07/09/2026
In Zeiten, in denen viele mit Sorge auf unsere gesellschaftliche Entwicklung schauen, dürfen wir eines nicht verlieren: die Vorstellung davon, wie ein friedliches, freundliches und menschliches Zusammenleben aussehen kann.
Beim ersten Treffen unseres Kursusleiterseminars habe ich den jungenTeilnehmenden einen Gedanken mitgegeben, der mich seit fast 50 Jahren begleitet. Gefunden habe ich ihn bei Albert Schweitzer: den Gedanken des Jugendidealismus.
Junge Menschen tragen Vorstellungen davon in sich, wie eine friedlichere, freundlichere und menschlichere Welt aussehen könnte. Ich bin überzeugt, dass dieser Wunsch im Kern etwas Universelles ist: der Wunsch nach Freiheit, Sicherheit, Zugehörigkeit und einem guten Leben.
Auch wenn junge Menschen daraus sehr unterschiedliche politische Konsequenzen ziehen, glaube ich nicht, dass wir sie vorschnell abschreiben dürfen. Hinter vielen unterschiedlichen Positionen stehen ähnliche menschliche Bedürfnisse. Unsere Aufgabe muss es sein, Freiheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit nicht nur einzufordern, sondern erfahrbar zu machen und gemeinsam einzuüben.
Viel zu oft wird der Idealismus junger Menschen von Erwachsenen belächelt, infrage gestellt oder durch die Widrigkeiten des Lebens in den Hintergrund gedrängt. Ich glaube, wir sollten ihn nicht aufgeben. Wir sollten ihn stärken, ihm Orientierung geben und ihm helfen, auch im Erwachsenenalter seine friedvolle Kraft zu entfalten.
Ich glaube, wir sollten ihn nicht aufgeben. Wir sollten ihn bewahren, stärken und immer wieder an ihm arbeiten — damit er seine Kraft auch im Erwachsenenalter entfalten kann.
Denn wir brauchen Menschen, die an eine gute Zukunft glauben und bereit sind, etwas für sie zu tun. Wir brauchen diese Haltung im Unterricht, im Umgang miteinander und in der persönlichen Entwicklung.
Fachwissen und didaktische Fähigkeiten gehören zu einer guten Kursusleitung. Aber ebenso wichtig sind Menschlichkeit, Mut und die Bereitschaft, den Schwierigkeiten des Lebens etwas Friedvolles entgegenzusetzen.
Lasst euch euren Idealismus nicht nehmen. Bewahrt ihn — und macht etwas daraus.