29/05/2026
FCRJ TRAUERT UM PETER SCHEPULL!
Der erfolgreichste Fussballer, den der FC Rapperswil-Jona in seiner knapp 98-jährigen Geschichte hervorgebracht hat, ist tot: Peter Schepull ist Mitte dieser Woche, kurz vor seinem 62. Geburtstag, unerwartet verstorben.
Schepull durchlief seine fussballerische Ausbildung beim FCRJ unter den Fittichen des begnadeten Ausbildners Rolf Gmür. Er spielte mit dem erfolgreichen Jahrgang 1964 die gleichaltrige Konkurrenz in den Regionen Ostschweiz und Zürich in Grund und Boden, feierte während seiner Juniorenzeit drei vielbeachtete Aufstiege in die Interregionalklassen C2, C1 und B2 und schaffte zusammen mit Torhüter Peter Sablatnig und Innenverteidiger Benno Schwyter im Frühjahr 1980 den Sprung in den erweiterten Kreis der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft.
Von der 2. Liga in die NLA
Nach seinem ersten Jahr bei den B-Junioren wurde Peter Schepull von Trainer Peter Jucker in die 1. Mannschaft berufen, die im Sommer 1981 die Rückkehr in die 2. Liga realisiert hatte. Von 1981 bis 1983 machte er sich einen Namen als torgefährlicher Stürmer und weckte dadurch das Interesse verschiedener NLA-Klubs.
Schliesslich wechselte Schepull, noch während seiner Lehrzeit als Maschinenzeichner bei der Firma Weidmann in Rapperswil, nach Zürich, wo er sich dem amtierenden Schweizer Meister Grasshoppers anschloss. Bei diesem feierte er im Spätsommer 1983 im Europacup der Landesmeister, auswärts gegen Dynamo Minsk vor 80 000 Zuschauern einen vielbeachteten Einstand. Nebst seiner internationalen Feuertaufe standen dem jungen Fussballer aus Rapperswil am Ende seiner ersten Saison bei GC 15 Einsätze in der Nationalliga A sowie zwei weitere im Schweizer Cup zu Buche.
Meistertitel mit GC
Mit GC gewann er 1984 seine ersten Schweizer Meistertitel. Zehn Jahre später folgte sein zweiter - mit dem Servette FC aus Genf. Dazwischen lag eine wechselvolle Zeit - zuerst die Abschiebung von GC zum NLB-Klub SC Zug. Dort wurde er von Bigi Meier vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert. 1987 unternahm er beim aufstrebenden FC Wettingen einen neuen Anlauf - mit Erfolg. Schepull kehrte mit den Aargauern in die Nationalliga A zurück, schaffte den Durchbruch in der höchsten Spielklasse, traf im Europacup auf den SSC Neapel mit dessen Weltstar Diego Maradona und entwickelte sich zu einem der besten Innenverteidiger des Landes.
Berufung in die Nationalmannschaft
Im Herbst 1988 erhielt der Rapperswiler von Daniel Jeandupeux das erste Aufgebot für die Schweizer Nationalmannschaft. Zu seinem Debüt kam er im Juni 1989 unter dem Interimsduo Paul Wolfisberg/Uli Stielike anlässlich des WM-Qualifikationsspiels in Bern gegen die Tschechoslowakei. Für die Schweizer Nationalmannschaft bestritt Schepull unter den Trainern Uli Stielike und Roy Hodsgon bis 1992 weitere 21 Länderspiele.
Auf Klubebene nahm er 1990 den Wechsel von Wettingen nach Genf zum ambitionierten Servette FC vor. Diesem hielt er fünf Jahre lang die Treue und leistete in der Saison 1993/94 als Verteidigungsminister einen entscheiden Beitrag zum Gewinn der Schweizer Meisterschaft.
Dem FCRJ zum Aufstieg verholfen
Die beruflichen Perspektiven, die ihm der langjährige FCRJ-Präsident Pius Stadler als Teilhaber einer Immobilienfirma bieten konnte, führten dazu, dass Peter Schepull im Sommer 1995 "noch voll im Saft" zu seinem Stammverein Rapperswil-Jona zurückkehrte. Diesem verhalf er ein Jahr später zum erstmaligen Aufstieg in die 1. Liga. In der Folge trug Schepull mit seiner Zweikampfhärte und seiner Torgefährlichkeit bei Standards massgeblich dazu bei, dass sich der FC Rapperswil-Jona mit einem 3. und einem 6. Schlussrang in der höchsten Amateurliga etablierte.
Nach seinem Rücktritt als Aktiver gab Schepull beim FCRJ seine Erfahrungen noch einige Jahre als Juniorentrainer weiter, ehe er sich vom Fussball weitgehend zurückzog, sich vermehrt seiner anderen sportlichen Leidenschaften, Tennis und Golf, widmete und erst vor knapp zehn Jahren durch die Aufgebote der Swiss Legends, dem Team der ehemaligen Nationalspieler, wieder ab und zu dem runden Leder nachjagte.
Am 27. Mai 2026 wurde Peter Schepull völlig unerwartet aus dem Leben gerissen - sein Herz hörte auf zu schlagen. Seiner Ehefrau Roswitha und seinem Sohn David entbieten wir unsere aufrichtige Anteilnahme.
Quelle: https://fcrj1928.mozello.ch/