innen
28.04.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski

Bringt das was?Zuckermessung zur Lifestyle-OptimierungFür Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuier...
27/04/2026

Bringt das was?
Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung

Für Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuierliche Messung des eigenen Blutzuckers. Doch ist die Methode auch für Gesunde sinnvoll?

Zuckerspiegel über Sensoren

Kontinuierliche Glukosemessgeräte (CGM) ermöglichen die dauerhafte Messung des Blutzuckers. Dafür werden Sensoren auf die Haut aufgesetzt, meistens auf dem Oberarm. Ein dünner Faden zieht vom Sensor durch die Haut und misst den Blutzuckergehalt, die Glukose, im Gewebe. Menschen mit Diabetes können auf diese Weise genau erkennen, wann und wieviel Insulin sie benötigen. Diese Messmethode findet nun allerdings auch zunehmend Verbreitung bei Gesunden, die ihren Lebensstil optimieren wollen.

Fachleute raten ab

Der Blutzucker ist nicht konstant, sondern schwankt im Tagesverlauf. Durch manche Lebensmittel kann der Blutzucker sehr schnell ansteigen, es entstehen Blutzuckerspitzen. Manche Influencer*innen werben damit, dass sich durch die Vermeidung dieser Blutzuckerspitzen der Schlaf verbessern lasse oder weniger Heißhunger auftrete. Und um diese Spitzen zu erkennen, helfe die kontinuierliche Glukosemessung. Doch Fachleute warnen aus mehreren Gründen vor einer kontinuierlichen Blutzuckermessung bei Gesunden.

Interpretation kaum möglich

Das liegt unter anderem daran, dass die Interpretation von Blutzucker-Schwankungen bei Gesunden schwierig ist. Denn der Zuckerspiegel wird von vielen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von der Ernährung, Hormonen, Stress und Schlaf. Die Schwankungen lassen sich also nicht einzelnen Faktoren zuordnen. Selbst medizinische Fachleute sind sich uneinig in der Auswertung solcher Schwankungen bei Gesunden. Dazu kommt ein weiterer negativer Aspekt: Menschen könnten sich übermäßig mit ihren Zuckerschwankungen beschäftigen. Dieser Fokus kann zu unnötigen Sorgen führen, denn Blutzuckerschwankungen sind völlig normal.

Keine Diagnosemethode

Dazu kommt, dass es keine Studie gibt, die eine Verbesserung der Gesundheit durch die Vermeidung von Blutzuckerspitzen bei Gesunden zeigt. Auch zur Diagnose eines Diabetes eigenen sich diese Messungen nicht, denn die Messung in der Haut ist dafür nicht genau genug. Um einen Diabetes festzustellen, führen Ärzt*innen eine Blutuntersuchung durch, manchmal auch an zwei verschiedenen Tagen. Als Fazit bleibt, dass die kontinuierliche Blutzuckermessung bei Gesunden derzeit nicht zu empfehlen ist. Für Menschen mit Diabetes ist sie allerdings eine gute Methode, die Therapie gezielter zu steuern.
Quelle: Ärzteblatt

24.04.2026 | Dr. med. Tobias Höflein ; Bildrechte: mauritius images / Andriy Popov / Alamy / Alamy Stock Photos

Richtig planen!10 Tipps fürs Wandern im AlterWandern ist ein wahrer Jungbrunnen: Es tut Herz und Gehirn gut, bessert Hal...
20/04/2026

Richtig planen!
10 Tipps fürs Wandern im Alter

Wandern ist ein wahrer Jungbrunnen: Es tut Herz und Gehirn gut, bessert Haltung und Trittsicherheit und baut Stress ab. Das gilt auch für ältere und alte Menschen. Damit sie von den Vorteilen des Wanderns profitieren, sollten einige Regeln beachtet werden.

150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche
Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation, sollten sich auch Über-65-Jährige mehr in Schwung bringen. 150 bis 300 Minuten ausdauernde Bewegung werden pro Woche gefordert. Wandern ist dafür besonders geeignet. Ältere oder Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen jedoch auf ein paar Besonderheiten achten. Worauf, haben der Deutsche Wanderverband und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammengetragen.

1. Gesundheitscheck bei der Ärzt*in. Wer neu mit dem Wandern anfängt oder eine größere Belastung plant, sollte sich ärztlich beraten lassen. Die Hausärzt*in kennt die Gesundheitsprobleme und weiß, ob vorher spezielle Untersuchungen wie z. B. ein Belastungs-EKG nötig sind.

2. Stützstrümpfe tragen. Häufig hilft beim Wandern das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Sie unterstützen die Muskelpumpe der Unterschenkel und halten damit die Venen auf Trab. Wer unsicher ist, fragt dazu ebenfalls die Ärzt*in.

3. Zunächst kurze Touren planen. Mit kürzeren Strecken und geringen Höhenunterschieden kann man sich langsam fit für größere Touren machen. Regelmäßige Pausen und ein gemäßigtes Lauftempo sind ebenfalls angesagt. Beim Wandern sollte man sich immer ohne Anstrengung unterhalten können.

4. An die Höhe gewöhnen. Wer in den Bergen wandern möchte, sollte sich zunächst ein bis zwei Tage vor Ort auf kurzen Strecken an die dünnere Luft anpassen.

5. Auf die Schritte achten. Wenn es steil bergab oder bergauf geht, sollte man die Schrittlänge verkürzen und genau schauen, wohin man tritt. Gelenkprobleme machen sich meist ganz besonders beim Abstieg bemerkbar.

6. Kräfte einteilen. Wanderungen nur so planen, dass auch am Ende noch ausreichend Kräfte vorhanden sind. Sonst werden die Tritte unsicherer und die Verletzungsgefahr steigt.

7. Gute Ausrüstung wählen. Bei Schuhen, Rucksack und Stöcken sollte nicht gespart werden. Nur wenn sie gut passen und stabil sind können sie die Gelenke entlasten.

8. Andere informieren. Wer allein wandern möchte, sollte entweder die Angehörigen oder die Unterkunft über die genaue Route sowie die Start- und geplante Ankunftszeit informieren.

9. Ausreichend trinken. Wer beim Wandern schwitzt, braucht entsprechend viel Flüssigkeit. Geeignet sind natriumhaltiges Wasser, verdünnte Fruchtsäfte und ungesüßter Tee.

10. Hitze und Sonne meiden. Bei großer Hitze lieber die kühleren Tageszeiten zum Wandern nutzen – z.B. den frühen Morgen oder den Abend. In der Sonne immer mit Kopfbedeckung laufen und ausreichend Sonnenschutz auftragen.

Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit

Autor*innen
14.04.2026 | Dr. med. Sonja Kempinski

Adresse

KronenStr. 6
Alfter
53347

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 13:00
14:30 - 18:30
Dienstag 08:00 - 13:00
14:30 - 18:30
Mittwoch 08:00 - 13:00
14:30 - 18:30
Donnerstag 08:00 - 13:00
14:30 - 18:30
Freitag 08:00 - 13:00
14:30 - 18:30
Samstag 09:00 - 13:00

Telefon

02222 93320

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