26/11/2012
FC SG - FC Luzern
der Spielbericht:
Den Sprung an die Spitze verpasst
Nach dem gestrigen Punktverlust des Leaders GCZ bot sich den Espen heute die Chance, mit einem Vollerfolg gegen den FC Luzern erneut die Tabellenführung zu übernehmen. Die St. Galler begannen das Spiel mit dem entsprechenden Schwung und versuchten von Anfang an, das Spiel in die Hand zu nehmen. So erarbeiteten sich in der ersten Viertelstunde auch optische Vorteile, ohne jedoch zu gefährlichen Torchancen zu kommen. Die Gäste kamen in der 18. Minute zu ihrer ersten richtigen Chance, als Andrist von rechts flankte und Lezcano am weiten Pfosten an den Ball kam. Daniel Lopar im Tor der St. Galler konnte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen ablenken. Nur eine Minute später gingen die Gäste mit ihrer zweiten Aktion sogar in Führung. Lezcano zog gleich vier St. Galler Abwehrspieler auf sich und passte zum freistehenden Adrian Winter, der sich geschickt um Stephane Besle drehte und flach zum Führungstreffer einschieben konnte.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die St. Galler weiter leichte spielerische Vorteile für sich verzeichneten. Der FC Luzern kam aber immer wieder durch Konter gefährlich vor das Tor von Daniel Lopar. Für die Espen vergaben insbesondere durch Pa Modou und Scarione zwei erstklassige Ausgleichschancen. Die stets animierte, teilweise hektische erste Halbzeit erreichte ihren Höhepunkt, als vor einem St. Galler Corner in der 39. Minute Florian Stahel und Mario Mutsch aneinander gerieten. Der St. Galler Rechtsverteidiger ging in dieser Szene zu Boden und Schiedsrichter Ludovic Gremaud beriet sich im Anschluss lange mit seinem Assistenten. Stahel sah schlussendlich die gelbe Karte, eine Entscheidung, die das Publikum mit wütenden Pfiffen quittierte. Es war mehrheitlich der Meinung, dass in der Szene eine Tätlichkeit des Luzerner Spielers vorlag.
In der zweiten Halbzeit drängten die Espen weiter auf den Ausgleich, liefen sich jedoch immer mehr in der vielbeinigen Abwehr der sehr lauf- und kampfstarken Gäste fest. Die Luzerner standen mit zwei dicht gestaffelten Viererreihen defensiv sicher. So war es nicht verwunderlich, dass die einzigen einigermassen gefährlichen Abschlussversuche durch Weitschüsse entstanden. Marco Mathys in der 60. und Oscar Scarione in der 71. Minute verpassten den Ausgleich auf diese Weise nur knapp. Der FCL versuchte weiter, aus der gesichterten Defensive mit Kontern die Entscheidung herbeizuführen und vor allem der stets gefährliche Adrian Winter liess dabei die eine oder andere vielversprechende Chance aus. In der 76. Minute fehlten den Gästen dann für einen kurzen Moment die bis dahin gezeigte defensive Ordnung. Der Ball kam in der Mitte zu Oscar Scarione, der den freistehenden, nur vier Minuten zuvor eingewechselten Ivan Martic auf rechts bediente. Der Espen-Joker liess sich die Chance nicht entgehen und hämmerte den Ball unhaltbar für David Zibung unter die Latte.
Es blieb in der Folge beim letzlich gerechten Unentschieden, die beste Chance auf einen Vollerfolg für die St. Galler vergab der in der 66. Minute für Stephane Nater eingewechselte Nico Abegglen in der 85. Minute. Doch FCL-Hüter Zibung konnte den Abschluss aus 16 Metern gerade noch um den Pfosten lenken. Die Espen waren zwar durchaus noch um den Siegtreffer bemüht, doch war ihnen die nicht unbegründete Furcht vor einem Konter-Tor anzumerken. So war es den beiden Trainern und Weggefährten aus gemeinsamen Aarauer Zeiten, Jeff Saibene und Ryszard Komornicki, nach dem Spiel vergönnt, sich gegenseitig Komplimente für die soliden Leistungen ihrer Teams zukommen zu lassen. (hku)
FC St. Gallen - FC Luzern 1:1 (0:1)
AFG Arena - 16'109 Zuschauer - SR Gremaud
Tore: 19. Winter, 76. Martic
FC St. Gallen: Lopar; Mutsch, Besle, Montandon, Pa Modou; Mathys, Janjatovic, Nater (66. Abegglen), Nushi (72. Martic); Scarione, Etoundi.
FC Luzern: Zibung; Sarr, Stahel, Puljic (81. Hyka), Lustenberger; Andrist, Wiss, Hochstrasser, Thiesson; Winter, Lezcano (79. Muntwiler).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Cavusevic und Lehmann (beide verletzt), Ivic (gesperrt) sowie Regazzoni (nicht im Aufgebot), Luzern ohne Renggli, Sorgic und Bento (alle verletzt). Verwarnungen: 40. Stahel (Unsportlichkeit), 52. Etoundi, 56. Pa Modou (beide Foul), 82. Zibung (Spielverzögerung), 83. Montandon (Foul), 88. Winter (Reklamieren)