14/05/2025
Něco na tom je....
Taucher-Typ Nummer 44: Der Radfahrer 🚴♂️💦
Man sieht ihn nicht sofort – aber man spürt ihn. Und zwar meistens dann, wenn einem unter Wasser plötzlich Sand ins Gesicht gewirbelt wird oder die Sicht auf mysteriöse Weise getrübt ist. Wer dann hochschaut, sieht ihn: senkrecht im Wasser stehend, leicht nach vorne gekippt, Beine in Dauerschwung – wie auf einem unsichtbaren Unterwasserfahrrad.
Der Radfahrer ist kein Anfänger. Im Gegenteil: Meist hat er schon ein paar Dutzend Tauchgänge auf dem Logbuchrücken und hält sich für „ziemlich erfahren“. Die Theorie sitzt halbwegs, die Ausrüstung ist komplett, das Briefing wird still abgenickt – aber die Tarierung hat er einfach nie wirklich gemeistert.
Statt sich dem Auftrieb und der Schwerelosigkeit hinzugeben, kämpft er pausenlos dagegen an – mit den Beinen. Unermüdlich. Die Flossen kreisen wie die Pedale eines Mountainbikes in leichter Steigung, immer im Standgas, immer leicht hektisch. Und wenn er doch mal kurz stehen bleibt, merkt er, wie er langsam absinkt – und zack, schon geht das Gestrampel wieder los.
Spricht man ihn nach dem Tauchgang freundlich darauf an – vielleicht mit einem vorsichtigen „Sag mal, war das Flossenschlagen wirklich nötig da unten?“ – kommt meist ein schulterzuckendes „Ach, ich fühl mich so einfach stabiler.“
Er nennt es Kontrolle, andere nennen es Bein-Chaos in 3D.
Kritik? Zieht nicht.
Gutes Zureden? Wird ignoriert.
Neutrale Tarierung? Angeblich „nicht sein Ding“.
Und so zieht der Radfahrer von Spot zu Spot, wirbelt Seegras, Schlamm und Sediment auf, verbraucht regelmäßig 40–50 bar mehr als alle anderen und wundert sich, warum er beim Gruppenfoto nie zu sehen ist – weil er entweder über dem Riff rumschwebt oder mit einem Kelpbusch kämpft, den er versehentlich aufgewirbelt hat.
Sein treuer Begleiter? Ein bleigefüllter Bleigurt der Kategorie „Ich verlasse lieber nie den Boden“.
Sein Tauchstil? Eine Mischung aus kontrolliertem Kontrollverlust und sportlichem Aktionismus.
Sein Motto? „Ich tauch lieber dynamisch – Bewegung hält warm!“
Fazit: Der Radfahrer fährt nicht davon – aber leider auch nicht mit.
Er tritt. Immer. Und das mit voller Überzeugung.