02/02/2026
Vom Foto-Smile zum Schlussdrama – Bonaduz kämpft sich dreimal zurück
Der Sonntagabend in Prau la Selva hatte es in sich. Der PSC Bonaduz empfing den TV Rhäzüns zum Rückspiel. Ein Derby, das für beide Teams ungefähr so wichtig ist wie das Fondue für die Schweiz und Gian & Giachen für Grau-bünden. Doch bevor überhaupt der erste Puck das Eis sah, hiess es: „Smile! Foto-Termin!“
Die Jungs waren so sauber rausgeputzt, dass man kurz überlegen musste, ob da wirklich Eishockeyspieler stehen oder das Kandidatenfoto der Mister Schweiz Wahl 2026.
Der Puck fiel, das Spiel begann und wie es die ungeschriebenen Derby-Regeln vorschreiben, gingen die Bonaduzer nach rund 15 Minuten mit 0:1 in Rückstand. Tradition verpflichtet. Kurz schütteln, abhaken, weiter. Das Spiel ausgegli-chen, Chancen auf beiden Seiten, aber die Anzeigetafel blieb stur. Doch plötzlich zündete Frei den Turbo.
Ein Energielevel wie ein Duracell-Häschen nach drei Espresso. Er tanzte durch die Rhäzünser Abwehr wie durch eine völlig überfüllte Migros am Samstagmorgen, Schuss, Abpraller, und Elsa staubt zum 1:1 ab. Eiskalt. Eiskalter. Elsa.
Nach der Pause ging’s munter weiter: Chancen, Checks, Chaos. Doch dann, zack, wieder Rhäzüns: 1:2.
Aber Bonaduz wäre nicht Bonaduz, wenn man nicht gleich reagieren würde: Caluori junior schiesst, der Puck kullert auf der Linie herum wie ein fauler Feriengast auf der Luftmatratze. Nicht drin. Zum Glück kam Caderas herangebraust wie ein sibirischer Tiger auf Red Bull und drückte das Ding zum 2:2 über die Linie. Unser Präsident Caluori senior, noch rekonvaleszent, gab an der Bande den Motivator und Assistenzcoach. Er schlich hin und her wie ein Tiger, dem man das Essen versprochen, aber noch nicht serviert hat. Die Körpersprache? Top. Doch trotz allen Tigerflairs, Rhäzüns traf wieder. 2:3. Die Bonaduzer warfen alles nach vorne. Pressing. Druck. Chaos. Und prompt, ein Fehler in der Rhäzünser Abwehr. Cantieni, unser Mann für die wichtigen Momente, schiebt die Scheibe zwischen die Hosen-träger des Goalies, 3:3! Der Jubel war so laut, dass wahrscheinlich sogar in Bonaduz die Fensterscheiben geklirrt haben. Kurz darauf pfiff Schiri Hartmann ab. Unentschieden. Ein verdientes, ein gerechtes, ein typisches Derby-Remis. Wobei… eigentlich hätten wir ja schon gerne gewonnen. Aber wenigstens haben wir das wichtigste Ziel erreicht: Die Rhäzünser haben nicht gewonnen. Und das ist im Derby oft schon ziemlich viel wert.
Am 15.02. geht’s weiter. Das zweitletzte Saisonspiel steht an, die White Bulls kommen. Mal schauen, ob wir dann den Tiger, das Duracell-Häschen und den sibirischen Caderas wieder dabeihaben.