25/06/2026
Kühler Kopf in heissem Umfeld?
Für eine Führungsperson war dies keine rhetorische Frage.
Drei offene Stellen. Zwei Schlüsselpersonen, die innerlich bereits gekündigt hatten. Ein ganz 'normaler' Alltag und ein Geschäftsleitungskollege, der ihr das Leben schwer machte.
Alles gleichzeitig. Alles dringend. 34° draussen 🥵
So sah die Lage aus, als sie zu mir an Bord kam.
Wir haben abgelegt. Die Segel gesetzt und die Pendenzen am Steg zurück gelassen.
Nach zehn Minuten auf dem Wasser sagte sie: «Ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr, womit ich anfangen soll.»
In der nächsten Stunde haben wir nicht über Massnahmen gesprochen. Wir haben darüber gesprochen, was sie selbst beeinflussen kann – und was nicht. Über die Energie, die sie täglich ins Falsche investiert. Über das, was hinter den Entscheidungen steckt, die sie schon längst kennt – aber noch nicht getroffen hat.
Die Sonne brannte und der 34° fühlten sich deutlich heisser an. Das Wasser brachte Abkühlung.
Als sie die Segel neu setzten und Fahrt aufnahmen, sagte sie: "Ich muss nicht alles lösen. Ich muss das Richtige zuerst lösen."
Manchmal muss man kurz «baden gehen» – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – bevor man die Segel neu setzen und Fahrt aufnehmen kann.
Eine Führungsperson, die sich selbst wieder gehört hat. Dafür braucht es keinen Strategieprozess und kein weiteres Meeting. Manchmal braucht es vier Stunden, Wind, Wasser und unbequeme Fragen.
Kennst Du das Gefühl, alles gleichzeitig lösen zu müssen – und dabei das Wesentliche aus den Augen zu verlieren?
Ich schon - a presto sul lago, Martin mit Favore