23/04/2026
Triumph im Schatten der Anden: 100 Meilen Kampfgeist
SAN MARTÍN DE LOS ANDES – Es ist Freitag, der 10. April 2026, 14:00 Uhr.
Als der Startschuss für den beeindruckenden Patagonia Run 100mi fällt, brennt die Nachmittagssonne unerbittlich auf das Feld der Ultraläufer herab. ☀️
Mittendrin: Unser Ultra Waschbär Toni Kothmiller. Doch für ihn begann das Rennen nicht erst an der Startlinie, sondern bereits Stunden zuvor, da er mit einer leichten Migräne aufwachte. 🤬
Ein Start gegen die eigenen Sinne
Während andere sich mental auf die epische Distanz von 160 Kilometern vorbereiteten, kämpfte Kothmiller am Vormittag noch mit einer Schmerztablette und der Hoffnung auf Besserung. 🍀
Trotz eines kurzen Nickerchens blieb ein dumpfer Restschmerz. „Ich bin mit leichten Kopfschmerzen gestartet, in der Hoffnung, dass sie irgendwann verschwinden“, berichtete er später.
Ein riskantes Spiel bei so einem harten Rennen, aber nicht zu starten, kam für ihn nicht in Frage. 💪
Doch die patagonische Wildnis schien es gut mit ihm zu meinen. Während er sich diszipliniert alle 20 Minuten abwechselnd mit Gels und Riegeln versorgte und besonders auf die Flüssigkeitszufuhr achtete, löste sich der Druck im Kopf im Laufe der ersten Stunden in Luft auf. ☺️
Als er nachts unter dem klaren Sternenhimmel lief, waren die anfänglichen Schmerzen schon vergessen.
Stürze und kulinarische Krisen
Patagonien ist wunderschön, aber tückisch. Bei Kilometer 45, auf einem eigentlich harmlosen Schotter-Downhill, passierte es:
Ein Stein, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und Kothmiller stürzte auf die rechte Seite. „Ich bin irgendwie sanft gelandet“, gab er Entwarnung – eine Verletzung blieb glücklicherweise aus. 💥
Schwieriger gestaltete sich die Verpflegung. Wenn der Körper unter Dauerbelastung steht, rebellieren oft die Geschmackssinne. Riegel wurden ungenießbar, Bananen postwendend ausgespuckt. Die Lösung?
Unterwegs nur noch Gummibärchen und Gel. In den frühen Morgenstunden folgte dann ein strategischer Wechsel auf Cola und später Koffein-Kapseln, um den Kampf gegen den Sekundenschlaf in der einsamen Nacht zu gewinnen.
An den Verpflegungsstationen hielt er sich an Nudelsuppe und Teigtaschen; zudem wechselte er im letzten Viertel des Rennens in einer seiner Flasks zu blauem PowerAde, das zum geschmacklichen Rettungsanker wurde.
Eine Welt der Giganten
Die Umgebung, in der sich das Rennen abspielt, lässt sich nur als surreal beschreiben. Kothmiller zeigte sich tief beeindruckt von der Dimension der Natur: 🌳
„Hier ist alles einfach größer. Die Sträucher sind so hoch wie bei uns Bäume und die Bäume noch viel höher. Die Nadeln am Boden sind so lang, dass sie wie Stroh wirken, und die Bockerl haben die Größe von Handbällen.“
Doch diese Schönheit hat auch ihren Preis. Der feine, trockene Sand Patagoniens mischte sich bei unzähligen Bachdurchquerungen in den Schuhen zu einer schmerzhaften Paste.
Ohne drei komplette Sockenwechsel wäre das Ziel wohl in weite Ferne gerückt.
Die Ziellinie in greifbarer Nähe
Gegen Ende des Rennens meldeten sich die Fußsohlen und das rechte Knie lautstark zu Wort.
Doch Kothmiller biss sich durch, getreu dem inoffiziellen Motto der Szene: Ein Ultra muss ja weh tun. 😰
Er versuchte, so viel wie möglich zu laufen, um die Tortur abzukürzen.
Nach einem harten Kampf gegen die Müdigkeit, die Sprachbarriere und die verwinkelten Trails erreichte er unter toller und motivierender Moderation schließlich das Ziel.
Die nackten Zahlen unterstreichen seine beeindruckende Leistung: Nach 29:37:20 Stunden überquerte er die Ziellinie. 🏁
Von 412 Startern sicherte er sich damit den 55. Gesamtrang. Besonders bemerkenswert: In seiner Altersklasse (Männer 30–39) erkämpfte er sich den 17. Platz.
Dass der Weg dorthin kein Spaziergang war, zeigt die Statistik: 137 Teilnehmer beendeten das Rennen nicht.
Unser Waschbär Toni Kothmiller hat bewiesen, dass man auch mit Migräne im Gepäck und Sand in den Schuhen die 100 Meilen von Patagonien bezwingen kann – immer getrieben von der Entschlossenheit, niemals stehen zu bleiben.
Den tollen Zieleinlauf von Toni könnt ihr hier ansehen:
https://www.youtube.com/watch?v=XN4FUiuL3jE (ab 1:09:20) ---> Ohren auf, es ist echt sensationell kommentiert 🤣🤣🤣
HUT AB TONI, TONI, TONI Kothmiiiiilllleeeeer 🤩
🗞️: TK
📷 : https://www.fotosdeaventura.com/