20/08/2026
Diesen Artikel ist am 20.08.2026 in der südostschweiz erschienen
Das Glarnerland hat zwei neue Golf-Champions
Anny Hug sichert sich an der 14. Glarner Golfmeisterschaft den Titel bei den Frauen, Andrew Newson siegt bei den Männern. Für beide ist es eine Premiere. Der Titelverteidiger kommt hingegen nicht auf Touren.
Das glaub ich ja nüd!» So oder so ähnlich tönte es am vergangenen Freitag anlässlich der 14. Glarner Golfmeisterschaft auf dem Golfplatz Ybrig oft aus dem Mund von Anny Hug. Zunächst jeweils aus unerfreulichem Grund – und darum mit zunehmend genervtem Unterton. Mehrfach rollte Hugs Ball nämlich über die Lochkante. Einmal machte er sogar eine 360-Grad-Tour an der Schwelle zur knapp elf Zentimeter breiten Öffnung im kurz gemähten Rasen, ohne letztlich hineinzufallen.
Trotz allem blieb Hug aber geduldig und fokussiert. Und das zahlte sich aus. Auf der 18. und letzten Spielbahn brachte sie den Ball mit zwei perfekten Schlägen auf rund 90 Zentimeter an die Fahne heran. Und diesmal fiel der Putt, sprich: Der Ball fand den Weg ins Loch. Drei Schläge an einem Par-4-Loch. Birdie, Schlaggewinn – und Sieg, wie sich später bei der Rangverkündigung zwischen Hauptgang und Dessert herausstellte. Hug brachte es in der Endabrechnung auf 19 Bruttopunkte – einen mehr als Titelverteidigerin Roshini Kühni und Larissa Stalder. Und da war er dann wieder zu hören, dieser Satz. «Das glaub ich ja nüd!» Diesmal natürlich voller Freude ausgesprochen. Nach Rang 2 vor drei Jahren und Rang 3 im vergangenen Jahr hat es Anny Hug diesmal ganz an die Spitze geschafft; sie ist Glarner Golfmeisterin 2026.Der Favorit siegt – aber knapper als erwartet
Bei den Männern setzte sich Andrew Newson mit zwei beziehungsweise drei Punkten Vorsprung auf Lokalmatador und Golf-Ybrig-Präsident Bruno Inauen und Christian Caflisch durch, den Glarner Meister 2023. Titelverteidiger Silvano Umberg kam diesmal überhaupt nicht auf Touren und klassierte sich im Mittelfeld.
Eigentlich hätte ein klareres Verdikt erwartet werden können. Denn noch nie hatte es bei einer Austragung der Glarner Golfmeisterschaft einen derart klaren Favoriten gegeben wie diesmal mit Andrew Newson. Mit Handicap 3,0 benötigt er nach Papierform im Durchschnitt sieben Schläge weniger pro Runde als die nächstbesten Teilnehmenden. Sein Auftritt im Jahr 2025 war eine Machtdemonstration: Rekordergebnis (37 Bruttopunkte), Rekordvorsprung (10 Zähler). Damals nahm Newson aber ausser Konkurrenz teil, als Sponsorenvertreter.
Diesmal war das anders. Doch der GLKB-Banker trat etwas handicapiert an; vor Kurzem hat er sich an der Schulter verletzt. Trotzdem reichte seine Klasse, um sich nun erstmals zum Glarner Golfmeister zu krönen. Dies mit 28 Bruttopunkten.Einmal mehr ein toller Event
Weil die Organisatoren vom Verein Golf Glarnerland auch für die diesjährige Austragung des Turniers viele und sehr grosszügige Sponsoren fanden, präsentierte sich den Teilnehmenden bei der Rangverkündigung ein reich gedeckter Gabentisch.
Einen Preis entgegennehmen durften ganz viele, darunter die drei Bestplatzierten der Netto-Kategorien sowie die Gewinner der Spezialwertungen (Details siehe Resultatübersicht rechts). Zudem erhielten alle 56 Teilnehmenden ein Startgeschenk und ein Säckli mit Amaretti. Mit leeren Händen musste letztlich also niemand nach Hause.
Einmal mehr war die Glarner Golfmeisterschaft im Golfclub Ybrig ein gelungener Event, das weit über das Sportliche hinausgeht. Man trifft sich, lacht, spielt, fachsimpelt, schwatzt, geniesst, knüpft Kontakte, schliesst Freundschaften. Und verabschiedet sich am Ende bestens gelaunt und voller Vorfreude auf die nächste Ausgabe heimwärts. (red)Zum Vormerken
Die 15. Glarner Golfmeisterschaft findet am 13. August 2027 statt. Wiederum im Golfclub Ybrig, der sich auch diesmal wieder als ausgezeichneter Gastgeber gezeigt hat und den Teilnehmenden trotz der aussergewöhnlichen Hitze und Trockenheit einen hervorragend präparierten Platz präsentierte. (red)
Mit Schwung: Andrea Freuler beim Abschlag. Bild: Silvano Umberg
Die Glarner Golf-Champions 2026: Andrew Newson und Anny Hug freuen sich über den ersten Meistertitel. Bild: Trudi Roth