14/09/2026
Wenn jeder Mensch das Fleisch, das er isst, selber töten müsste, wären über 90 % der Menschen Vegetarier.
Ich war Teil davon.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, ein Tier nicht als Individuum zu sehen, sondern als „Fleisch“.
Ich weiß, wie schnell aus einem lebenden Wesen ein Arbeitsablauf werden kann.
Ich habe das Schlachten schon als Kind gelernt. Für mich war es normal. Tiere wurden gehalten, versorgt – und irgendwann wurden sie getötet.
Ich wurde Fleischer.
Damals dachte ich tatsächlich:
Wer Fleisch essen will, muss auch bereit sein, dafür ein Tier zu töten.
Heute weiß ich: Diese Erkenntnis war richtig – aber ich habe damals die falsche Konsequenz daraus gezogen.
Ich suchte lange nach einem Unterschied zwischen „guter“ und „schlechter“ Tierhaltung. Ich glaubte, wenn ein Tier ein gutes Leben gehabt hatte, könne man seinen Tod irgendwie rechtfertigen.
Doch irgendwann musste ich mir eine viel unbequemere Frage stellen:
Was gibt mir eigentlich das Recht, ein anderes fühlendes Wesen zu töten, nur weil ich es essen möchte?
Diese Frage lässt sich nicht mit „artgerechter Haltung“ beantworten.
Denn selbst das glücklichste Tier hat einen Wunsch, den wir Menschen nur allzu gerne übersehen:
Es möchte weiterleben.
Der endgültige Wendepunkt kam für mich beim Angeln in Schweden.
Ich hatte einen Hecht gefangen.
Und plötzlich sah ich nicht mehr den „Fisch“.
Ich sah jemanden.
Ein Lebewesen, das leben wollte.
Ich konnte ihn nicht töten.
Und in diesem Moment begann für mich etwas zusammenzufallen, woran ich mein ganzes Leben geglaubt hatte.
Wenn ich diesen Fisch nicht töten konnte, obwohl ich ihn vorher selbst gefangen hatte – warum sollte ich dann andere Tiere töten lassen?
Warum eine Kuh?
Warum ein Schwein?
Warum ein Huhn?
Warum ein Schaf?
Warum einen Fisch?
Was unterscheidet ihr Bedürfnis zu leben von meinem?
Nichts, was ihre Tötung moralisch rechtfertigen würde.
Seitdem bin ich vegan.
Und ich habe verstanden:
Veganismus ist für mich keine Diät.
Keine Mode.
Kein Lifestyle.
Und ganz sicher keine Frage dessen, ob mir Tofu schmeckt.
Veganismus ist eine ethische Entscheidung.
Eine Entscheidung, einem fühlenden Wesen nicht länger das anzutun, was ich selbst niemals erleben möchte.
Ich habe früher Tiere getötet.
Heute kämpfe ich für sie.
Deshalb gibt es „Metzger gegen Tiermord“.
Der Name ist bewusst provokant.
Denn vielleicht muss ein ehemaliger Metzger diese Worte aussprechen:
Es gibt keinen „humanen“ Tod für jemanden, der weiterleben möchte.
Ich kann meine Vergangenheit nicht rückgängig machen.
Ich kann den Tieren, die wegen mir oder durch meine damalige Einstellung gestorben sind, ihr Leben nicht zurückgeben.
Aber ich kann heute meine Stimme benutzen.
Für die, die keine menschliche Sprache haben.
Für die, die in Ställen geboren werden, um irgendwann im Schlachthof zu enden.
Für die, deren Angst wir nicht sehen wollen.
Für die, deren Schmerz wir nicht hören wollen.
Und für all jene, die glauben, sie müssten Fleisch essen, weil sie es schon immer getan haben.
Ich habe mich verändert.
Nicht, weil ich schwächer geworden bin.
Sondern weil ich endlich verstanden habe, dass Stärke nicht bedeutet, Macht über ein schwächeres Wesen auszuüben.
Stärke bedeutet, diese Macht nicht zu missbrauchen.
Ich bin Peter Hübner.
Ehemaliger Fleischer.
Heute Tierrechtsaktivist.
Heute Veganer.
Und heute würde ich kein Tier mehr töten.
Wenn ich mich ändern konnte, kannst auch du anfangen, deine Sicht auf Tiere zu verändern.
Nicht morgen.
Nicht wenn alle anderen es tun.
Sondern bei der nächsten Entscheidung, die du triffst.
Für die Tiere. Für ihr Leben. Für ihre Freiheit.
Peter Hübner
Tierrechtsaktivist Peter | Vegan Pete
Mitbegründer von „Metzger gegen Tiermord“