31/07/2025
Fruchtzucker sorgt immer wieder für viel Diskussionen – und das finde ich gut. Denn genau dafür sind wir auf Social Media. Es geht ja nicht darum, dass ich immer recht habe oder dass es nur die eine Wahrheit gibt. Sondern gerade das ist das Tolle an dieser Community: gemeinsam diskutieren, sich austauschen, zu neuen Erkenntnissen kommen.
Natürlich ist es so – nach wie vor: Fruchtzucker ist nicht besser als normaler Industriezucker. Viele vergessen, dass auch der klassische Haushaltszucker aus Fruchtzucker und Traubenzucker besteht. Und die Sache ist: Wenn wir Säfte trinken, dann bleiben oft die Ballaststoffe auf der Strecke – sie werden bei der Pressung entfernt. Und genau das ist ein Problem. Denn gerade die Ballaststoffe verlangsamen die Zuckeraufnahme und entlasten die Leber.
Ja, es gibt auch Slowjuicer, die das Obst besonders schonend verarbeiten. Ein Slow-Juicer presst die Frucht bei niedriger Drehzahl schonender aus als ein Zentrifugalentsafter – Vitamine und Enzyme bleiben dadurch besser erhalten. Doch selbst diese Schneckenpresse trennt den Großteil der wertvollen Ballaststoffe als trockenen Trester ab; im Saft landet nur ein dünner Rest löslicher Faser. Auch hier gilt also: Nur weil es ein Slowjuicer ist, wird der Saft nicht automatisch ballaststoffreich oder gesünder.
Wenn man also die Ballaststoffe miterhalten möchte, gibt es durchaus Methoden – z. B. indem man den ganzen Fruchtbrei im Smoothie verarbeitet. Aber die Kalorienmenge, vor allem durch den konzentrierten Fruchtzucker, bleibt natürlich bestehen. Deshalb muss jeder für sich selbst entscheiden: Wenn jemand eine gesunde Leber hat und mal morgens einen Smoothie trinkt – kein Problem. Wenn jemand jedoch ohnehin eine belastete Leber hat und regelmäßig große Mengen an Fruchtzucker zu sich nimmt, kann das auf Dauer ein Problem werden.
Mir geht es nicht darum, Obst zu verteufeln. Im Gegenteil: Obst essen, nicht trinken – das ist mein Leitsatz!
Auch hier gilt wieder: Die Menge macht das Gift. Wenn man täglich fünf oder zehn Bananen isst, ist das auch nicht besser – nur merkt man es beim Kauen oft eher als beim Trinken.
Und klar, jeder Mensch ist anders. Es gibt unterschiedliche Stoffwechseltypen, unterschiedliche Bedürfnisse. Genau deswegen ist ein und dieselbe Ernährung nie für alle optimal. Und genau deswegen liebe ich den Diskurs – weil wir voneinander lernen.