07/05/2026
Tatort Zürich – Mitte April. Die Stadt feiert ihr «Sächsilüüte». Hoch über der Limmat, auf dem Lindenhof, beginnen fleissige Zürcherinnen und Zürcher bei prächtigem Frühlingswetter wie wild einen Schal zu stricken. Er wird bis zur Vollendung ziemlich lang und äusserst kunstvoll. Die Temperaturen liegen bei über 20 Grad. Das könnte einen durchaus zum Ausspruch verleiten: Die spinnen, die Zürcher! Wer strickt schon im Frühling einen Schal? Soll doch erstmal der langersehnte Sommer kommen.
Aber alles der Reihe nach. Bevor wir die Zürcher:innen voreilig verunglimpfen. Denn tatsächlich standen hinter dieser Aventüre zwei Safientalerinnen.
«Um unser Garn aus Safientaler Schafwolle zu bewerben, forderten wir die Besucher:innen an unserem Sechseläuten-Stand dazu auf, auszuprobieren, wie freudig das Stricken mit unserer Wolle ist», erzählt Silvie Schaufelberger, die im Bergdorf Tenna hochwertigen Garn und Tweed-Stoffe produziert. Den Stand betreute sie gemeinsam mit Anita Buchli, deren Schafe den Rohstoff für den Garn liefern. Und wie die Zürcherinnen und Zürcher so sind, packten sie engagiert an. Kompetitiv, wie man sie kennt. Und Masche um Masche entstand ein wolliges Kunstwerk, das für Staunen sorgte: mit einer Länge, mit derer man gleich zwei Hälsen warm geben könnte. Waren die Zürcher:innen mal wieder etwas grossspurig? Nein, wohl eher grossartig.
Und damit stachelten sie nun den Ehrgeiz der Safientalerinnen und Safientaler an: Schaffen wir, was die Zürcher:innen da vollbrachten? Oder können wir das Werk gar überbieten: in Länge und Strickkunst? Geboren war die Idee eines «Safientaler Schals». Der gemeinsam entstehen und noch grossartiger als grossartig werden soll.
So wird der «Sächsilüüte Schal» und der entstehende «Safientaler Schal» auf Tournee gehen. An allen Standorten kann man das Zürcher Kunstwerk bestaunen und am «Safientaler Schal» mitstricken.