09/04/2025
Was können wir gegen Gewalt im Reitsport tun?
Diese Frage ist unbequem, aber notwendig. Denn Gewalt beginnt nicht erst da, wo es weh tut. Sie beginnt dort, wo das Pferd keine Wahl mehr hat.
Sie zeigt sich nicht nur in offensichtlichen Bildern – nicht nur in grobem Zerren, harten Sporen oder zu engen Hilfszügeln. Gewalt hat viele Gesichter. Sie steckt auch in der Ungeduld, im stummen Druck, in dem Gedanken: „Der muss da jetzt durch.“ Oder in der Haltung: „Das macht man halt so.“
Das Tragische ist: Vieles davon passiert nicht aus Böswilligkeit. Oft ist es Unwissen. Oder Angst, nicht zu genügen. Oder das Bedürfnis, ein Ziel zu erreichen – koste es, was es wolle.
Doch Pferde leben nicht in unseren Ambitionen. Sie leben im Moment. Und sie spüren, ob sie gesehen werden – als Wesen mit Gefühl, Charakter und Würde – oder nur als Sportgerät. Als etwas, das „funktionieren“ muss.
Was wir also tun können?
Wir können hinschauen. Nicht wegsehen, wenn wir im Bauch spüren, dass etwas nicht stimmt. Wir können Fragen stellen. Uns selbst hinterfragen. Warum mache ich das so? Geht es auch anders? Wir können lernen – nicht nur Techniken, sondern echtes Verstehen. Denn wer Pferde liest, muss sie nicht korrigieren. Und wer ein Pferd wirklich fühlt, wird nicht zulassen, dass es in stummem Gehorsam untergeht.
Wir können Vorbild sein. Still, ohne große Bühne. Einfach im täglichen Umgang. Und wir können offen sprechen – nicht anklagend, sondern einladend. Nicht besserwisserisch, sondern mitfühlend. Denn Veränderung geschieht nicht durch Anschuldigung. Sie geschieht durch Begegnung.
Gewaltfreiheit ist kein Luxus. Sie ist nicht weich. Sie ist ehrlich, klar, ruhig. Und sie beginnt mit Respekt – nicht nur gegenüber dem Pferd, sondern auch gegenüber uns selbst.
Wenn wir wollen, dass der Reitsport eine Zukunft hat, in der Pferde nicht nur funktionieren, sondern vertrauen dürfen, dann liegt es an uns. In unserer Haltung. Unserem Atem. Unserem Blick. Und in der Bereitschaft, immer wieder neu zu lernen – für sie.
Nicht laut. Nicht belehrend. Sondern so, wie Pferde selbst kommunizieren würden, wenn man sie ließe: still. Aber unmissverständlich.
Für die Pferde, immer.
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Bild ist KI generiert